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Großer Erfolg an altvertrauter Spielstätte

Die Oberschwäbischen Dorfmusikanten hatten ein Heimspiel in Bad Wurzach

Foto: Ulrich Gresser
veröffentlicht am: 20.10.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Bad Wurzach – Die weit über die Region hinaus bekannten Oberschwäbischen Dorfmusikanten (OSDM) feierten am vergangenen Sonntag (11.10.) im Saal des „Torfstechers“ ein Konzert mit – vor allem für Simon Föhr – viel Nervenkitzel.

Simon Föhr und Sängerin Carina Kienle

Dafür sorgte die Sängerin der OSDM, Carina Kienle, welche den Dirigenten und Duett-Partner Föhr an diesem Tag ins Schwitzen brachte. Denn lange Zeit war nicht sicher, ob sie auftreten konnte: Sie ist hochschwanger – offizieller Termin in der Woche nach dem Konzert im Torfstecher! Dennoch brachte sie ihre Auftritte als Sängerin an diesem Abend problemlos über die Bühne, indem sie es sich während ihrer Pausen auf einem Stuhl auf der Bühne bequem machte.

Mit dem „Fliegermarsch“ starteten die Musiker der OSDM, für die Auftritte in Bad Wurzach immer ein Heimspiel sind, rasant in den Konzertabend. Mit der Barcarole aus der Offenbach-Oper ging es im Dreivierteltakt weiter, ehe die Konzertbesucher und Fans mit dem Konzertmarsch „Sonntagslaune“ erstmals in den Genuss eines Peter Schad-Werkes kamen. Einem kleinen Wunder gleich kam dann auch der darauf folgende erste Auftritt von Carina, die gemeinsam mit Simon Föhr den alten Schlager von Katja Ebstein „Wunder gibt es immer wieder“ präsentierte. Eine Uraufführung war das nächste Duett der Beiden: die Polka „Spielfreunde“.

Michael Kuhn am Flügelhorn und Stefan Merk am Tenorhorn

Die erste Solisten-Partie bestritten der gebürtige Seibranzer Michael Kuhn am Flügelhorn gemeinsam mit dem ebenfalls aus der Großgemeinde stammenden Stefan Merk am Tenorhorn bei der Zweier-Polka – natürlich aus der Feder von Peter Schad.

Dass Simon Föhr, der wie Peter Schad ebenfalls beruflich als Lehrer unterwegs ist und daher auch aus einem großen Fundus von Lehrerwitzen schöpfen kann, ebenfalls ein guter Komponist ist, bewies er mit seiner Schwarzachtal-Polka, die beim Frühjahrskonzert an gleicher Stelle ihre gelungene Premiere gefeiert hatte. Den Vergleich dazu bekam das Publikum an diesem Abend direkt danach mit der Jawoi-Polka geboten, mit der Peter Schad die Bühne enterte und bei der sich das Publikum mit dem zweimaligen Jawoi-Rufen aktiv beteiligen durfte. Und er ließ mit Polkablüten gleich noch die Premiere seiner neuesten Kreation folgen.

Weil die politische Welt sich immer verrückter entwickelt, durfte das berührende Duett „Ein bisschen Frieden“ mit Sängerin Carina und Simon Föhr, das sich immer mehr zu einer Protest-Hymne für den Frieden entwickelt, natürlich nicht fehlen.

Danach setzten die Musiker mit der Michael-Kuhn-Polka „Ein Denkmal für die Blasmusik“ selbiger ein kleines musikalisches Denkmal. Dass die Musiker um Simon Föhr auch Klassik können, zeigten sie beim Kaiserwalzer von Johann Strauß Sohn.

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Gedichte von Hugo Breitschmidt

Auf den knizen oberschwäbischen Mundartdichter Hugo Breitschmidt mussten die Konzertbesucher an diesem Abend verzichten – er hatte den Auftritt krankheitsbedingt absagen müssen – nicht jedoch auf seine Gedichte: Simon Föhr präsentierte zwei von ihnen.

Solo von Flötistin Ingrid Baumann

Mit den nachdenklich stimmenden Duetten „Der alte Schäfer“ und „Jasmina“, dem Solostück von Flötistin Ingrid Baumann über den wunderbaren „Forrest-Gump“ verabschiedeten sich die Oberschwäbischen Dorfmusikanten in die wohlverdiente Pause.

Solo von Trompeter Markus Elser

Den zweiten Teil eröffneten die OSDM ebenfalls mit einem Marsch, dem sehr bekannten Florentiner-Marsch, dem sie dann den Blümchen-Walzer von Hans Musch aus Ochsenhausen folgen ließen, wobei Simon Föhr den anwesenden Komponisten fragte, wer bei der Komposition die Hauptarbeit übernommen hatten, seine Bienen oder er? Immer ein Begeisterung hervorrufender Genuss ist der „Alte Dessauer“ mit Solo-Trompeter Markus Elser. Der dann gleich noch Verstärkung bekam: Mit einem Solo-Trompeten-Trio spielten die OSDM erstmals Bugler´s Holiday.

Ebenfalls immer ein Genuss: „Gabriella´s Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ mit Sängerin Carina, die an diesem Abend ein wenig über den ernsten Hintergrund des Liedes erzählte. Während die Risstal-Polka aus der Feder von Simon Föhr auf dem Weg zum Klassiker im OSDM-Programm ist, ist es das Duett mit Sängerin Carina und Simon Föhr „Böhmischer Wind“ von Ernst Mosch natürlich schon längst. Ebenso wie die „Dornenvögel“, bei denen Flötistin Ingrid Baumann wieder brillieren konnte.

Apropos Klassiker, dazu zählen natürlich „Das Zigeunerkind“, „Gablonzer Perlen“ oder der ABBA-Song „I have a dream“.

Mit „Wir Musikanten“ wollten sich die Musiker um Simon Föhr vom Publikum verabschieden. Sie taten es schließlich mit der „Kuschel-Polka“ bei der Peter Schad himself noch einmal zum Mikrophon griff.

Und bei Sängerin Carina: Sie hielt das Konzert locker durch …
Bericht und Bilder: Uli Gresser

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