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Beim Frühjahrskonzert im Dorfstadel in Ziegelbach

Männerchor Seibranz begeisterte gemeinsam mit dem „HeartChor“ aus Ingerkingen

Foto: Uli Gresser
Der Männerchor Seibranz.
veröffentlicht am: 25.04.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 6 Minuten

Seibranz – Der Männerchor Frohsinn Seibranz lud zu seinem diesjährigen Frühjahrskonzert, das er gemeinsam mit dem gemischten „HeartChor“ aus Ingerkingen gestaltete, in den Dorfstadel in Ziegelbach ein und sehr viele, darunter auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer, nahmen die Einladung an.

Vorstand Stefan Veser bezeichnete die Männer des Männerchor Frohsinn in seiner Begrüßung als Chor-Nomaden, weil sie ihre Konzerttätigkeit in den letzten beiden Jahren in Ziegelbach, Kürnach oder im Herbst in Hauerz ausüben mussten.

Unter dem Dirigat von Erich Minsch

Musikalisch starteten die Sänger unter der Leitung von Erich Minsch und am Piano sicher begleitet von Christiane Pfänder mit einem musikalischen Willkommensgruß „Hallo, Hallo,“ und dem Liebeserklärungs-Klassiker „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“. Eine ganz andere Bedeutung hatte ursprünglich ihr nächstes Lied „Bella-Ciao“. Das Lied hat seine Wurzeln in der italienischen Partisanenbewegung während des Zweiten Weltkriegs. Ursprünglich als Volkslied der Reisbauern in der Po-Ebene bekannt, wurde es zu einer wichtigen Hymne des antifaschistischen Widerstands. Heute wird Bella Ciao nicht nur als Mahnung an die dunklen Kapitel der Geschichte angesehen, sondern auch als zeitloses Zeichen für den fortwährenden Kampf gegen Ungerechtigkeit und Tyrannei. „Trag mi Wind“ wurde von der österreichischen Mundartdichterin Brigitte Hubmann kurz vor ihrem Tod 2010 geschrieben. In ihrem Text blickt sie dem Tod entgegen und bittet den Wind, sie zu tragen, heim übers Land, übers Meer. Doch bevor das Publikum in Melancholie versinken konnte, wurden Dirigent, Chor und Publikum beim Dschungelbuch-Medley von einem Schabernack-freudigen Affen – nein, nicht gebissen – aber doch ein wenig auf den Arm genommen.

HeartChor unter der Leitung von Eva-Maria Beißwenger

Mit viel brasilianischer Lebensfreude und dem „Sambabrasil“ enterten die Sängerinnen und Sänger von HeartChor danach die Bühne, die von Eva-Maria Beißwenger musikalisch angeleitet und am Piano von Christoph Schlanser begleitet wurden. „Das Leben ist schön“ von LEA. Das wohl größte im Leben ist die Steigerung davon, das Verliebtsein ist die nächst höhere Stufe von Glück, die Ingerkinger Sängerinnen und Sänger drückten es mit Elvis Presley aus „Can´t help falling in love“. Die Wertschätzung der Liebe lieferten sie auch gleich mit. „Applaus, Applaus“ von den Sportsfreunden Stiller. Mit sehr viel von selbigem wurde der „Heart-Chor“ in die Pause verabschiedet.

„Manchmal entstehen aus kleinen Begegnungen die schönsten Geschichten – und manchmal auch die kompliziertesten, “ mit diesen Worten begrüßte die Ansagerin des HeartChor, Annika Kühnbach, das Publikum, nachdem der Chor das Publikum musikalisch mit dem Lied „Nette Begegnung“ zum zweiten Teil begrüßt hatte. Kompliziert wurde es nun, denn nach Liebe, Applaus und einer netten Begegnung nahm die vom Chor in sehr schöner Weise präsentierte Geschichte einen kleinen Wendepunkt: Jeder kennt den Schlager von Michael Holm aus den 70er Jahren „Tränen lügen nicht.“ „Vergossenen Wein den trinkt keiner mehr. Ein verlornes Herz bleibt für immer leer. Es ist nie zu spät, komm‘ entscheide Dich:
Reich‘ Ihr die Hand, Tränen lügen nicht,“ heißt da im Text ein wenig versöhnlich.

