Seibranz – Der SV Seibranz hat seine Padel-Halle samt Außencourt fertiggestellt. Am vergangenen Freitagabend veranstalteten die Macher einen Empfang für alle in irgendeiner Weise an dem ehrgeizigen Projekt Beteiligten. Unser Reporter Uli Gresser war dabei. Nachstehend sein Bericht darüber. Ein weiterer Bericht – vom öffentlichen Eröffnungsfest am Samstag (24.10.) – folgt.
Was ist Padel?
Der Padel-Sport wurde laut Wikipedia vor fast 60 Jahren von einem Mexikaner namens Enrique Corcuera in Acapulco erfunden, weil seine Frau passionierte Tennisspielerin war und bei ihrem Haus einen Platz haben wollte. Da der Platz für einen großen Tennisplatz nicht ausreichte, baute er 1969 auf der verfügbaren Fläche einen kleineren, an die Tennisplatzdimensionen angepassten Platz, der von einer ca. drei Meter hohen Wand eingefasst war. Und weil dieser Mann ein Netzwerk mit bekannten Persönlichkeiten hatte – etwa Frank Sinatra oder Henry Kissinger – wurde der Sport, bei dem die Wände um den Court mit ins Spiel einbezogen wurden, schnell vor allem in den spanischsprachigen Ländern sehr bekannt.
Ende 2025 führte Spanien mit 6,2 Millionen Amateur-Padelspielern weit vor Italien, Argentinien und Mexiko die Statistik an. Deutschland lag damals mit 350.000 Spielern auf Rang 12. Doch zwischen April 2026 und September 2026 hat sich die bundesweite Zahl der Standorte von 479 auf 786 und die Zahl der Padelplätze von 1.504 auf 2.286 erhöht (Stand September 2026), so dass man davon ausgehen kann, dass Deutschland mit Riesenschritten aufholen wird, zumal das Spiel üblicherweise als Doppel gespielt wird.
Der SV Seibranz hat eine Padel-Abteilung gegründet
Die im Juli 2026 neugegründete Padel-Abteilung des SV Seibranz hat inzwischen die 180er-Mitgliedermarke überschritten. Und seit der Öffnung der Halle zum 1. Oktober wurden bereits 190 Stunden gebucht. Die Auslastung alleine durch die Vereinsmitglieder beträgt rund 40 %. Da haben Fabian Tschugg als Vorstand Padel, Carolin Halder als Abteilungsleiterin Padel und Jasmin Zollikofer als ihre Stellvertreterin ganze Arbeit geleistet.
Showkampf
Einige erfahrene Spieler zeigten, bevor die Gäste ins Zelt umzogen, auf dem Hallencourt, in einem Showkampf, wie faszinierend und rasant das Padel-Spiel ist.


Doch zurück auf die Anfänge der inzwischen auf den Namen „Holzrebell-Arena“ getauften Halle. In einer Präsentation hatten Fabian Tschugg und Christian Halder die Entstehungsgeschichte zusammengefasst, die mit beeindruckenden Zahlen aufwarten kann.
Irina, die Schwägerin von Christian Halder, ist selbst passionierte Padel-Spielerin. Sie gab den Anstoß dazu. „Christian, lass uns einen Padel-Platz bauen“m sagte sie eines Tages zu ihm. Dieser trug die Idee in den Vorstand des Sportvereines. Der Ort für die Halle war schnell gefunden: Das „Sumpfgebiet“ direkt am Parkplatz beim Fußballplatz. Die Meinung im Dorf dazu manifestierte sich in dem Satz: „Sagt mal, wohin wollt ihr denn in Seibranz paddeln?
Die Ortsvorsteherin hatte zum Start ein besonderes Geschenk
Und so kam es zu einer Vorstandssitzung vor Ort und am 28. Juli 2025 zum Kick-Off-Abend. In den folgenden Wochen wurde ein Projektteam mit Christian Halder an der Spitze gegründet, dem am Ende fast 30 Mitglieder angehörten. Natürlich wurde auch Ortsvorsteherin Petra Greiner schnell überzeugt. Diese hatte sich gemeinsam mit ihrem Seibranzer Gemeinderatskollegen Wolfgang Jäger von der damaligen Klausurtagung des Bad Wurzacher Gemeinderates „freigenommen“. Im Gepäck hatte sie als Gastgeschenk einen alten Bebauungsplan des Geländes, auf dem die Arena schließlich entstanden ist.
Um ein solches Projekt zu stemmen, brauchte es natürlich eine entsprechende Finanzierung, um die sich Finanzvorstand Hubert Hierlemann und vor allem sein Stellvertreter Florian Worm, der per KI eine Risikoanalyse erstellen ließ, kümmerten. Aber was mindestens genauso wichtig ist: Viele fähige Handwerker und damit ist der Verein und der Ort ja wahrlich gesegnet.
