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Das Geläute erhält eine weitere Glocke

Der Kirchturm von St. Verena wird saniert

Foto: Uli Gresser
Stadtbildprägend: der Turm der Pfarrkirche St. Verena. Am 6. Mai wird er eingerüstet.
veröffentlicht am: 23.04.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Bad Wurzach – Nach vielen Jahren steht wieder einmal eine Sanierung des Kirchturmes an. Dabei wird der altehrwürdige Turm auch eine neue – zusätzliche – Glocke erhalten. Darüber informierten Pfarrer Stefan Maier und Kirchenpflegerin Maria Ehrmann die Presse.

Die Sanierungsmaßnahmen hatten bereits im Jahre 2020 mit einer Schwingungsmessung im Turm begonnen. Dabei wurden erhebliche Erschütterungen festgestellt, wenn alle Glocken gleichzeitig betätigt werden. In der Corona-Zeit ruhten die Überlegungen. Im Juni 2023 wurde bei der Diözese ein Bau-Antrag eingereicht; das Vorhaben wurde jedoch aufgrund fehlender Gelder abgelehnt. „Weil uns die Maßnahme sehr wichtig ist“, sagt Pfarrer Maier, wurde das Gesuch ein Jahr später, dieses Mal mit Erfolg, erneut eingereicht. Am 9. Dezember 2024 kam die Genehmigung zur Instandsetzung des Turmes aus Rottenburg.

Zwischenzeitlich war bei regelmäßigen Kontrollen festgestellt worden, dass für die Kirchgänger eine Gefahr durch vom Kirchturm herabfallende Dachziegel bestand, weswegen im Mai 2025 ein Schutzgerüst an den Eingängen errichtet wurde.

Der Eingang ist seit bald einem Jahr mit einem Schutzzugang versehen. Foto: Uli Gresser

Am 6. Mai wird die Sanierung mit der Einrüstung des Turmes beginnen; das alleine wird rund drei Wochen in Anspruch nehmen. Hauptfokus wird auf der Erneuerung des Glockenstuhls liegen, aber auch die Treppen zum Turm hinauf, die teilweise so alt wie die Kirche sind – also fast 250 Jahre auf dem Buckel haben – werden erneuert. Auch das Turmdach, das undicht geworden ist und damit die darunter befindliche Holzkonstruktion morsch werden ließ, muss saniert werde.

Im Oktober 2027 soll alles fertig sein

Fertiggestellt soll die Sanierung bis zum Oktober 2027 sein, denn dann wird das 250-jährige Weihejubiläum der St. Verena-Kirche gefeiert.

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1.4 Millionen € Kosten

Die Kosten für die Sanierungsmaßnahme beziffert Kirchenpflegerin Maria Ehrmann auf 1,4 Millionen €. Ein Teil der Kosten wird von der Kirchengemeinde aus Rücklagen und Spenden finanziert. 102.850 € trägt das Landesamt für Denkmalpflege aus Toto-Lotto Mitteln bei, ein weiterer Prozentsatz trägt die Stad Bad Wurzach im Rahmen der sogenannten Vermögensausscheidungsurkunde bei. In dieser wurde seit zirka 1870 nach der Trennung von Kirche und Staat geregelt, dass die Stadt sich finanziell an einer Sanierung des Turmes beteiligt. Der Löwenanteil wird aus dem Ausgleichsstock der Diözese finanziert.

Glockenstuhl aus Eichenholz

Der Glockensachverständige der Diözese, Roman Schmid, hatte auch die Harmonie der einzelnen Geläute untereinander, etwa von Gottesberg, evangelischer Kirche und auch der Kirche von Ziegelbach, geprüft. Er hatte als Mitverursacher der extremen Schwingungen den Glockenstuhl aus Stahl ausgemacht, der diese materialbedingt kaum absorbieren konnte. Dieser soll nun durch einen solchen aus Eichenholz ersetzt werden, der gleichzeitig auch den Glocken einen weicheren Klang geben soll.

Der stählerne Glockenstuhl gilt als zu starr. Foto: Stefan Maier.

Eine sechste Glocke

Und weil der Glockenstuhl eh im Fokus der Sanierung steht, kam Pfarrer und Kirchengemeinderat die Idee, zur Entlastung der fünf vorhandenen eine große, neue Glocke anzuschaffen. „Diese soll einerseits die bestehenden, zum Teil sehr alten Glocken – eine stammt aus dem Jahre 1200, eine von 1500 und eine etwa aus dem Jahre 1700 – schonen, andererseits aber soll sie ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass wir gerade in unserer Zeit mit ihr ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht setzen wollen“, sagt Pfarrer Stefan Maier zu der Entscheidung.

Der Name der Glocke

Die Glocke, die Heilig-Blut-Glocke heißen wird, soll 120.000 € kosten und wird so schwer sein wie alle anderen zusammen. Eine Darstellung der Heilig-Blutreliquie und „Segne uns, o Blut der Gnaden“, die Anfangszeile des Heilig-Blut-Liedes, wird in Glocke mit eingegossen werden. Die wird komplett durch Spenden finanziert und soll zum Kirchweihjubiläum im Oktober 2027 erstmals erklingen.
Uli Gresser

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