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Festmahl

Barockes Zunftessen am 13. August im „Torfstecher“

Foto: Uli Gresser
Die Initiatoren des barocken Zunftessens (von links): Albertine Haering (Bad Wurzach-Info/BWI), Stadtarchivar Michael Tassilo Wild, Giorgio Maucher (Torfstecher) und Jeanine Lack (BWI).
veröffentlicht am: 24.07.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Bad Wurzach – Die Oberschwäbische Barockstraße wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Im Rahmen dieses Jubiläums wird sich auch Bad Wurzach mit einer besonderen Veranstaltung, einem barocken Zunftessen am 13. August im „Torfstecher“, an der von der Oberschwaben Tourismus GmbH alljährlich veranstalteten Barockwoche beteiligen. Zur Vorbereitung dieses besonderen Festmahles trafen sich Albertine Haering und Jeanine Lack (beide von der Bad Wurzach-Info / BWI) mit „Torfstecher“-Geschäftsführer Giorgio Maucher und Stadtarchivar Michael Tassilo Wild, der das Event mit einem Vortrag über Essgewohnheiten im Barock einleiten wird. Beginn: 18.00 Uhr (Einlass ab 17.45 Uhr).

Die Städte und Gemeinden aus der Region haben Gelegenheit, sich mit eigenen Veranstaltungen aus den Bereichen Musik, Führungen durch Gebäude aus dem Barock oder eben, wie Bad Wurzach, mit einem historisch-kulinarischen Beitrag an der Barockwoche zu beteiligen. Der Gedanke dahinter: Nicht nur Bauwerke und Kunst sollen im Mittelpunkt stehen, sondern auch die Lebensart, der Genuss, auch die Tradition und ein geselliges Miteinander.

„Geschichte auf köstliche Weise erleben“

„Wir veranstalten in diesem Jahr ein Barockes Zunftessen, das wie wir finden, sehr gut zu dem Jubiläum passt“ – mit diesen Worten eröffnete Albertine Haering, die bei der BWI hierfür die Projektverantwortung trägt, das Treffen. Jeanine Lack ergänzte: „Dies wird eine besondere Gelegenheit, Geschichte auf köstliche Weise zu erleben, denn jede Zeit hat ihre Gerichte und jede Region ihre eigene Küche – Essen und Trinken sind Kulturgeschichte!“

Einen kleinen Vorgeschmack auf seinen Vortrag, mit dem Stadtarchivar Michael Tassilo Wild den Festschmaus eröffnen wird, gab Wild den Beteiligten am Donnerstagnachmittag (23.7.). Nachdem Giorgio Maucher ein wenig von den Pasteten, die es bei dem Zunftessen auch in vegetarischer Form geben wird, berichtete, nahm dies Wild zum Anlass, ein wenig von den Geheimnissen barocker Kulinarik zu berichten: Etwa wieso den Braten oftmals eine Schwanenfeder zierte. Denn diese Tiere kamen in Ermangelung anderer greifbarer Tiere ebenfalls auf den Tisch, und das obwohl sie wohl nicht besonders gut geschmeckt haben sollen, wie Wild süffisant anmerkte. Später habe man dann Truthahn serviert. Man habe sich bewusst für ein Zunftessen entschieden, das was dem Adel manchmal serviert wurde, wolle man den Menschen von heute nicht zumuten …

Solche Zunftessen wurden regelmäßig abgehalten und förderten enorm den Zusammenhalt. Die Zünfte waren nicht nur Berufsverbände, sondern spannten auch ein soziales Netz: War ein Zunftmitglied einmal für einige Zeit arbeitsunfähig, bekam es von der Zunft ein Taschengeld, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

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Aus dem Barczyk-Büchle

Die Ideen für die Gerichte entstammen einem kleinen Büchlein, das Michael Barczyk, der vor Michael Tassilo Wild das Stadtarchiv von Bad Waldsee ehrenamtlich gepflegt hat, zusammengestellt hat.

Das vegetarische Menü wird mit einem Mandelmilch-Süpplein eröffnet, als zweiter Gang folgt ein „lauwarmer Kraut- und Rübensalat“. Als drittes wird eine hausgemachte Kräuterpastete serviert, der vierte Gang besteht aus Linsen mit edlen Maronen und als Dessert werden „Goldene Honigkiachle“ serviert.

Eine feine Hühnerpastete eröffnet das Fünfgänge-Menü für Fleischessende. Ihr folgt eine schwäbische Brezelsuppe. Tranchen vom Truthahn bilden den dritten Gang, dem das  „Hauptspectaculum“ vom Wildschein folgen wird. „Süße Nonnenfürzle“ werden als Dessert das Zunftessen abrunden.

Michael Tassilo Wild ist ganz sicher kein Kostverächter und zeigte sich ganz begeistert von der Menüfolge und Zusammenstellung. „Das trifft Zeit und Geschmack jener Zeit, ist aber auch für moderne Gaumen geeignet.“

Das Getränk des Mittelalters war der Wein, doch durch immer höhere Steuern und Klimaschwankungen wurde Bier immer mehr zum Standardgetränk. Und fast an jedem Wirtshaus hing damals die Erlaubnis des Braurechtes, erzählt Wild weiter.

Wie groß den die beiden vorgesehenen Tafeln werden sollten, wollte Giorgio Maucher von den Damen der BWI wissen. „Möglichst groß“ lautete die Antwort von Albertine Haering, um dann doch einzuschränken: „Mehr als 60 Plätze werden aus organisatorischer Sicht nicht möglich sein.“

Tickets

Tickets sind online unter https://eveeno.com/barockbw sowie direkt bei der Bad Wurzach-Info erhältlich. Mindestteilnehmerzahl erforderlich.

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