Bad Wurzach – Die Kirchengemeinde-Reform nimmt immer klarere Konturen an: Zur Seelsorgeeinheit Bad Wurzach mit ihren zehn Kirchengemeinden werden die Pfarreien Treherz, Aitrach und Mooshausen dazukommen. Das teilte Stefan Maier, der Leitende Pfarrer der Seelsorgeeinheit Bad Wurzach, in einem Pressegespräch am Dienstag mit. Die zuständigen Gremien sind schon seit längerem in die Überlegungen eingebunden.
Im Rahmen des diözesanen Prozesses „Kirche der Zukunft“ ist die Diözese gezwungen, aufgrund von Rückgang der Katholikenzahl über den demographischen Wandel, über Austritte und Rückgang bei den Taufen, damit verbunden wegen des Rückgangs bei der Kirchensteuer, auch wegen des Personalrückgang in den pastoralen Berufen, ihre Verwaltung und Organisation zu verschlanken, das heißt: größere Kirchengemeinden zu bilden.
Pfarrer Stefan Maier erläuterte den Stand der Umorganisation, um die von der Diözese vorgegebene Gesamtzahl von 50 bis 80 Kirchengemeinden anstelle der aktuell 1025 zu erreichen. „Es geht jetzt darum, die Seelsorgeeinheit Bad Wurzach und die SE Aitrachtal zu einer großen Gemeinde zu vereinen.“ Die Methode dazu nennt er Union: Eine Kirchengemeinde – St. Verena Bad Wurzach – bleibt nominell bestehen und nimmt alle weiteren auf, so dass künftig ein einziger Gesamt-Kirchengemeinderat über die Geschicke der – in diesem Fall –13 Kirchorte entscheiden wird.
Neu zur bisherigen Seelsorgeeinheit Bad Wurzach mit ihren zehn Kirchorten werden die Pfarrgemeinden von Aitrach, Treherz und Mooshausen dazustoßen. Bei der Konferenz der leitenden Pfarrer in Deuchelried am 25. Februar 2026 wurde deutlich, wie sich diese drei Gemeinden entschieden haben, aber auch, dass die beiden anderen bisher zur SE Aitrachtal gehörenden Gemeinden Aichstetten und Altmannshofen sich der Kirchengemeinde St. Martin Leutkirch anschließen wollen. Tags darauf stimmten die 63 Kirchengemeinderäte der zehn Bad Wurzacher Pfarreien zu, die drei Kirchengemeinden aus der Seelsorgeeinheit Aitrachtal aufzunehmen. Damit war das Votum der Seelsorgeeinheit zur neuen Raumschaft abgeklärt.
Zwei Wochen später, am 12. März, trafen sich alle Gewählten Vorsitzenden und die Pfarrer der Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Bad Wurzach und der drei aufzunehmenden Gemeinden zu einem ersten Kennenlernen im Pius-Scheel-Haus. „Es ist ein sehr netter Abend geworden“, betont Pfarrer Stefan Maier.
Am 27./28. November gibt der Diözesanrat das Votum für die entsprechenden Raumschaften ab. Zwischen Januar 2027 und Januar 2029 oder 2030 werden die Schritte umgesetzt, die dann zur Bildung der neuen Körperschaften führen werden.
Die SE Bad Wurzach wächst um 1582 Katholiken
Damit wird die Seelsorgeeinheit Bad Wurzach mit ihren aktuell 8343 Mitgliedern um die 1186 Katholiken aus Aitrach, die 244 aus Treherz und die 152 aus Mooshausen erweitert. Die bisherigen Pfarrgemeinden Arnach, Dietmanns, Eggmannsried, Eintürnenberg, Haidgau, Hauerz, Seibranz, Unterschwarzach und Ziegelbach hören damit auf, Körperschaften des Öffentlichen Rechts zu sein. Sie waren selbständige Einheiten seit dem Mittelalter. Mit dem Ende als juristische Personen endet auch die Existenz der entsprechenden Kirchengemeinderäte. Es ist aber daran gedacht, Ortsausschüsse zu bilden. Welchen Namen die neue kirchliche Raumschaft Bad Wurzach-Aitrachtal letztlich trägt, ist noch offen. Das kann eine geografische Bezeichnung sein, sie kann aber auch nach einem Schutzheiligen benannt werden oder es gibt noch andere Lösungen.
Uli Gresser








