Bad Wurzach – Im Gottesdienst als Auftakt des diesjährigen evangelischen Wiesenfestes wurde der im letzten Jahr im Mai eingeführte Gemeinde-Seelsorgebriefkasten noch einmal intensiv thematisiert.
In einer Art Zwiesprache zwischen Pfarrerin Silke Kuczera mit Astrid Greshake in der Rolle des Seelenfunke, kam heraus, dass die Nutzung dieses Briefkastens dringend intensiviert werden muss. „Ich bin toootaaal frustriert. Ich sag’s dir gleich direkt: Ich kündige!“ Darauf die Pfarrerin: „„Was??? Seelenfunke! Nein! Das kannst du doch nicht machen! Wir brauchen dich doch!!! Wir im Kirchengemeinderat waren absolut begeistert von dir und haben gedacht, dass alle hier in unserer Gemeinde dich sehr gut gebrauchen könnten! Wir hatten die Idee, dass man bei dir ein persönliches Anliegen einwerfen könnte – z. B. wenn sich jemand einsam fühlt oder Sorgen hat und sich ein Gespräch bzw. einen Besuch von Cora oder mir wünscht, dann könnten sie das aufschreiben und bei dir in den Kasten schmeißen.“
Geradezu als entwürdigend empfand der Seelenfunke, dass viel Werbung der Discounter darin gelandet war. Nur zweimal waren schöne poetische Schreiben über das Leben und über Gottes Gegenwart darin gelandet. Das waren dann die Highlights in 13 Monaten. Daher und weil Stimmzettel für die Briefwahl der Kirchengemeinderäte darin landeten, dachte der Seelenfunke ernsthaft darüber nach, sich eine Familie zu suchen, um dort normalen Postdienst zu tun. Dank der danach verteilten Postkarten und dem Versprechen, dass der Seelsorgebriefkasten in Zukunft intensiver genutzt werde, konnte die Pfarrerin die Kündigung gerade noch abwenden, zumal der Seelenfunke zugab, dass es ihm in der Gemeinde eigentlich auch sehr gut gefallen habe.
Preacher-Slam
Anschließend gab es anstelle einer Predigt den Preacher-Slam. Darin heißt es unter anderem:
„Jesus ist kein ferner Richter auf dem Wolken-Thron,
Er sitzt mit am Biertisch, das wissen wir schon!“ Und: „Wenn wir also gleich an die Tische gehen, beim Bratwurstduft und beim Kaffeetrinken stehen,
dann lasst uns das Leben und den Glauben zelebrieren,
als Gemeinschaft, die weiß: Wir können nichts verlieren.
Jesus ist mittendrin. Beim Lachen, beim Weinen,
beim Reden, beim Schweigen, wir sind nicht allein.“
„Das Fest ist nicht vorbei, es fängt gerade erst an:
Feiert das Leben! Stoßt miteinander an!“
Anschließend sang die Gemeinde voller Inbrunst das Lied aus dem Gotteslob, das den Tag am besten beschrieb: „Unser Leben sei ein Fest“
Nach den von Kirchengemeinderäten vorgetragenen Fürbitten kamen die Kinder aus der von Franziska Nikolay geleiteten Kinderkirche zurück. Gemeinsam mit Kindern der Grundschule Wolfegg und den Kindern der Kinderkirche hatte sie ein Lied einstudiert, das sie dann begleitet vom Posaunenchor vortrugen, ehe der Gottesdienst mit dem Segen endete.
Drei Projekte zur Auswahl
Für den Wurzacher Beitrag, für den die Gemeindemitglieder spenden konnten, gab es drei Projekte zur Auswahl: Projekt 1 war die Anschaffung von Gartengeräten, die der Hausmeister für die Pflege der Außenanlagen benötigt. Projekt 2 waren neue Gottesdienstformate wie die Kirche Kunterbunt oder die Wohnzimmerkirche und Projekt 3 „Für andere“ bezieht sich auf die Unterstützung von Gemeindemitgliedern, die mit wenig Geld auskommen müssen. Mit einer Spende können diese mit Lebensmittelgutscheinen unterstützt werden oder es kann ihnen die Teilnahme an Gemeindeaktivitäten ermöglicht werden.
Ein Teil für eine Einrichtung in Indien
Ein Teil des Erlöses des Wiesenfestes eine Einrichtung in Indien, aus der Christine Silla-Kiefer eine Vertreterin zu Gast und mit auf das Wiesenfest gebracht hatte.
Der Posaunenchor sorgte für den feierlichen musikalischen Rahmen des Gottesdienstes und später auf der Festwiese mit geistlichen und weltlichen Liedern für die passende Einstimmung auf das anschließende Mittagessen. Ob Gegrilltes, Pommes oder die leckeren Salate, die vielen Besucher konnten sich an einer vielfältigen Speisenauswahl erfreuen. Und mit dem großen Kuchenbüfett gab es noch ein wunderbares Sahnehäubchen obendrauf.
Am Nachmittag, nachdem alle satt waren, spielte dann die Band „Selbstläufer“ Lieder aus dem Bereich Pop aber auch christliche Lieder, währenddessen die Kinder sich auf der Hüpfburg, der Slackline und bei weiteren Spielen vergnügten.
Ein weiterer Höhepunkt war die Aufführung des Musicals Jona, das der Kinderchor von St. Verena vor zwei Wochen beim Sommerfest der katholischen Kirchengemeinde sehr erfolgreich aufgeführt hatte.
Mit dem traditionellen Abschluss-Segen durch die Pfarrerin endete auch das diesjährige Wiesenfest, mit der Hoffnung, dass der Seelenfunke auf die Gemeindemitglieder überspringen und der Seelsorgebriefkasten intensiver genutzt werden möge.





























