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Sepp Mahlers 125. Geburtstag

Starker Besuch im Sepp-Mahler-Haus

Foto: Foto: Rupert Leser / © Sepp-Mahler-Archiv
Sepp Mahler mit dem 1927 entstandenen Bild „Siechenhaus“. Das Foto wurde um 1970 gemacht, als die Siechenlinde nicht mehr vorhanden war. Sie war 1966 einem Sturm zum Opfer gefallen. 1973 wurde ein Ersatzbaum gepflanzt.
veröffentlicht am: 14.09.2026
Autor: dbsz
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Bad Wurzach (dbsz) – Am 30. Mai 1901 wurde Sepp Mahler im Wurzacher Leprosenhaus geboren – also vor 125 Jahren. Dieser Geburtstag wurde nun gefeiert: am 12. September im barocken Treppenhaus des Wurzacher Schlosses und am 13. September im Sepp-Mahler-Haus im Rahmen des Tages des offenen Denkmals Die Bildschirmzeitung war bei der Feierstunde im Treppenhaus zugegen und hat darüber schon berichtet („Er konnte auch mit Worten malen“; siehe „Lesen Sie hierzu auch …“ am Ende dieses Artikels). Auch über den Tag der offenen Tür am 13. September haben wir schon einen Artikel verfasst („Die offene Tür“; siehe „Lesen Sie hierzu auch …“). Ein weitere Bericht über die Feierstunde im Treppenhaus ist in Vorbereitung.

Das Treffen im Treppenhaus am Samstag um 17.00 Uhr war ein musikalisch-literarischer Geburtstagsbesuch der besonderen Art werden. Festredner war Walter Frei (Ehingen), ein herausragender Sepp-Mahler-Rezitator. Musikalische Geschenke kamen von Pedro Jiménez Laux und Kaan Kara. Die Begrüßung erfolgte durch Adelgund Mahler. Veranstalter war der Förderkreis Kulturdenkmal Sepp-Mahler-Haus e. V.

13. September: Tag des offenen Denkmals

Am 13. September, dem Tag des offenen Denkmals, war das Sepp-Mahler-Haus von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Zu sehen war eine Ausstellung, die die Torfgewinnung am Beispiel der Familie Mahler darstellt und so ein Stück Wurzacher Industriegeschichte deutlich macht. Die Sonderausstellung trägt den Titel „Vernetzung und Infrastruktur von Wirtschaftswesen und Torfindustrie in Wurzach“. Die Dauerausstellung im Torfmeisterzimmer wird durch eine Installation in der Pergola des Naturgartens ergänzt, in der auch das damals vielbeachtete „Jahr der Torfarbeit“ (1997) noch einmal auflebt. F

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Die Familie Mahler

Die Industriegeschichte Wurzachs, insbesondere die Torfgewinnung und -verarbeitung, bildet sich wie in einem Brennglas ab in der Familiengeschichte des Josef Mahler, eines gebildeten Mannes, der im 1880 gegründeten Fürstlich-Waldburg-Wurzach‘schen Torfwerk als erster Torfmeister wirkte. Mahlers Frau leitete die Kantine des Torfwerks, sein Sohn aber, der 1901 zur Welt gekommene »Sepp« Mahler, wurde später Chronist und »Expressionist« für eine Generation von Moorbauern und Torfarbeitern und setzte mit Mitteln der Kunst jene Achtung vor dem Eigenrecht der Natur fort, das bereits den Vater beseelte. Der baute 1903 ein Bürgerhaus an der Ravensburger Straße, das heute als Kulturdenkmal von diesen Entwicklungen zeugt und sie im Torfmeisterzimmer mit Exponaten (Gerätschaften, Kontobücher, Fotografie Zeiler Torfwerk ab 1898) erlebbar macht.

Adelgund Mahler hatte 1997 zum Jahr der Torfarbeit mit einer Publikation und weiteren Projekten zur Erhaltung und Würdigung dieser Geschichte wesentlich beigetragen. So wurden die Erinnerungen der letzten Torfabeiterinnen im Rahmen eines mehrjährigen Oral-history-Projekts für die Nachwelt festgehalten.

Heute gehört das Kulturdenkmal Sepp-Mahler-Haus zusammen mit dem Leprosenhaus-Museum und dem Oberschwäbischen Torfmuseum zu den historischen Denkmalen, die eine genuin wurzach’sche Konstellation erlebbar machen („und denen man, nebenbei bemerkt, eine synergetische Belebung sehr wünschen würde!“ / Martin Wolf). Adelgund Mahler macht die Vernetzung der Themen Torfarbeit, Umwelt-, Sozial- und Kulturgeschichte mit dem Werk von Sepp Mahler in gewiss einzigartiger Weise anschaulich und nachvollziehbar. Sie freut sich auf Gespräche mit bekannten und neuen Gästen und wird am Tag des offenen Denkmals selbst durch die Ausstellung führen.

Das Sepp-Mahler-Haus in der Ravensburger Straße in Bad Wurzach wurde im Jahre 1903 von Torfmeister Josef Mahler, dem Vater des Künstlers, gebaut. Das Porträt des Vaters schuf der 19- oder 20-jährige Sohn ums Jahre 1920 – vier, fünf Jahre nach dem Tod des Vaters. Das Foto des Kulturdenkmals Sepp-Mahler-Haus (Gartenseite) stammt von Herbert Geiger.

Heuer gab es zwei Sepp-Mahler-Ausstellungen

Heuer gab es zwei Sepp-Mahler-Ausstellungen: in der Lände in Kreßbronn und im DGB-Haus in Stuttgart. Bildschirmzeitungsreporter Herbert Eichhorn hat beide besucht. Nachstehend unter „Lesen Sie hierzu auch …“ finden Sie seine Eindrücke.

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