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Wangen – Der Giebelsaal in der Galerie in der Badstube war vollbesetzt, als am Samstag mit der Vernissage die Ausstellung „Kunst aus Vorarlberg – Liegt das Gute doch so nah“ eröffnet wurde. Kein Wunder: Neben den Kunstfreunden aus Wangen und Umgebung hatten sich auch zahlreiche Freunde aus Österreich unter die Gäste gemischt.
„Passend für den Europatag“ nannte Oberbürgermeister Michael Lang in seiner Begrüßung Titel und Inhalt der neuen Ausstellung, die auf diesen Jahrestag fiel. Auch in der Anwesenheit von Dr. Barbara Schöbi-Fink, Landesrätin in der Vorarlberger Regierung, sah er ein „schönes Zeichen für Europa“. Er lobte das Land Vorarlberg „als großartiges Vorbild in der Kunstförderung“ und freute sich über die Vernetzung der verschiedenen und nah beieinanderliegenden Kunstszenen. Unter den 18 ausgestellten Kunstschaffenden ist auch der aus Neuravensburg stammende und in Lustenau lebende Albrecht Zauner. Seinen Dank richtete OB Lang an Herbert Aselmann, der die Ausstellung im Ehrenamt verantwortete, sowie an Co-Kurator Erhard Witzel.
Ihn stellte Barbara Schöbi-Fink als „engagierten Galeristen“ vor. Die aktuelle Schau zeige eine „Bandbreite starker Positionen“ und sie zeige, dass Kunst ein starkes verbindendes Element über Grenzen hinweg sei. Das konnte man auch sehen am Besuch des Präsidenten der Bregenzer Festspiele, Hans-Peter Metzler sowie der neuen Kulturamtsleiterin in Dornbirn, Christiane Zaunmair.
Die Einführung in die Ausstellung eröffnete Sarah Kirsch, Präsidentin der Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs, mit dem Hinweis auf die rot-weiß-rote, sehr informative und kostenlose Broschüre zur Ausstellung. Sie enthält eine kenntnisreiche Hinführung zur Kunst im Nachbarland von Herbert Aselmann mit besonderem Blick auf die 18 ausstellenden Kunstschaffenden sowie Kurzporträts und die jeweils gezeigten Werke.
18 Kunstschaffende
Viele Wangener empfinden Vorarlberg als direkte Nachbarschaft. Wie nah man sich wirklich ist, machte Sarah Kirsch bewusst, die Google Maps befragt hatte: zum nördlichsten Punkt der südlichen Nachbarn – Hohenweiler – sind es gerade mal 13 Kilometer. Die jetzige Ausstellung, so die Expertin, sei das Gegenstück zu einer Schau, die es 2014 bereits in Lauterach unter dem Titel „Schwabenblicke“ gegeben habe. Herbert Aselmann sei es ein Anliegen gewesen, einen Einblick in das Vorarlberger Kunstschaffen zu geben. So sei die Wahl auf die 18 Kunstschaffenden gefallen, die mit je zwei bis vier Werken präsent sind. Diese stammen aus verschiedenen Werkzyklen und geben „nicht nur einen Querschnitt der einzelnen künstlerischen Positionen, sondern auch einen Querschnitt über ein Jahrhundert künstlerischen Schaffens in Vorarlberg wider“, sagte sie. Der älteste beteiligte Künstler ist Jahrgang 1893, die jüngste Künstlerin wurde 1994 geboren. Der Abstand beträgt also 101 Jahre. Blicke man auf die Entstehungszeiten der Werke, dann lägen diese zwischen den 20er Jahren des 20. und den 20er Jahren des jetzigen Jahrhunderts – wiederum 100 Jahre Abstand.
Anschließend nahm sie die Gäste mit auf einen Rundgang im Geiste durch die Ausstellung, der vor allem eines zeigte: „Es gibt nicht DIE Vorarlberger Kunst.“ Die Werke stehen im Dialog, zeigen sie doch die unterschiedlichen Generationen, Materialien, Bildsprachen und Haltungen, wie Sarah Kirsch sagte. Sie haben nur eines wirklich gemeinsam, den kulturellen Hintergrund von Vorarlberg als Grenzregion im Vierländereck: „ein Ort des Austauschs, aber auch des eigenständigen Denkens“.
Ihr Resümee: „Vielleicht zeigt die Ausstellung auch, dass Kunst Grenzen überschreiten kann, geografische ebenso wie zeitliche.“ Die Ausstellung „Liegt das Gute doch so nah“ dauert bis 6. September 2026.
Öffnungszeiten
Info: Die Ausstellung ist Dienstag bis Freitag, an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr und samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Neu: Jeden 1. Freitag im Monat ist der Eintritt frei!































