Zum tödlichen Unfall an der Truilzer Kreuzung
Sicherlich kann das niemanden kalt und uninteressiert lassen, dass an der Kreuzung bei Truilz wieder ein Mensch sterben musste und weitere Menschen um ihre Gesundheit bangen müssen. Da im Nachbarort wohnend, benutze ich die Einmündung der Ortsstraße von Truilz auf die Landesstraße öfters, allerdings meistens, um nach rechts in Richtung Dietmanns abzubiegen. Bei jedem Befahren dieser Stelle wird die Erinnerung an die Freundin meiner Tochter wach, die hier, kurz vor Erreichen ihres Wohnsitzes ihren Tod fand.
Die Straßenbauverwaltung hat darauf reagiert und ca. 100 m vor der eigentlichen Kreuzung eine Warnung aufgebaut und an der Kreuzung zwei übergroße Stoppschilder errichtet. Diese sind eigentlich nicht zu übersehen und sollten jeden Fahrer zum Anhalten zwingen, was an dieser Stelle offensichtlich nicht sicher funktioniert.
Einmal wollte ich nicht nach rechts abbiegen, sondern in Richtung Rupprechts geradeaus weiterfahren. Ich hatte die Kreuzung fast mit einer halben Autolänge überfahren, als ich, mehr instinktiv als bewusst, eine Vollbremsung vollzog. Ich war zutiefst erschrocken und fragte mich, wie mir dieser Fehler bei dieser massiven Absicherung und meiner Ortskenntnis unterlaufen konnte. Die großen Stoppschilder hatte ich nicht bewusst wahrgenommen. Wie durch einen Tunnel bin ich zwischen ihnen hindurchgefahren. Mit meinem Vorhaben in Rupprechts hatte ich mich in Gedanken beschäftigt.
Wem ist nicht klar, dass der Straßenverkehr unsere volle Aufmerksamkeit erfordert? Dennoch hören wir Autoradio, regen uns vielleicht über einen politischen Kommentar auf oder diskutieren mit Mitfahrern. Obwohl Ablenkungen im Verkehrsgeschehen allgegenwärtig sind, passiert im Normalfall nur selten etwas.
Dieser Unfallkreuzung scheint eine besondere Gefahr inne zu sein. Wer von Truilz kommend in die Kreuzung einfährt, hat den Eindruck, dass es hier einfach so weitergeht, zumal Farbe und Beschaffenheit des Asphalts kaum Unterschiede zeigen.
Mir fiel auf, dass die großen Stoppschilder sehr hoch angebracht sind. Ideal für LKW-Fahrer mit hoher Sitzposition, aber vielleicht zu hoch für den Lenker eines Kleinwagens.
Ein Sicherheitsgewinn mit vertretbarem Aufwand wäre das Anbringen von zwei weiteren Stoppschildern in der direkten Sichthöhe eines PKW.
Auf der Autobahn zwischen Regensburg und Nürnberg erschrecke ich jedesmal, wenn ich vor Parsberg auf einen Abschnitt mit „Jammerasphalt“ treffe. Auch auf der Autobahn zwischen Wangen und Leutkirch sind teilweise ähnliche Flächen eingebaut, die verhindern sollen, dass die Fahrer dem Rand zu nahe kommen und in den Sekundenschlaf abgleiten.. Ob dies bei niedrigen Geschwindigkeiten auch funktioniert, ist fraglich.
Auf der Landesstraße mit den dort gefahrenen Geschwindigkeiten wäre dies zur Unterstreichung der Funktion einer Geschwindigkeitsbegrenzung eine Option. Ein Schild mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung kann leicht übersehen werden. Ein seitlicher Zusammenstoß bei 70 km/h kann auch bereits schwere Folgen haben.
Die Unfallstelle müsste also von den Nebenstraßen her entschärft werden. Kaum ein Fahrer wird nicht reagieren, wenn sein Auto plötzlich rumpelt, während die „lautlosen“ Warnschilder eben oft nicht beachtet werden. Die letzten 80 m vor der Kreuzung mit einem Grobasphalt zu versehen, könnte reichen, auch den letzten Träumer aufzuwecken. Wenn Autofahrer körperliche Einwirkungen spüren, reagieren sie eben früher. Die letzten Meter vor einer solchen Kreuzung sollten von den Fahrern nicht zu komfortabel empfunden werden.
Beim Schulzentrum in Leutkirch wurde eine sehr wirksame Methode zur Geschwindigkeitsreduzierung und Erhöhung der Aufmerksamkeit eingesetzt. Ein Warnschild und gleich anschließend ein langgezogener Wulst, den man lieber nicht übersieht, weil man sonst mit dem Kopf an den Deckenhimmel stößt. Zwei bis drei solcher „Wülste“ könnten den Verkehr auf Schritttempo herunterbremsen und zur Aufmerksamkeit bei der Einfahrt in die Kreuzung zwingen. Solange sich die Fahrzeuglenker an die geforderte Höchstgeschwindigkeit halten, wären auch keine Fahrzeugschäden zu befürchten.
Selbstverständlich sollte auch die Einfahrt auf diese Kreuzung aus der Gegenrichtung entsprechend aufgerüstet werden.
Einfache, kostensparende Lösungen werden von den Behörden vielleicht eher akzeptiert und verwirklicht als aufwendige.
Sollte am heutigen Zustand nichts verändert werden, lässt sich leider vorhersagen, dass dieser schreckliche Unfall nicht der letzte bleiben wird.
Hans-Joachim Schodlok, Dietmanns
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