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10. Juli, 17.30 Uhr (Friedhof Wangen)

Auf den Spuren von August Braun

Foto: Gerhard Reischmann
August Braun mit Helfern bei seiner Arbeit 1930 in Arnach. Braun müsste der Mann rechts neben Ortspfarrer Gustav Schmollinger sein. Das Foto findet sich in etlichen Arnacher Familienalben, so auch bei der Familie Reischmann. Repro: Gerhard Reischmann
veröffentlicht am: 09.07.2026
Autor: SE Wangen / Gerhard Reischmann
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wangen – August Braun, bedeutender Maler aus Wangen, wäre heuer 150 Jahre alt geworden. Am 10. Juli begibt man sich in Wangen auf Spurensuche. Günter Brutscher, Theologe, ehemaliger Schulleiter und ein sehr guter Kenner der hiesigen Sakralkunst, spricht über August Braun und seinen Neffen Josef Braun.

Mit August Braun und seinem Neffen Josef Braun haben zwei Wangener Künstler beeindruckende Spuren im Dekanat Allgäu-Oberschwaben und weit darüber hinaus hinterlassen. August Braun wäre im Jahr 2026 150 Jahre alt geworden, vor 70 Jahren ist er gestorben. Diese „Jubiläen“ sind ein guter Grund, sich einmal mehr und vor Ort der beiden Künstler zu erinnern.

Die Veranstaltung im Rahmen des „Lebendigen Wortes“ am Freitagnachmittag, 10. Juli, beginnt um 17.30 Uhr auf dem Friedhof in Wangen, also dort, wo noch einige Kreuzwegstationen von Josef Braun, die er vor und nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen hat, erhalten sind. Im Anschluss daran gibt es gegen 18.30 Uhr in der Kapelle des Franziskanerklosters Wangen einen Einblick in das Schaffen der beiden Künstler. Für die Kapelle selbst hat August Braun ein Altarblatt mit dem hl. Antonius von Padua und einen seiner beeindruckenden Kreuzwege gemalt. Mit den Ausführungen zu zahlreichen weiterer Werken, schwerpunktmäßig in Kirchen und Kapellen im Dekanat Allgäu-Oberschwaben, sollen die Künstler und deren Schaffen gewürdigt werden.

Dabei freuen sich die Verantwortlichen des Erwachsenenbildungsausschusses der Seelsorgeeinheit Wangen und der Referent, Günter Brutscher, auch auf Hinweise zu und über die beiden Künstler aus dem Kreis der Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung. Eintritt: 5 Euro.

Brauns erstes Großfresko entstand 1930 in Arnach

St. Ulrich und St. Margaretha sind die Patrone der Pfarrkirche Arnach. Das Deckengemälde stammt von 1930; es ist das erste Großfresko (10 Meter auf 7 Meter) des Wangener Kirchenmalers August Braun (1876 – 1956), der etliche Gotteshäuser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgemalt hat (so im benachbarten Rötenbach und in der Pfarrkirche Schloss Zeil). Das Thema in Arnach ist die Fürbitte der Schutzheiligen: Gott – am Kopf des Bildes dargestellt in den drei Personen – schickt auf ihr Flehen hin zwei Engel, um über dem Dorf aufgezogene dunkle Wolken wegzuschieben. Rechts von Ulrich trägt ein Engel einen Fisch, das Attribut des heiligen Ulrich. Am Fuß des Freskos ist das Dorf mit der Kirche im Mittelpunkt zu sehen. Im Vordergrund sieht man einen Hof, zu dessen Besitzerfamilie der Kirchenmaler eine freundschaftliche Beziehung hatte. Erkennbar ist auch die damals schon eingestellte Brauerei – eine hellgrüne Fläche rechts vom Kirchengiebel deutet das Brauereigebäude an. In der NS-Zeit wurde das Brauereigebäude zu einem „Heim der Jugend“, im Volksmund Hitlerheim geheißen, umgebaut – und zwar in bewusster architektonischer Konkurrenz zur Dorfkirche. Nach dem Krieg wurden in dem für dörfliche Verhältnisse sehr ambitionierten NS-Bau Flüchtlinge aus dem Deutschen Osten – Opfer des von den Nazis entfesselten Krieges – und später, in den 1990er-Jahren, Asylbewerber untergebracht. Nach langem Leerstand wurde das „Hitlerheim“ Anfang 2012 abgerissen. Text und Foto: Gerhard Reischmann

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SE Wangen / Gerhard Reischmann
veröffentlicht am
09.07.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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