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Freizeitgruppe der Lebenshilfe Kißlegg

Seit 35 Jahren Spiel und Spaß im Kegelstüble

Foto: Ulli Stark
Eine fröhliche Gruppe. Man stößt auf 35 Jahre an. Ganz links Eva-Maria Maier, in der Bildmitte Anna-Maria Beschler, links hinter ihr Theresia Feiner.
veröffentlicht am: 04.06.2026
Autor: Ulli Stark
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Kißlegg – „Teilhabe statt Ausgrenzung“ lautet das Motto der Lebenshilfe. „Dabeisein ist alles“ könnte man deren Programm am 27. Mai im Kegelstüble Zaisenhofen überschreiben. Dort gab es für gut zwanzig Teilnehmer und zehn ehrenamtliche Betreuer obendrein Grund zu feiern: Zum Kegeln trifft sich die Kißlegger Freizeitgruppe seit 35 Jahren.

Die erste Keglerin nimmt entspannt die Kugel auf, holt Schwung und lässt sie offenbar geübt auf der Bahn rollen. Drei Kegel fallen um, ganz zufrieden ist sie nicht. Deutlich komplizierter gestaltet sich das Ganze bei einem Mann, der auf den Rollstuhl angewiesen ist. Fürs Kegeln hat ihm die Familie eigens eine Art Rollbrett gebaut. Auf dem kullert die Kugel auf die Bahn, gleitet aber nach rechts ab ins „Aus“. Macht nix. Der nächste der je drei Versuche gelingt besser. Auf Leistung oder Sieg kommt es niemanden an. Spaß an der Sache ist entscheidend, und den haben an den beiden langen Tischen alle. Darauf lassen zumindest die lebhaften Unterhaltungen schließen.

Eine pfiffige Konstruktion ermöglicht die Teilhabe auch im Rollstuhl.

Ausflüge als Highlights

Einmal im Monat lädt die Regionalgruppe Kißlegg der Lebenshilfe Württembergisches Allgäu Menschen mit Betreuungsbedarf ein. Zu praktischen Aktionen, wie Stofftaschen bedrucken oder Backen, zu Weihnachtsfeiern, aber auch Theater- oder Disco-Nachmittagen. Als Highlights gelten die Ausflüge wie zur LEGO-Ausstellung nach Bad Schussenried oder zur Pferdeschau im Gestüt Marbach, erläutert Eva-Maria Maier. Sie gründete mit Theresia Feiner 1989 die Freizeitgruppe in Kißlegg. Kontakt zu den anderen Gruppen im Altkreis Wangen aus Bad Wurzach, Leutkirch und Wangen/Isny hält man beispielsweise beim jährlichen Sommerfest.

Die gelben Zettel werden schon erwartet

Ein wenig mit der Zeit gegangen ist auch die Idee hinter dem ehrenamtlichen Einsatz: „In den 1980er-Jahren ging es uns darum, den Menschen was Besonderes zu bieten und die Eltern zu entlasten“, so Eva-Maria Maier. „Inzwischen leben viele aus unserer Gruppe ambulant betreut in einem der beiden Wohnheime, einige auch in Familien“. Manche seien selbst schon in Rente, die Eltern verstorben. Die Anziehungskraft ist laut Theresia Feiner nach wie vor hoch: „Kaum sind die gelben Zettel mit der Einladung zur nächsten Veranstaltung bei der Arbeit in der OWB verteilt, kommen auch schon die Anmeldungen“.

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Zweimal im Jahr geht es zum Kegeln. Zum dauerhaften Erfolg hat das Team des Kegelstübles um Anna-Maria Beschler wesentlich beigetragen. Zum 35er-Jubiläum gab es deshalb Blumen. Kegler und Betreuer stießen mit – weitgehend alkoholfreiem – Sekt an.

Dank an Anna-Maria Beschler für die liebevolle Gastfreundschaft.

Gleich wird auf die 35 Jahre angestoßen.

Kräftige Fahrer dringend gesucht

In Kißlegg bietet inzwischen auch eine Kinder- und Jugend-Freizeitgruppe Programm für den gesamten Altkreis. Nachwuchssorgen plagen Eva-Maria Maier bei den Helfern. Konkret werden „Männer mit Kraft“ als Fahrer für die Kleinbusse gesucht, die beim Umgang mit Rollstühlen und Rollatoren zupacken können. Sie freut sich über Interessenten unter Maier@lebenshilfe-wa.de.
Text und Fotos: Ulli Stark

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Ulli Stark
veröffentlicht am
04.06.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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