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    Wangens dritte Städtepartnerschaft

    Freundschaft mit Wil besiegelt

    Foto: Susanne Müller
    OB Michael Lang setzt die Unterschrift unter die Partnerschaftsurkunden. Zuvor hatte Wils Stadtpräsident Hans Mäder unterschrieben. Mitglieder der Wiler und Wangener Trachtenvereine sowie Gemeinderäte sind Zeugen der Begründung der Städtepartnerschaft. Die Jumelage mit Wil ist nun Wangens Städtepartnerschaft, die Freundschaften zu Prato in der Toskana und La Garenne-Colombes bei Paris ergänzend und erweiternd.
    veröffentlicht am: 05.07.2026
    Autor: Susanne Müller, Stadt Wangen
    Lesedauer: ca. 6 Minuten

    Wil (Schweiz) / Wangen – Die Stadt Wil im Kanton St. Gallen in der Schweiz hat am Samstag (4.7.) das zentrale Gebäude in ihrer Altstadt wieder eröffnet: Der Hof zu Wil, erbaut vom St. Galler Fürstabt Ulrich Rösch, ist nach Jahren der Sanierung als ein Ort der Begegnung für die Bevölkerung wieder offen. Am Nachmittag beurkundeten Stadtpräsident (SP) Hans Mäder und Oberbürgermeister Michael Lang dort mit ihren Unterschriften die über lange Zeit gewachsene Freundschaft beider Städte. Den würdigen Anlass bot der 600. Geburtstag von Ulrich Rösch, der aus Wangen stammte, als Sohn eines Bäckers.

    Es war ein Sommertag wie im Bilderbuch. Von der Terrasse an der St. Nikolaus-Kirche bot sich den sehr zahlreich angereisten Wangenern ein traumhaftes Panorama der Schweizer Bergwelt. Auf dem Platz vor dem mächtigen Hof zu Wil lief ein ebenso hochkarätig besetztes wie kurzweiliges Eröffnungsprogramm ab. Die Rednerliste mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik reichte vom Stadtpräsidenten über die kantonale Ebene bis zur Bundesrätin (Ministerin). OB Michael Lang übergab als Gastgeschenk ein Rednerpult, wie man es aus dem Wangener Rathaus und der Stadtbücherei kennt – aus einem alten Holz von 1461, also jener Zeit, in der Fürstabt Ulrich Rösch zu seiner Machtfülle aufstieg. Ein früh morgens eigens beim Bäcker erstandenes Wangener Hörnle übergab er an Ruedi Schär, der über Jahre die Verbindung mit Wangen gepflegt hat. 

    Bundesrätin Karin Keller-Sutter spannte den Bogen von Ulrich Rösch in die Neuzeit. Mit dem Hof zu Wil werde die „Seele der Stadt“ wieder eröffnet. Ohne den unermüdlichen Einsatz der Hofstiftung, in der viele Menschen jahrelang engagiert gearbeitet hätten, und den Handwerkern, wäre es nicht möglich gewesen. Der Hof stehe für Stabilität und zeige, dass man Freiheit brauche, um sich entfalten zu können. Ulrich Rösch sei als Einwanderer zum Kloster St. Gallen gekommen und habe sich vom Küchenjungen hochgearbeitet. Als Fürstabt habe er unter anderem mit einem neuen Marktrecht für erstklassige wirtschaftliche Rahmenbedingungen gesorgt.

    Die beiden Geistlichen, Bischof Beat Grögli und Pfarrer Christoph Casty, sprachen in einem launigen interkonfessionellen Austausch über den Hof als Ort der Blutsgerichtsbarkeit und Braukunst und baten um den Segen Gottes. Mit der Schlüsselübergabe der verantwortlichen Bauleute an Stadtpräsident Hans Mäder endete der Vormittag.

    Die Stadtharmonie Wil und die Stadtkapelle Wangen gemeinsam

    Umrahmt war der Vormittag von viel Musik unter anderem von der gemeinsamen Erstaufführung des Stücks „Temporum Pace“ von Oliver Waespi durch die Stadtharmonie Wil und der Stadtkapelle Wangen. Es wird auch am kommenden Samstag (11.7.) in Wangen zu hören sein, wenn die Partnerschaftsfeier wiederholt wird.

    Feierlich-fröhliche Unterzeichnung

    Nach der musikalischen Einstimmung durch die beiden Musikkapellen folgte die ebenso feierliche wie fröhliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden durch SP Hans Mäder und OB Michael Lang aus Anlass des 600. Geburtstag von Ulrich Rösch. Der „Jubilar“ erschien höchstpersönlich und überbrachte das Papier – eingebacken in ein Brot. SP Hans Mäder sprach von einem neuen Kapitel in der Geschichte beider Städte. Es sollen Beziehungen entstehen, um Grenzen zu überwinden. OB Lang fühlte sich geehrt, mit Stadträten und Jugendgemeinderäten als Zeugen bei dieser Feier zu sein, die beide Städte noch näher zusammenbringt.

