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    Buntes Treiben im Schatten

    Das Pflasterspektakel verwandelt Wangen in eine lebendige Freiluftbühne

    Foto: Hans Reichert
    Los Hobos beim Pflasterspektakel in Wangen: Mit Akrobatik, Musik und viel Spielfreude ziehen sie das Publikum direkt vor St. Martin in ihren Bann.
    veröffentlicht am: 03.07.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Wangen Ein strahlend heißer Sommersonntag, malerische Kulissen und eine Innenstadt, die vor Leben und Lachen nur so pulsierte: Das diesjährige Pflasterspektakel hat Wangen im Allgäu am vergangenen Wochenende (28.6.) in ein riesiges, buntes Freilufttheater verwandelt. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen zog das internationale Straßentheater-Festival Scharen von Besuchern aller Altersgruppen an und erwies sich einmal mehr als grandiose Belebung der historischen Altstadt.

    Aufgrund der großen Hitze machten sich die Akteure flexibel auf die Suche nach schattigen Plätzen – und wurden fündig. Unter kühlenden Baumkronen und im Schutz historischer Mauern entfaltete sich ein Programm, das vor allem durch seine enorme Kinderfreundlichkeit und die direkte Nähe zum Publikum bestach. Die Zuschauer ließen sich nicht lange bitten: Sie zogen begeistert mit, lachten, sangen und wurden selbst Teil der Inszenierungen.

    Musikalischer Hühnerhaufen an der Eselsmühle

    Ein absoluter Publikumsmagnet war die Gruppe „Cock-Tales“ an der historischen Eselsmühle. Als herrlich skurriler, musikalischer „Hühnerhaufen“ maskiert, lieferten sich die Darsteller ein amüsantes Spektakel. Ein herrlich aufgeblusterter Gockel und witzig-zickige Glucken kommunizierten dabei nicht etwa mit Worten, sondern über die Töne von Saxophonen und Klarinette. Das Publikum wurde virtuos in das gackernde Treiben einbezogen, was reihenweise für Lacher sorgte.

    Herrlich verrückt: die Cock-Tales.

    Stummfilm-Flair und leises Drehen am Rathaus

    Gleich nebenan, an der Kirchenmauer von St. Martin, ging es nostalgisch weiter: Die Formation „Los Hobos“ betrat die Bildfläche. Gekleidet wie die heruntergekommenen Männer aus den New Yorker Hoboken-Hafenvierteln, wirkten die Künstler wie entsprungen aus einem Stummfilm von Charlie Chaplin. Mit einer Mischung aus Jonglage, waghalsiger Balance und herrlich frechem Slapstick verbreiteten die Tramps jede Menge Spaß und zogen junge wie alte Zuschauer gleichermaßen in ihren Bann.

    Direkt vor dem Rathaus wartete ein ganz besonderes Entschleunigungs-Highlight auf die Familien: Das „Karruzik“, ein rein motorloses Karussell. Angetrieben von Muskelkraft – ganz stilvoll durch einen venezianischen Gondoliere – drehte sich das nostalgische Gefährt leise im Kreis. Aus der Mitte des Karussells erklang dazu stimmungsvolle Live-Musik, die das verträumte Vergnügen perfekt machte.

    Lachen und Singen am Bächle

    Auch an der Stadtmauer, direkt vor dem kühlenden Bächle und im Schatten der dichten Bäume, drängten sich die Menschen. Hier zog der Ausnahmekünstler „Matthias Romir“ alle Register seines Könnens. Würde die schwierige Balance mit der Tasse und dem Ball gelingen? Klappt der Text zum Mitsingen? Romir verstand es meisterhaft, die anfängliche Spannung in pure Begeisterung zu verwandeln. Am Ende gab es kein Halten mehr: Alle Altersgruppen stimmten mit ein, sangen, lachten und feierten den musikalischen Poeten.

    Fazit: Das Pflasterspektakel hat Wangen an diesem heißen Sonntag auf charmante, kreative und verbindende Weise belebt. Ein rundum gelungenes Fest, das bewiesen hat, dass Kultur die Menschen auch bei Hitze zusammenbringt.
    Text und Fotos: Hans Reichert

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    veröffentlicht am
    03.07.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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