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Brugger „Rosengarten“

Als man zum Preisrauchen zusammenkam

Foto: Paul Sägmüller
Inserat aus dem „Anzeiger von Wurzach“, veröffentlicht am 16. Mai 1914.
veröffentlicht am: 08.09.2026
Autor: Gerhard Reischmann
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Brugg (rei) – Paul Sägmüller, unermüdlicher Heimatforscher aus Bergatreute, hat in einem alten Zeitungsband wieder einen Trüffel entdeckt: Im „Anzeiger von Wurzach“ – Ausgabe vom 16. Mai 1914 – fand er ein Inserat des Brugger „Rosengarten“-Wirts Thomas Brack, in der zur Generalversammlung des Pfeifenklubs Brugg eingeladen wird, „verbunden mit Preisrauchen“. Fündig geworden war er im Stadtarchiv von Bad Wurzach bei Michael Tassilo Wild.

Was unter einem Preisrauchen zu verstehen ist, kann nicht einmal der volkskulturell so beschlagene Paul Sägmüller sagen. Die Einladung zu Preisrauchen und Generalversammlung ist von Vorstand Kling unterzeichnet. Da es seinerzeit zwei Höfe Kling in Brugg gegeben hatte und jeder der beiden Hofbauern altersmäßig in Frage kommt, kann nicht gesagt werden, zu welchem der beiden Höfe „Vorstand Kling“ gehört hatte. Beim „Vorderen Kling“ hieß der Bauer Josef Kling; er war 1914 60 Jahre alt (Lebensdaten: 1854 – 1920). Anton Kling, Bauer beim „Hinteren Kling“, zählte im Jahre 1914 72 Jahre (er lebte von 1842 bis ebenfalls 1920).

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Zeitungskopf jener Ausgabe des „Anzeigers von Wurzach“, in dem die Pfeifenklub-Anzeige enthalten ist. Repro: Paul Sägmüller

Thomas Brack, der in der Pfeifenklub-Anzeige auch für seine Metzelsuppe wirbt, lebte von 1861 bis 1930. Er war der Vater von Maria Ringer geb. Brack (1907 – 1999), die den „Rosengarten“ als Witwe lange allein führte, bis er von Sohn Simon und dessen Frau Agnes übernommen und 1980 neu gebaut wurde. Ringers „Rosengarten“ war ein beliebter gutbürgerlicher Gasthof mit Kegelbahnen und Fremdenzimmern. 2018 wurde die Wirtschaft aus Altersgründen eingestellt. Heute, nach einem tiefgreifenden Umbau, befindet sich in den Räumlichkeiten des ehemaligen Gasthauses und der früheren Kegelbahn die Gesundheitspraxis von Herbert Ringer.

Schon einmal in der langen Gastronomietradition der Familie Brack-Ringer war groß gebaut worden: Das war anno 1901, als Thomas Brack die Wirtschaft vom Hinterhaus – dort „Rößle“ geheißen – ins Vorderhaus des großen Anwesens verlegte. Erworben worden war das „Rößle“ im Jahre 1850 von dem aus Reichenhofen gekommenen Johann Brack.

Die im Jahre 2019 herausgekommene Rosengarten-Broschüre von Gerhard Reischmann (2. Auflage). Unter dem roten Download-Link haben wir eine erweiterte Fassung hinterlegt, die derzeit  lediglich als digitales Produkt vorhanden ist. Dieses ist Teil einer vom Autor geplanten größeren Veröffentlichung über Brugg.
Gerhard Reischmann

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