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Beitrag am 17. Juli um 19.30 Uhr im SWR

Für 333 kleine Moorfrösche beginnt jetzt im Wurzacher Ried der Ernst des Lebens

Foto: Uli Gresser
Ein besonders gut genährtes Exemplar in der Hand von Moritz Ott.
veröffentlicht am: 15.07.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Bad Wurzach – Moritz Ott vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) setzte mit seinem Team aktuell 333 in seiner Aufzuchtstation in Langenargen aufgepäppelte kleine Moorfrösche im Rahmen der Biodiversitätsstrategie des Landkreises Ravensburg zur Arterhaltung im Wurzacher Ried aus.

Der ausgewachsen bis zu sechs Zentimeter große Moorfrosch zählt zu den kleinsten Braunfroscharten und ist die meiste Zeit im Jahr recht unscheinbar. Sein braun gefärbter Rücken tarnt ihn perfekt in seinem Lebensraum – dem Moor. Doch an wenigen Tagen im Frühjahr ist im ansonsten blassen Schilf etwas Besonderes. Moorfrösche blubbern oder glucksen ganz leise und sind teilweise nur wenige Meter weit zu hören.

Moritz Ott mit einem Exemplar des Moorfrosches

Um diese Art vor dem Aussterben zu bewahren, wurde bereits 2019 vom LEV Ravensburg mit großer Unterstützung des Bau- und Umweltamts und des Regierungspräsidiums Tübingens die Erarbeitung einer Schutzkonzeption in Auftrag gegeben. Die 2020 erfolgte Kartierung zeigte die sehr prekäre Lage der Moorfrosch-Art im Wurzacher Ried auf. Im darauffolgenden Frühjahr wurden dann gerade einmal zwei Laichballen á rund 500 Eier gefunden, viel zu wenig ,um das Überleben der Art in der freien Natur aus eigener Kraft zu sichern. Diese wurden damals für die Aufzucht dann nach Langenargen gebracht, wo Moritz Ott und seine Helfer sie dann in einem Foliengewächshaus geschützt vor natürlichen Fressfeinden aufzogen.

Das Projekt ist inzwischen, großzügig von der Heimatstiftung der Kreissparkasse und dem Landratsamt-Dezernat Umwelt unterstützt, eine Erfolgsgeschichte: Moritz Ott und seine Mitstreiter ziehen aktuell jährlich 1600 Eier zu kleine Fröschlein heran, insgesamt haben sie bereits 18.000 kleine Frösche aussetzen können. Neben dem Wurzacher Ried wurden auch Moorfrösche am Häckler Weiher und im Taufach-Fetzacher Moos ausgesetzt. Bei letzterem mussten die Moorfrosch-Schützer aufgrund des Pfingsthochwassers einen herben Rückschlag verkraften, weil das Moos auch als Retensionsfläche verwendet wird.

Für die jetzige Aussetzung im Ried trafen sich neben den Medienvertretern nun auch Gabriele Reiter von der Sparkassen-Stiftung und Thomas Lötsch, Dezernent für Umwelt beim Landratsamt in der Nähe von Albers.

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(v.l.n.r.): Projekt-Manager Tobias Hornung, Thomas Lösch, Gabriele Reiter, Moritz Ott

Das Projekt hat inzwischen in der ganzen Bundesrepublik (Thüringen, Schleswig-Holstein und Bayern) und selbst in Slowenien Anerkennung erfahren. Vor kurzem wurde der Moorfrosch zum Tier des Monats erkoren.

„Das zeigt uns, dass wir sehr viel richtig gemacht haben, aber wir haben dennoch noch einen weiten Weg vor uns.“ Thomas Lötsch lobte in seinem Grußwort das außergewöhnlich große Engagement von Ott. Man könne es nicht hoch genug schätzen, wie mit viel Sachverstand eine Tierart vor dem lokalen Verschwinden bewahrt wird.

Sorgen bereitet sowohl Ott als auch Lötsch die Fortführung des bundesweit begeisternden Projektes. Auf das inzwischen auch die EU aufmerksam geworden ist. Denn Ott und sein Team beschäftigt gerade die Weiterführung  des 2019 begonnen Artenschutzprojektes Moorfrosch. Das Projekt käme in den Genuss von EU-Fördermitteln aus dem Life-Programm, das 60% der Finanzierung übernehmen würde. Probleme bereiten aktuell nämlich die restlichen 40%. Unverständnis zeigte Ott, dass eine Anfrage beim Umweltministerium vor kurzem abschlägig beschieden wurde.

Das Team um Moritz Ott und Thomas Lösch auf dem Weg ins Ried, gefolgt vom SWR Film-Team

Der Beitrag, den das SWR-Fernsehen an diesem Montagvormittag über die Aussetzung gedreht wurde, wird am Freitagabend, 17.07.2026, in der Sendung SWR aktuell ab 19.30 Uhr ausgestrahlt.

Bericht und Bilder: Uli Gresser

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