Kein Zurück zu alter Größe
Vor einiger Zeit gab es in den sozialen Netzwerken unter Liebespaaren einen ebenso amüsanten wie aufschlussreichen Trend. „Wie oft denkst du ans Römische Reich?“, wurde der eine, meist männliche Partner von seinem in der Regel weiblichen Pendant gefragt. Manche der Antworten sorgten für großes Erstaunen („wöchentlich“), andere führten zu regelrechtem Entsetzen („mehrmals täglich“). Das offenbarte auf unterhaltsame Weise die Unterschiede in den jeweiligen Gedankenwelten und Tagträumereien frisch oder langfristig Verliebter, und doch darf in der mentalen Hinwendung zur antiken Geschichte mehr gesehen werden als ein kurioser Spleen. Wer sich Gedanken über ein seit anderthalb Jahrtausenden untergegangenes Großreich macht, tut dies angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage nämlich völlig zurecht. Zu diesem Schluss jedenfalls muss man kommen, wenn man der Studie von Peter Heather und John Rapley folgt, die jetzt als Taschenbuch erschienen ist.













