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Jump, Run & Drive in Hauerz

Pferdespaß und ein ganz besonderer Moment

Foto: Uli Gresser
veröffentlicht am: 09.09.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Hauerz – Ein Höhepunkt beim viertägigen Hauerzer Pferdefestival ist seit 2005 stets am Samstagabend bei Flutlicht das große Spektakel „Jump, Run & Drive“. Heuer war ein besonderer Moment dabei, der selbst dem Turniersprecher kurzfristig die Sprache verschlug: ein Heiratsantrag vor 1000 Leuten.

21 Teams, also zwei mehr als im Vorjahr, nahmen den Spaß-Wettbewerb unter die Hufe, die Beine bzw. die Räder. Damit konnte der Veranstalter auch erstmals vier Abteilungen bilden: Pony Zweispänner, Pony Einspänner, Großpferde Zwei- und Einspänner mit so klingenden Namen wie die Pony-Gang, die Roten Flitzer oder Gack Quartett waren in diesem Jahr am Start, und damit 50 % mehr als im Vorjahr.

Den Auftakt für jedes Team setzte dabei jeweils eine Reiterin oder ein Reiter, die einen Springparcours bewältigen mussten. Nachdem diese(r) die Ziellinie überquert hatte, war der Läufer an der Reihe: Angeseilt an ein knapp bemessenes Bungee-Seil musste er zunächst zwei Bälle einsammeln, danach auf einer Wasserrutsche ein Hindernis unterqueren, um danach noch versuchen, mit drei Versuchen einen Fußball in einem Eimer zu versenken. Schaffte er es nicht in den drei Versuchen, gab es vier Strafsekunden, die auch sofort auf die Endzeit aufaddiert wurden. Mit dem Abklatschen des Beifahrers wurde der Weg frei für die Kutsche mit ihren zwei- und vierbeinigen Protagonisten. Die Kutsche hatte danach einen Parcours zu umrunden, bei dem es vor allem auf Geschicklichkeit und Ausdauer ankam. Dieser bestand aus kleinen Pylonen, auf denen kleine Bälle lagen. Je nach Kutschentyp variierte die Durchfahrtsbreite zwischen 160 und 185 cm. Fiel einer der Bälle, gab es wie bei einem Abwurf im Springparcours 4 Strafsekunden, die sofort auf die Laufzeit aufaddiert wurde und somit nach dem Zieleinlauf bereits das tatsächliche Endergebnis des jeweiligen Teams auf der großen Videowall erschien.

Vom Zwergpony bis zum Großpferd

Pferdemäßig waren vom Zwergpony-Gespann, sowohl als Einspänner als auch als Zweispänner, bis zum Großpferd alle Pferdegrößen am Start. Der Fahrparcours war für alle sehr fair. Denn während die wendigen Ponygespanne Vorteile in engen Kurven und Kehren hatten, waren die Großpferde naturgemäß bei den Geschwindigkeitsstrecken im Vorteil.

Einmal stockte an diesem Abend den rund 1000 Zuschauern, die das Spektakel angelockt hatte, der Atem, als ein Läufer, nachdem er zweiten Ball aufgenommen hatte, vom Zuggewicht des Seiles beim Rückwärtslaufen überrascht wurde, stürzte und danach verletzt liegenblieb. Sofort waren Ersthelfer bei ihm, danach wurde er von den anwesenden Sanitätern behandelt und als Vorsichtsmaßnahme ins Krankenhaus gebracht. Die Zeit wurde nach dem Reiter gestoppt und ein rasch gefundener Ersatzmann rettete das Team vor dem Ausscheiden.

Der Klatsch-O-Meter

Eine weitere Neuerung war die Einführung des Klatsch-O-Meters-Sonderpreises: Nach jeder Abteilung durften die Kutschen noch einmal einfahren und nach Aufruf durfte das Publikum für das jeweilige Team applaudieren – das Team mit der höchsten Dezibel-Zahl erhielt am Ende den Sonderpreis.

Will you marry me?

Eine besondere Überraschung – selbst für den Stadionsprecher – hatten vier Reiter und ein Kutschenteam vor der Siegerehrung parat: Auf den weißen T-Shirts der Reiter prangte je ein Wort: Will – You – marry – me. Der Beifahrer der Kutsche, David Ganal, ließ sich ein Mikrophon geben, rief seine Angebetete Gina Pfeiffer – beide sind Mitglied im PSV Leutkirch-Haid – zu sich, kniete formvollendet vor sie in den Sand und hielt um ihre Hand an. Und nachdem die zukünftige Braut ja gesagt hatte, brandete begeisterter Jubel auf.

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Ein besonderer Moment. Foto: Dr. Bernd Mattiske

Schnellstes Team der ersten Abteilung war das Team der Mehlstaubflitzer, das mit seinem Pony-Zwei-Spänner den Parcour in 128,84 Sekunden bewältigte. Ihm folgten „The Boos Pony Team II“ mit 146,07 Sekunden. „Flotti Karotti“ schaffte es in diesem Jahr mit nur 1,3 Sekunden Rückstand auf den Bronzerang. Die weiteren Plätze belegten hier „Die Überflieger“ vor dem Team „Schnapsidee“ und „Hoppala“, das als erstes Team überhaupt auf die Strecke geschickt worden war.

Die zweite Abteilung mit den Großpferden-Einspännern war ebenfalls mit sechs Teams gut besetzt. Hier gewann das Team „Glitzer-Flitzer“ mit der Tagesbestzeit von 124,55 Sekunden mit 1,1 Sekunden Vorsprung vor dem Team „Die Roten Teufel“. Die Besonderheit: Bei beiden saß Melanie Blas als Reiterin im Sattel. Das drittplatzierte Team nannte sich „Die Harten kommen wieder“, hatte aber bereits einen großen Rückstand. Die Plätze vier bis sechs erreichten das „Fjordkutschteam MB feat. Reitverein Gennachtal“, „Fuchs du hast hast das Gas gestohlen“ und „Die Planlosen Profis-alt“

„Lea und die wilden Kerle“ gewannen bei den Pony-Einspännern in 148,73 Sekunden. Platz zwei ging ebenfalls mit nur knapp 1,5 Sekunden Rückstand an „The Boos Pony Team I“. Platz drei sicherte sich das Team „Die Planlosen Profis-jung“, Platz vier ging an „Sprungbereit und fahrverrückt“ vor den heimischen „Sandkastenrocker“

Die Wertung „Großpferde Zweispänner“ gewann das Team „Die Allgäuer Haferflitzer“ und blieb mit der Zeit von 129,09 Sekunden deutlich vor den Mitkonkurrenten. „12 Hufe und zwei Beine kamen in dieser Wertung auf Platz zwei. Auf den dritten Platz kam das Team „Wurzacher im Galopp und Sprint“ und das Feld komplettierten in dieser vierten Abteilung die „Steinentaler Black Pearls“.

Mit 21 Teilnehmenden Teams und vier Abteilungen hatten Vorstand Josef Dobler Jr. und die Richter bei der gemeinsam vorgenommenen Siegerehrung alle Hände voll zu tun.
Bericht: Uli Gresser / Fotos: Uli Gresser, Andre Jäger (3), Dr. Bernd Mattiske (2)

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