Bad Wurzach – Bad Wurzach hat inzwischen in der Stadt selbst drei erfolgreich bebrütete Storchennester, eine Beringung des Nachwuchses ist aber aus verschiedenen Gründen nur für die Tiere des Nestes auf der Grundschule möglich, obwohl es dasjenige Nest ist, das die Wurzacher Feuerwehrdrehleiter an ihre Grenzen bringt.
Denn die drei Jungstörche auf dem Rössle-Kamin sind schon älter und damit schon größer (ein vierter Jungstorch lag vor einigen Wochen tot auf dem Gehweg vor dem Rössle). Deswegen hat Ute Reinhardt auch in diesem Jahr darauf verzichtet, mit der Beringung ein Risiko für alle Beteiligten einzugehen. Und dieses wäre auch beim sehr gut abgeschirmten Nest auf der Linde neben der St. Verena-Kirche sehr groß gewesen, wo sich auf dem schwankenden Nest laut einer aktuellen Beobachtung von Reinhardt mindestens drei, eher vier Jungstörche tummeln.
Am letzten Montagabend (8.6.) war es wieder soweit: Mittels der Feuerwehrdrehleiter konnte Ute Reinhard, zuständig für die Beringung des Storchennachwuchses in Oberschwaben, zum Abschluss eines ereigniseichen Tages – morgens Ostrach, abends Bad Wurzach – die diesjährige Jungstorchengeneration mit drei Jungstörchen auf dem Horst auf der Grundschule Bad Wurzach beringen.
Als sich der Korb der Drehleiter der Feuerwehr mit Alexander Gebauer und Ute Reinhard an Board kurz nach 19 Uhr dem Nest auf der Grundschule näherte, hielt einer der Altstörche lange die Stellung. Und die drei lebenden Jungstörche stellten sich ganz brav ihrem Instinkt folgend einfach tot. Ein vierter Jungvogel lag allerdings tot im Nest, den Ute Reinhard dann aus dem Nest herausholte.
Dennoch konnte Reinhard in Ruhe ihr Routineprogramm abspulen: Den Ring ans Bein clippen, mit der Federwaage wiegen, Schnabelreinigung und das Nest von Müll befreien. Dabei stellte sie fest, dass die drei etwa sieben Wochen alten Tiere „gut im Futter“ standen, das heißt, dass sie gute Chancen haben dürften, zu überleben und später den Weg ins Winterquartier mitzumachen. Die drei – nun beringten – Jungstörche tragen ab heute die Ringnummern AKT 71, 72 und 73. Der Größte brachte 3,1 kg Gewicht auf die Federwaage, sein 2,9 Kg schweres Geschwister steht ihm dabei kaum nach. Die beiden sind damit „über den Berg“. Auch das dritte, hat – obwohl nur 2,4 kg „leicht“ – aufgrund des bereits fast vollständig ausgebildeten Gefieders gute Chancen, bald flügge zu werden. Der Altstorch mit der Ringnummer AF226 kehrte sehr schnell zum Horst zurück und bewachte fortan seinen Nachwuchs mit Argus–Augen. Er ließ sich auch durch die „Touristenfahrt“, die allerdings gebührenden Abstand zum Horst hielt, nicht aus der Ruhe bringen.
Apropos Nachwuchs: Ein Blick über den Horstrand des ältesten, erst im Herbst von der Feuerwehr „erleichterten“ Nestes auf der Grundschule hinaus zeigt, dass die „Storchengemeinde“ Bad Wurzach in diesem Jahr rund lebende 14 Jungstörche zu verzeichnen hat: Neben den drei einzigen in diesem Jahr beringten auf der Grundschule, den drei auf dem Rössle und den wahrscheinlich vieren auf der Linde stehen drei in Ziegelbach auf dem Masten beim Adler und ebenfalls drei in Dietmanns auf dem Masten neben dem Feuerwehrhaus. Auf dem Nest im Helenaweg entdeckte die Storchenbeauftragte tatsächlich ebenfalls Nachwuchs, allerdings ist das Jungtier noch viel zu klein, um reelle Überlebens-Chancen zu haben.
Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass so gut wie alle anderen Jungstörche sehr gute bis gute Überlebenschancen haben.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
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