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Ein großes Fest für die Ortschaft

Halleneinweihung in Seibranz

Foto: Uli Gresser
Gruppenbild mit Ortsvorsteherin: Politiker, der Pfarrer, Ortschaftsräte, Vereinsvertreter – alle freuen sich über das gelungene Werk.
veröffentlicht am: 13.09.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 6 Minuten

Seibranz – Nach zweijähriger (Um)bauzeit konnte die Ortschaft Seibranz mit ihrer rührigen Ortsvorsteherin und ihren vielen am Bau beteiligten Vereinen nun an diesem Sonntag (13.9) gemeinsam mit vielen Festgästen die Einweihung ihres neuen Schmuckstückes von einer Turn- und Festhalle feiern.

Zum Auftakt zelebrierte Stadtpfarrer Stefan Maier in der Pfarrkirche St. Ulrich einen vom Kirchenchor musikalisch gestalteten Festgottesdienst, wobei er in seiner Predigt großes Augenmerk auf das Thema Bauen und Bausteine legte. „Es sind die Menschen, die sich in die Gemeinschaft als lebende Bausteine einbringen.“ Es seien Menschen, die über den Tellerrand hinausblicken können, die sich in einem bunten Miteinander füreinander einbrächten. Die Halle sei das Haus auf dem Felsen dieser Gemeinschaft, um sich zu vernetzen. Die äußere Gemeinschaft sei nun mit dieser Renovierung auf viele Jahre gesichert. Es liege nun an den Menschen, diese im Inneren durch Veranstaltungen mit Leben zu füllen und lebendige Steine eines geistigen Hauses zu werden.

Die Fahnenabordnungen von Musikkapelle, Männerchor und Feuerwehr setzten sich nach dem Gottesdienst an die Spitze des Festzuges (Bild), musikalisch begleitet von der Musikkapelle, der dann die kirchliche Abordnung mit Pfarrer und Ministranten folgte, an die sich die Vertreter der politischen Gemeinde –  Bürgermeister Florian Schiller und Ortsvorsteherin Petra Greiner sowie Gemeinderäte und Ortsvorsteher der anderen Ortschaften – anschlossen.

Mit der Segnung sämtlicher Räume der Halle durch Pfarrer Stefan Maier (Bild) ging es weiter.

Der Dank der Ortsvorsteherin

Ortsvorsteherin Petra Greiner, die später von ihrem stellvertretenden Ortsvorsteher Roland Eisenbarth als das Zugpferd bei der Hallensanierung bezeichnet wurde, eröffnete den Reigen der Ansprachen. Sie skizzierte darin den langen Weg bis zu diesem Festtag, der praktisch das Ergebnis eines Bürgerworkshops war, bei dem herausgearbeitet worden war, wo in der Gemeinde die Prioritäten gesetzt werden sollten. Dabei rangierte die Halle ganz weit oben. Danach wurde als Ziel ausgegeben, „dass alle Nutzer sich in der Halle wiederfinden sollten.“ Die Nutzer für den Sport sollten sich ebenso wohlfühlen wie die für Musik und Kultur. Was nicht immer ein leichtes Unterfangen war, wie sich bei den Überlegungen rasch herausstellte. Nachdem man die Fragen zur Finanzierung geklärt hatte, kam Corona. Dennoch kam vom Bund die Zusage von 1,4 Millionen €, das Land war bereit, 708.000 € beizusteuern und später noch einmal 147.000 €. Damit war die Grundlage für eine solide Finanzierung gegeben. Insgesamt hat die Halle 4,4 Millionen Euro gekostet. Ebenfalls ein großer Dank ging an die Gemeinderäte als politisch Verantwortliche, „denn so eine Entscheidung trifft man nicht so nebenbei.“ Ortsvorsteherin Greiner versicherte: „Das Geld ist, wie Sie sehen können, gut investiert.“ Die Planungs- und Bauzeit habe sie eines gelehrt: Geduld. „Obwohl das nicht zu meinen Haupteigenschaften zählt.“ Und des weiteren: Nicht aufgeben. In der zweijährigen Bauzeit hätten dann Hauerz und Ziegelbach für Veranstaltungen ihre Hallen und Räume zur Verfügung gestellt. Und auch die Schule habe den Vereinen ausgeholfen. Wofür sie den Verantwortlichen ausdrücklich dankte.

„Ein Juwel“

„Die Halle ist wirklich ein Juwel geworden“ – mit diesen Worten schloss Petra Greiner (Bild) ihre Ansprache. Das Lob der Besucher sei für den Ortschaftsrat der beste Lohn. Im Übrigen komme der Erlös des Festes ebenfalls der Halle zugute: Alle Vereine stemmten das Fest ehrenamtlich, stellten also nicht nur Zeit und Arbeitskraft zur Verfügung, sondern förderten mit dieser Aktion auch den Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Wofür die zahlreichen Mitarbeitenden mit einem besonders intensiven Applaus belohnt wurden.

