Knisternde Nerven
Ganz bestimmt ist es ein Familienroman, in gewisser Weise auch ein Abenteuerroman, ein Roadmovie in Buchform ebenfalls, und vielleicht handelt es sich sogar um einen Heimatroman, mit zweifellos furiosem Ende – Unwetterwarnung in den Bergen und fulminante Rettungsaktion inklusive. All das bannt die Autorin Birgit Birnbacher auf schmale zweihundert Seiten und in neunundzwanzig Kurzkapitel. In deren Zentrum steht eine außergewöhnliche Mutter-Sohn-Beziehung, die regelrecht Funken schlägt. Denn beide haben „knisternde Nerven“, wie es an einer Stelle passend heißt. Will bedeuten: Sie stecken voller überbordender Energie, die Fokussierung auf den regelgeleiteten Alltag will oftmals nicht gelingen. Diagnostisch spricht man hier wohl von einem Defizit der Aufmerksamkeit (ADHS) oder, respektvoller, von einer Form der Neurodivergenz.