    Im Anschluss spielte das Städteorchester Württembergisches Allgäu unter der Leitung von Marcus Hartmann in St. Nikolaus ein mit viel Applaus bedachtes Geburtstagskonzert zu Ehren von Ulrich Rösch.

    Der Hof zu Wil bietet ein Restaurant, eine Bibliothek, Info-Büro und die Hofwelten, in denen die Geschichte des Hauses höchstmodern lebendig gemacht wird. Auch die Etage der Co-Working-Spaces hier die Zukunft in den Blick genommen wurde. 

    Am 11. Juli ab 17.30 Uhr

    In Wangen wird am kommenden Samstag, 11. Juli, um 19.00 Uhr auf dem Marktplatz der Festakt Partnerschaft beider Städte wiederholt. Den festlichen Rahmen bietet dazu das Sommernachtskonzert der Stadtkapelle. Das JBO spielt um 17.30 Uhr, um 20.00 Uhr die Stadtharmonie Wil und um 21.30 Uhr die Stadtkapelle Wangen. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in den Festsaal der Waldorfschule verlegt. 

    Am 11. Juli ab 10.00 Uhr

    Von 10.00 bis 13.00 Uhr am 11. Juli ergänzt der Schweizer Markt mit Produkten aus Wil den Samstagsmarkt in Wangen.

    Der Urkundentext

    Der Text der Partnerschaftsurkunde lautet wie folgt:
    „Die Stadt Wil im Fürstenland und die Stadt Wangen im Allgäu bekräftigen mit dieser Urkunde ihre freundschaftliche Verbundenheit und den Willen zu einem vielfältigen und lebendigen Austausch.

    Verbunden sind diese beiden Städte über die Landesgrenze hinweg durch ihre Geschichte im Einzugsgebiet des Bodensees, durch ihre Beziehungen zur Fürstabtei St. Gallen sowie durch die Persönlichkeit von Fürstabt Ulrich Rösch, 1426 in Wangen geboren und 1491 in Wil verstorben.

    Im Bewusstsein dieser gemeinsamen historischen Wurzeln vereinbaren die beiden Städte feierlich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ziel, den Austausch zwischen ihren Einwohnerinnen und Einwohnern zu fördern sowie die gegenseitige Begegnung in Kultur, Gesellschaft und Tourismus zu ermöglichen.

    Diese Städtepartnerschaft steht für Respekt, Offenheit und die Pflege dauerhafter wohlwollender Beziehungen.“

    Es folgen die Unterschriften.

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    Ulrich Rösch hat den beiden Stadtoberhäuptern ein Brot mitgebracht, in das symbolisch die Partnerschaftsurkunde eingebacken war.

    Die echten Urkunden wurden von Wils Stadtpräsident Hans Mäder (rechts) und Wangen Oberbürgermeister Michael Lang (siehe auch Bild oben) unterschrieben.

    Nach der Unterzeichnung der Urkunden wurden die beiden Nationalhymnen gesungen. Unser Bild zeigt in der Mitte links OB Michael Lang, rechts daneben den für die Partnerschaft besonders engagierten Ruedi Schär und Stadtpräsident Hans Mäder. Im Hintergrund die Wiler und Wangener Trachtenvereine sowie Gemeinderäte und Jugendgemeinderäte.

    Gruppenbild mit Gemeinderäten nach der Unterzeichnung: In der Mitte Stadtprädient Hans Mäder, OB Michael Lang und Dominik Egli, Parlamentspräsident Wil.

    Der Hof zu Wil, der von Fürstabt Ulrich Rösch zu einem Machtzentrum aufgebaut wurde. Im Vordergrund singt der Männerchor Rossrüti.

    Auf dem Hofplatz wurde gefeiert: Im Vordergrund das Orchester aus Stadtharmonie Wil und Stadtkapelle Wangen, dahinter Ehrengäste und Bürgerinnen und Bürger aus Wil und Wangen. An den Ständen links und rechts zeigten unter anderem Handwerker, was und wie sie im Hof gearbeitet haben – von der Stabilisierung der Mauern und des Giebels  durch Zimmerleute über das Formen und Brennen von Bodenplatten bis hin zum Parkettlegen und zum Deckenstuck.

    Text und Fotos: Susanne Müller (Stadt Wangen)

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    Susanne Müller, Stadt Wangen
    veröffentlicht am
    05.07.2026
    Lesedauer: ca. 6 Minuten
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