Große Spendenbereitschaft
Die Spendenbereitschaft von Privatpersonen und Unternehmen erwies sich als überragend: Die erwartete Spendensumme wurde vervierfacht. Und weil die Holzrebell-Arena die erste vereinseigene Halle im Bereich des WLSB ist, fiel auch dessen Förderung viel üppiger aus als erwartet.
Beindruckend waren auch die Zahlen, die Halder und Tschugg an diesem Abend präsentieren konnten. Auch wenn durch geopolitische Entwicklungen, etwa die Schließung der Straße von Hormus und der damit verbundenen Verteuerung der Spritpreise der Bau direkt betroffen war, blieb das Finanzteam immer Herr der Lage. Denn für die Aufkiesung des Platzes wurden 3.500 t Kies benötigt, entsprechend 150 Lkw-Fahrten, wofür fast 12.000 Liter Diesel erforderlich wurden. Und das in einer Zeit, in welcher der Dieselpreis explodierte.
Diese Mehrkosten schlugen heftiger zu Buche, als die Frage ob ein oder zwei Plätze. Denn der zweite Platz erforderte kaum baulichen Mehraufwand, und die Transportkosten spielten dabei keine Rolle.
Aber auch als erfahrene Spieler für die geplante lichte Höhe der Halle 8 m anstelle der geplanten 6,5m als sinnvoll erachteten, blieb das Team Finanzen ruhig. Der Statiker bekam dabei aber wohl „dicke Backen“.
140 Helfer, 2500 Arbeitsstunden
140 Helfer kamen beim Bau gemeinsam bei drei Einsätzen pro Woche auf insgesamt 2500 Arbeitsstunden, während derer 40 Frauen für die Verpflegung der Arbeiter sorgten.
Die Zugpferde: „Wiese“ Lauber und Alex Minsch
Halder und Tschugg hoben Zwei besonders hervor, die sie die Zugpferde nannten: auf deren Konto gingen allein 1000 Arbeitsstunden: Alois „Wiese“ Lauber und Alex Minsch
Bauleiter, Architekt, Fachfirmen
Einen besonderen Dank sprachen sie im Namen des Projekt-Teams auch ihrem Bauleiter Thomas Stehmer aus, der jede Situation zu handeln wusste. Architekt war Jochen Frank von Franz Walser Holzbau, die Statik berechnete Eugen Schmid und SVS Mitglied Alois Jäger (Baugrund Süd) machte die Baugrunduntersuchung. Aber was wären die besten Arbeiter ohne die entsprechenden Fachfirmen: Als da zu nennen wären natürlich die Firma Holzrebell mit Rudi Müller und Samuel Bubek, nach der die Arena auch benannt wurde, sowie Holzbau Krusch mit Martin Krusch, die beide perfekt harmonierten. Des Weiteren die Firma Dangel-Bau, Mangler Bau, Fischer Elektrotechnik mit Niklas Fischer und viele weitere Fachfirmen.
„Die Gemeinschaft macht Euch so stark“
Absolut beeindruckt vom vorgelegten Businessplan zeigte sich Josef Hodrus, Vorstand der Volksbank Allgäu-Oberschwaben, in seinem Grußwort. „Die Gemeinschaft macht Euch so stark. Kein Wunder, wenn bei 1237 Einwohnern 500 im Sportverein aktiv sind“, rechnete er vor.
Gottfried Härle, Hermann Haas und das Backhaus-Team sorgten für Speis und Trank
Auch Gottfried Härle, der Chef der Brauerei Härle in Leutkirch, war wie rund 150 Freunde, Sponsoren und Spender, zu dem Empfang nach Seibranz gekommen. Er hatte sich nicht lumpen lassen und spendierte an diesem Abend die Getränke. Dass die Gäste auch etwas Gutes zu Essen bekamen, dafür sorgte Hermann Haas mit seinem „Haasi kocht“ Team.
Das Team vom Backhäusle sorgte dafür, dass die Gäste sich vom Sektempfang bis zum Dessert im beheizten Zelt wohlfühlten.
Ein Zitat von Henry Ford
Das Zitat von Henry Ford umschreibt sehr exakt, wie das Projekt in Seibranz gestemmt wurde: „Zusammen kommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“
Webseite der Padel-Abteilung
Den Zugang zur Webseite der Padel-Abteilung des SV Seibranz haben wir unter dem roten Link-Balken in der rechten Spalte hinterlegt. Dort gibt es viele Informationen über die Mitgliedschaft und die Preise.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
Viele Bilder in der Galerie
Ein weiterer Bericht folgt


















































































