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Kickathon im Panoramasaal des Torfstechers

Einführung in die Welt der KI-Tools für Azubis und Studenten

Foto: Ulrich Gresser
veröffentlicht am: 19.06.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Bad Wurzach – Rund 70 Azubis, dual Studierende und SchülerInnen trafen sich auf Einladung des Bildungswerkes der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. zum Kickathon (oder Ki-Hackathon) Oberschwaben im Panoramasaal des Torfstechers, um in 19 verschiedenen Teams mit KI-Tools für ihren jeweiligen Betrieb praxisnahe Anwendungen zu generieren oder vorhandene Anwendungen zu optimieren.

Was ist ein KI-Hackathon, kurz KICKATHON genannt, eigentlich? In Zeiten der digitalen Transformation, bei der KI-Tools eine große Rolle spielen, stellt die Veranstaltung laut Definition des Veranstalters ein Tagesformat zum Lösen einer Arbeitsaufgabe mit KI dar.

Die für Wirtschaftsförderung in den jeweiligen Städten Zuständigen, in Bad Wurzach Stadtkämmerer Stefan Kunz, in Bad Waldsee Jule Wessely und in Leutkirch Thomas Stupka, hatten im Vorfeld der Veranstaltung fleißig die Werbetrommel gerührt. Neben den drei Städten engagierten sich daher das Versandhaus Walz aus Bad Waldsee, das Ingenieurbüro Fassnacht aus Bad Wurzach und die Firma SycoTec aus Leutkirch als Hauptsponsoren.

Wie bereits beim Wirtschaftsförderungsforum, das im vergangenen Herbst an gleicher Stelle stattfand, konnte als Partner für das Projektmanagement wieder Neuland+ Digital mit dem bewährten Moderatoren-Duo Annika Hiller und Philipp Kahl gewonnen werden. Für die technische Umsetzung zeichneten seitens des Bildungswerkes der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. Michael Elbs, der ohne Übertreibung als Masterbrain der Veranstaltung bezeichnet werden kann und Ramona Schlesier verantwortlich. Ihnen zur Seite stand mit Lukas Häfele ein in Bad Wurzach bekanntes Gesicht.

Es beginnt die praktische Phase

Dienstagmorgen, 9.00 Uhr: Im Panoramasaal des Torfstechers in Bad Wurzach herrschte reges Treiben. Laptops wurden ausgepackt und mit den auf den diversen bereitgestellten Monitoren synchronisiert. Endlich war es soweit: Der von den Städten Bad Waldsee, Bad Wurzach und Leutkirch durchgeführte interkommunale KI-Hackathon Oberschwaben 2026 (Motto: Ein Tag, Ein Team, Eine echte KI-Lösung) ging in die praktische Phase.

Die Azubis und Werkstudenten der bereits genannten Städte bildeten ein gemeinsames Team. Sie hatten es sich zur Aufgabe gestellt, für den Tourismus einen Allgäu Guide mit durch KI verbesserten Funktionen zu erstellen.

Als weitere local heros aus Bad Wurzach beteiligten sich die Steuerberatungsgesellschaft Mayinger, Gschwind, Reischmannn, Fassnacht Ingenieure und Oberland M&V. Aus Bad Waldsee waren Teams von Netze BW, Mast Kunststoffe, Ernst Granzow GmbH und natürlich vom Versandhaus Walz dabei, das gleich mit zwei Teams am Start war. Aus Leutkirch war neben dem städtischen Team noch eine Gruppe vom größten Arbeitgeber der Stadt, dem Elektrotechnik-Hersteller Elobau mit dabei. Aus dem Landkreis Biberach hatten neben Lämmle Holzbau aus Rot an der Rot, der Mannschaft des Grünteam aus Hummertsried auch ein Team von Handtmann Service aus Biberach und von SHW Automotive aus Bad Schussenried ein Team gemeldet. Ein ähnlich prominenter Vertreter kam aus dem Schussental, mit RAFI aus Ravensburg. Die J. Wagner GmbH aus Markdorf, die Knoll Maschinenbau GmbH aus Bad Saulgau, Sommerantriebs- & Funktechnik mit Sitz in Kirchheim Teck und die Feestool Group aus Wendlingen vervollständigten das Teilnehmerfeld.

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Eine Woche vor dem Hackathon-Tag erhielten die Angemeldeten online die Gelegenheit, ihre Ideenkonzepte für den Tag vorzustellen und die Möglichkeiten der Umsetzung mit den Technikmoderatoren zu besprechen und vorab die Teams zu bilden.

Nach einer Einführung mit der Vorstellung des Tagesablaufes durch Michael Elbs und Ramona Schlesier sowie der zur Verfügung stehenden KI-Tools gingen die Teams an Werk und hatten bis zirka 14.45 Uhr – abzüglich einer angemessenen Mittagspause, in der sie vom Team des Torfstechers bestens verköstigt wurden – Zeit an ihren „Use-Cases“, an ihren selbstgestellten Aufgaben zu feilen.

Ab 15.30 Uhr erfolgten dann die Präsentationen, zu denen natürlich auch die Ausbilder der jeweiligen Firmen mit dazu stießen, um die einzelnen Präsentationen zu bewerten. Ebenfalls dabei die drei Wirtschaftsförderer der drei an der Organisation beteiligten Städte.

Da in der Ausschreibung des Kickathons darauf hingewiesen worden war, dass IT-Kenntnisse nicht erforderlich seien, war die Bandbreite des Know-How um KI-Tools groß. Immerhin mehr als die Hälfte der Teilnehmer hatte schon mit KI-Programmen Erfahrungen gesammelt, wie eine Umfrage der Moderatoren bei der Einführung ergab. So reichten die Lösungen von einer KI-unterstützten verbesserten Auftragsabwicklung über ein Azubi-Cockpit bis hin zur Steuerung eines Roboterarmes.

Während die meisten Teams KI im kaufmännischen Bereich einsetzten, waren die beiden Siegerteams fast IT-Profis. Ein wenig spiegelten die vom Publikum gekürten Siegerteams auch diese Anwendungsbereiche wider. Der Roboterarm vom Team Rafi funktionierte perfekt, wie die Jungs mit einem in die Präsentation integrierten Video zeigen konnten. Auch das Team von Handtmann Service überzeugte mit seinem Azubi-Cockpit. Das vom Publikum auf Platz zwei gesetzte Team von Netze BW lag anwendungstechnisch zwischen den kaufmännischen Lösungen der beiden drittplazierten Teams und den „Programmierprofis“ von Rafi. Die Lösungen der Damen des Grünteams als auch diejenigen des ebenfalls zum Großteil weiblichen Teams des Versandhaus Walz waren auf Verbesserung im kaufmännischen Bereich ausgerichtet.

Erfrischend ehrlich war die Präsentation des Teams Steuerbüro Mayinger, Gschwind, Reischmann – sie hielten mit ihrer Kritik nicht hinter dem Berg: Die Anwendungen erwiesen sich als umständlicher als erwartet und sie enthielten viel reines Programmieren.

Trotzdem kamen sie zu dem Schluss: „Das Ergebnis funktioniert, wir können es im Alltag als Hilfe verwenden: Zweck erfüllt!“
Bericht und Bilder: Uli Gresser

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