Getragen von der Gesamtgemeinde

Bürgermeister Florian Schiller (Bild) sagte nach einem weiteren Musikstück der Musikkapelle Seibranz, die für die musikalische Begleitung sorgte, dass zur Zeit viele Sanierungen zu stemmen seien. Er zählte auf, wieviele Planer an der Sanierung ­– zwölf – beteiligt waren und dass 35 Handwerksfirmen mitgewirkt haben. „Aber Sie können auf das Ergebnis stolz sein, denn die Halle hat in allen Bereichen gewonnen.“ Dass fast alle Ortsvorsteher an diesem Tag dabei seien, zeige, dass das Projekt von allen Teil-Gemeinden mitgetragen werde. „Ich war zwar nicht beim Säen dabei, dafür aber bei der Ernte“, schloss der Bürgermeister sein Grußwort mit einem Schmunzeln.

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Auch MdB Wolfgang Dahler und MdL und Staatssekretär Raimund Haser sprachen einen großen Dank an die Gemeinde aus. Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Dahler (CDU) sagte als Nachfolger des ebenfalls anwesenden MdB a.D. Josef Rief in seinem Grußwort: „Es ist wichtig, dass wir als Staat solche Projekte unterstützen. Denn wir tun dies für zukünftige Generationen.“

Haser lobt den Gemeinsinn

Staatssekretär und MdL Raimund Haser dankte zunächst Josef Rief, der im Haushaltsausschuss des Bundestages in dieser Sache viel bewegt hatte. Diese Sanierung der Halle zeige, dass nicht alles an unserer Infrastruktur schlecht sei, wie aktuell überall behauptet werde. Man müsse bei allem Ärger über marode Straßen und anderen Infrastruktureinrichtungen wissen, dass diese während des Wiederaufbaus nach dem Krieg etwa zur selben Zeit entstanden seien und daher auch etwa zur selben Zeit am Ende ihrer Lebenszeit angelangt seien. Er sei stolz auf die Vereine, die hier die Lebensqualität verbesserten. „Erhaltet Euch den Gemeinsinn als Landbewohner“, rief er ihnen zu.

Die Kinder des St. Ulrich-Kindergartens (Bild) sangen für die Gäste das Hohelied auf die Halle, nachdem am Vortag die Grundschule beim Familientag einen ähnlichen musikalischen Auftritt gehabt hatte.

Über den Familientag bringen wir hier in der Bildschirmzeitung einen gesonderter Bericht.

Die Vorhang-Kurbel

Apropos Auftritt: Petra Greiner übergab in einer kleinen Zeremonie Willi „Willi Bu“ Butscher die Vorhang-Kurbel (Bild) und den Schlüsselbund der Halle. Dinge, die sein Vorgänger als Hausmeister gehütet hatte wie seinen Augapfel.

Der Wespenschwarm

Dies konnte auch Herbert Sgier (Bild), der viele Jahrzehnte als Schulleiter an der Seibranzer Schule tätig war und der einige Anekdoten aus dieser Zeit zum Besten geben konnte, bestätigen. Er zeigte sich beeindruckt, was aus dem Projekt „Turn- und Festhalle “ geworden sei. Denn auch er habe 10 bis 15 Jahre seines Schulleiterlebens für eine Sanierung des 1965 gebauten Gebäudes gekämpft, das nun in die Jahre gekommen sei. So berichtete er von einem über Nacht herabgestürzten Fenster, von Wasserpfützen auf dem Hallenboden, undichten Fenstern, durch die sich schon einmal ein Wespenschwarm Zutritt verschafft hatte und die Schüler beim Sport in Angst und Schrecken versetzt hatte. Oder aber die Geschichte von einem faustgroßen Loch in einem Fensterrahmen mitten im Hochwinter, das die Hallentemperatur weit unter die vorgeschriebenen 16 Grad fallen ließ. „Die Zeiten sind für solche Sprüche vorbei wie etwas diesen: „Habt ihr schon die Eispickel parat gelegt, um das Lehrschwimmbecken vom Eis zu befreien?“ Auch er dankte Petra Greiner, die eine besondere Gabe habe, Leute so zu motivieren, „dass sie solche Projekte voranbringen können.“ Den Ortschaftsräten und Vereinsverantwortlichen gab er auf den Weg: „Hegt und pflegt das gute Stück.“

Mit gegenseitigen Geschenken bedachten sich Ortsvorsteherin und ihre Ortschaftsräte, ehe die siebenköpfige Brass Band „Brass Express“ aus der Raumschaft Leutkirch für einen musikalischen Schlusspunkt sorgte.
Text und Fotos: Uli Gresser

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