Turmfalkenpopulation frisst täglich über 100 Mäuse


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Wangen – Die Wangener Turmfalkenpaare waren auch in diesem Jahr sehr produktiv. Allein in der Altstadt hat das Betreuer-Duo Gerhard Lang (NABU) und Stefan Gufler vom städtischen Bauhof 30 Jungtiere beringt. Fünf weitere waren es in Neuravensburg.
Allerdings wurden nicht mehr alle Kästen auf der Wangener Gemarkung besiedelt. Weshalb zwei Kästen in diesem Jahr ohne Erfolg blieben, lässt sich laut Gerhard Lang nicht sagen.
Die Beringungsaktion wurde jetzt im Pfaffenturm des Rathauses abgeschlossen. Je größer die Tiere sind, desto zupackender sind sie auch. Stefan Gufler, der sie hält, damit Gerhard Lang die Ringe mit den Kennnummern an den Beinen befestigen kann, muss Handschuhe tragen und bekommt dennoch oft genug die spitzen Krallen zu spüren. Er erträgt’s mit stoischer Ruhe.
Wie so oft hatte Gerhard Lang auch wieder eine kleine Geschichte zu berichten. In der Anfangszeit hätten sich zwei Männchen um den Brutplatz im Rathaus gestritten. Es muss ordentlich zur Sache gegangen sein zwischen den beiden – mit dem Ergebnis, dass bei einem die Daumenfeder abstand. Später wurde der lädierte Vogelherr im Ravensburger Tor gesichtet. Er hatte dort mit einer Gefährtin Wohnung genommen. Während dort die Tiere gleich groß und entsprechend mehr oder weniger gleichzeitig geschlüpft waren, gibt es unter dem Rathausdach zwei Jungvögel, die deutlich größer waren. Über die Ursachen könne man nur spekulieren, meint Gerhard Lang. Waren etwa „Kuckuckseier“, also welche von einem anderen Vogel, darunter? – Man weiß es einfach nicht.
Beim Beringen zeigte sich, dass die Jungtiere schon ihren ersten Flaum verloren hatten und das richtige Gefieder nachkam. Ein Grund mehr für die Experten, eine Maske zu tragen. Denn der Flaum wirke wie Staub in der Luft und man wisse ja nie, ob die Vögel auch wirklich gesund sind, sagte Stefan Gufler. Schließlich fressen sie, was die Wiesen hergeben. Vom Aussichtsturm über der Argenwiese könne man sie oft sehen, wenn sie zwischen der Altstadt und der Gegend um den Schwarzensee pendeln.
Dort dürfte es eigentlich kaum noch Mäuse geben, denn ein erwachsener Turmfalke vertilgt allein schon vier bis fünf Mäuse täglich. Für die fünf Jungtiere im Rathaus wurden vom Männchen täglich zehn bis 15 Mäuse angeliefert. Bei 30 Jungtieren plus deren Eltern müssten das deutlich über 100 Mäuse am Tag sein. Allerdings wurden auch schon ein Molch und ein Vogel auf dem Speiseplan gefunden.
„Manchmal nimmt das Weibchen die Maus auf der Kletterhilfe außen entgegen und versucht sie dann im Brutkasten möglichst gleichmäßig zu verteilen“, hat Gerhard Lang beobachtet. Und wenn die Vogelmutter selber in Ruhe fressen will, dann tut sie das auch auf dem Außenposten, eventuell sogar im Lager, das sich die Tiere anlegen. Im Martinstor beispielsweise liegen in den Öffnungen an den runden Ecken regelmäßig abgelegte Mäuse. An eine genüssliche Essenpause ist allerdings kaum zu denken, denn binnen fünf Minuten ist so eine Maus verputzt.
Wer den Turmfalken im Rathaus zuschauen möchte, findet den Live-Stream über https://www.wangen.de/turmfalken Dafür sorgt der Projektbetreuer bei der Stadt, Siegfried Stampfer.

