Eher in Richtung Apokalypse ging dagegen – allerdings kein Wunder bei einem Titelsong eines James Bond Filmes – das Lied Skyfall von Adele. „Tausende Meilen und Pole entfernt, wo Welten aufeinanderprallen und Tage dunkel sind,“ das klingt schon sehr nach Weltuntergang.

Genau diesen zu verhindern versucht hat auch Michael Jackson mit seinem „Earth Song“, den er zwar 1989 aufnahm aber erst 1995 veröffentlichte. In dem in Tansania aufgenommenen Video wurde die Natur- und Umweltzerstörung, die auch und gerade durch Kriegshandlungen entstehen, thematisiert. Ein leider auch 30 Jahre danach immer noch aktuelles Thema. Diese erste Zugabe wurde für den Chor zum Triumph, und deswegen gab es zur Beruhigung noch einmal den Elvis-Liebes-Song.

Mit den Comedian Harmonists wurde das Lied, mit dem der Männerchor Frohsinn seine zweite Runde einleitete, in den 30er Jahren weltberühmt: „Ein Freund, ein guter Freund.“

Ehrungen

Stefan Veser, der Vorstandssprecher, hatte an diesem Konzertabend Geburtstag. Deswegen wurde nicht nur Leo Stölzle vom stellvertretenden Seibranzer Ortsvorsteher Roland Eisenbarth für sein vierzigjähriges Engagement im Chor geehrt, sondern dieser gratulierte auch Stefan Veser mit einem Geburtstagspräsent. Und natürlich gratulierte auch der ganze Dorfstadel bei so viel geballt vorhandener Sängerpower mit dem berühmtesten Geburtstagslied überhaupt. Leo Stölzle war nach 16 Jahren beim Männerchor Altmannshofen 2002 als zweiter Tenor zum Chor in Seibranz gestoßen und hatte von 2012 bis 2026 dem Vorstandsteam angehört. Der Geehrte wurde von der Ehrung völlig überrascht, gab er später zu Protokoll.

Nach so viel Festivitäten wurde es Zeit für Expresso & Tschianti – die 2021er Persiflage auf die italienische Lebensart. Mit einem „Ist doch egal (wie das heißt)“ -T-Shirt tat einer der Sänger seine Meinung deutlich kund.

Nachdem der Männerchor mit „Eleni“ ein weiteres Lied mit einem eher traurigen Inhalt die Stimmung wieder etwas dämpfte, musste es natürlich zum Abschluss des Konzertes noch einmal ein besonderes Lied sein. „Major Tom“ ist buchstäblich in aller Munde, wenn eine der deutschen Fußball-Nationalmannschaften bei einem Länderspiel ein Tor erzielt.

Moderiert von Willi Butscher

Willi Butscher, der auch in diesem Jahr wieder mit lockeren Sprüchen für den Männerchor durchs Programm führte, hatte einen solchen auch bei den Danksagungen und Präsentübergaben für den musikalischen Leiter des Männerchores Seibranz, Erich Minsch übrig, der bei Proben und Konzerten immer 100 % gibt und darüber hinaus auch noch Dirigent der Seibranzer Blaskapelle, die erst vor kurzem ebenfalls ihr Konzert gespielt hatte, ist: „Böse Zungen behaupten, dass er während den Probenzeiten schon sein Wohnzimmer bei ebay verkaufen wollte…“

Eine Zugabe gab es für das begeisterte Publikum natürlich auch noch: Noch einmal herrschte im Dorfstadel Stadion-Atmosphäre, denn „Sweet Caroline“ wird nicht nur in Fußballstadien gerne mitgesungen.

Mitsingen durfte auch das Publikum beim letzten Lied des Abends: Der Text von „Die kleine Kneipe“ war mit im Programmheft abgedruckt, so dass jeder mitsingen konnte.
Bericht und Bilder: Uli Gresser

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