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    Versammlung des Zweckverbands in Kißlegg

    Bürgermeister Krattenmacher verbreitet neue Hoffnung fürs IKOWA

    Foto: Ulli Stark
    An der Straße Richtung Arrisried soll das IKOWA entstehen.
    veröffentlicht am: 03.07.2026
    Autor: Ulli Stark
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Kisslegg – Ihm haftet der Ruf einer „unendlichen Geschichte“ an: Dem „Interkommunalen Gewerbegebiet Waltershofen“, kurz IKOWA. Seit inzwischen 18 Jahren arbeiten die Gemeinden Kißlegg, Argenbühl und Amtzell sowie die Stadt Wangen daran, Flächen auf dem Areal an der A96-Ausfahrt Kisslegg ihren Betrieben anbieten zu können. Nach einer Reihe von Rückschlägen gibt sich Kissleggs Bürgermeister Dieter Krattenmacher inzwischen optimistisch. Das wurde bei der öffentlichen Versammlung des Zweckverbands (ZV) am 29. Juni im Kißlegger Neuen Schloss deutlich.

    Fehlende Anbindung als Hindernis

    Einer der Hauptgründe, warum es mit der Planung seit Jahren nicht vorangeht, sind Vorgaben des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben sowie des Landesentwicklungsplans (LEP) Baden-Württemberg zur Raumordnung. Um den Flächenverbrauch zu kanalisieren, sollen neu zu erschließende Gewerbegebiete eine Anbindung an bestehende oder an Wohnbebauung aufweisen. Zwischen dem südwestlich des Kreisverkehrs an der Westrampe gelegenen Gelände und Waltershofen führt aber nun mal die A96 hindurch. Deswegen hatte der ZV bereits einmal einen sogenannten Antrag auf Zielabweichung gestellt, der aber abgewiesen wurde.

    Kleiner und für lokale Betriebe reserviert

    Seinen neuerlichen Optimismus schöpft Dieter Krattenmacher zunächst aus einer veränderten Planung, die Andreas Eppinger vom Lindauer Planungsbüro Sieber Consult den Vertretern der vier Kommunen vorstellte. Der wesentliche Punkt: Das Areal wird von ursprünglich 33 auf etwa 21 Hektar verkleinert. Dahinter steckt ein Sinneswandel im ZV: Das IKOWA soll nicht mehr auf die Region ausstrahlen, sondern ausschließlich lokalen Firmen vorbehalten sein, die Flächen ab 5000 m² benötigen. Ergänzend erläuterte sein Kollege David McLaren die ausführliche Untersuchung von 25 weiteren möglichen Standorten in den vier Kommunen. Danach stünde für eben diesen lokalen Bedarf keine realistische Alternative zur Verfügung.

    Genau deshalb setzt Kißleggs Bürgermeister außerdem auf einen Passus im Koalitionsvertrag der neuen, grün-schwarzen Landesregierung. Im Kapitel „Bauen, Wohnen und Planen“ heißt es dort „Wir werden eine flexiblere Handhabung des Anbindegebots in begründeten Einzelfällen ermöglichen“.

    Konkurrenz in Tschechien und Slowenien

    Dass nicht alle Vertreter der jeweiligen Kommunen von der Vorgehensweise überzeugt sind, deutete Tilman Schauwecker an. Der Fraktionsvorsitzende der Grün-offenen Liste (GOL) im Wangener Gemeinderat wollte zudem wissen, inwieweit sich eine Konkurrenz zum geplanten Gewerbegebiet bei Herfatz ergeben könnte. Die sieht OB Michael Lang schon wegen der aktuellen Unsicherheiten nicht. Wie Wangens CDU-Fraktionschef Christian Natterer verwies er auf einen erwartbaren weiteren Bedarf und forderte: „Wir brauchen alles.“ Noch weiter spannte Dieter Krattenmacher den Bogen: „Unsere Konkurrenz wartet inzwischen in Tschechien oder Slowenien.“

    Antrag auf Zielabweichung

    Alle vier Kommunen stimmten schließlich für den Antrag, die im Kißlegger Rathaus angesiedelte Verwaltung des ZV möge im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans beim Land den Antrag auf Zielabweichung stellen. Gleichzeitig ist damit die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden sowie der Träger öffentlicher Belange verbunden. Gemäß ihren Anteilen fallen in der Versammlung auf Kißlegg 50% der Stimmen. Wangen, Argenbühl und Amtzell stehen je ein Sechstel zu.

    Für die Fortschreibung des erforderlichen Flächennutzungsplans auf ihrem Gebiet ist naturgemäß die Gemeinde Kißlegg verantwortlich. In diesem Rahmen wird deren Verwaltung im Beschluss gebeten, den Antrag auf Zielabweichung beim Land zu stellen. Darüber wird der Gemeinderat bei seiner nächsten Zusammenkunft am 8. Juli befinden.

    Sorgenfalten geringer – trotz vier Millionen Schulden

    IKOWA wurde 2008 gegründet. Auf Nachfrage erläuterte Dieter Krattenmacher, dass es 2009 im Zuge des Autobahnbaus die Gelegenheit gab, die erforderlichen Flächen zu erwerben. Seitdem haben sich beim ZV Schulden in Höhe von rund vier Millionen Euro angehäuft. Laut dem ebenfalls einstimmig verabschiedeten Haushaltsplan sind 2026 dafür Zinsen in Höhe von 120.000 Euro zu berappen. Wobei aus Sicht des Bürgermeisters auch der Wert der Flächen inzwischen gestiegen sei. Angesichts der sich abzeichnenden Entwicklungen dürften die Sorgenfalten also deutlich geringer werden.

    Längst ausgeschöpft: die Flächen in Kißleggs größtem Gewerbegebiet, in Zaisenhofen.

    Auch die kleineren Kißlegger Gewerbegebiete, wie an der Bahnhofstraße, bieten keinen Platz mehr.

    Doch schon Bautätigkeit auf dem zukünftigen IKOWA-Areal? Hier geht es um die Breitbandverkabelung.

    Text und Fotos: Ulli Stark

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    Ulli Stark
    veröffentlicht am
    03.07.2026
    Lesedauer: ca. 4 Minuten
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