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Requiem mit anschließender Beerdigung am Mittwoch

Arnach trauert um Matthias Grad

Foto: Gerhard Reischmann
Tag für Tag, fast bis zuletzt, kam Matthias Grad in die Gärtnerei, um mitzuschaffen. Unser Foto entstand im März 2026.
veröffentlicht am: 17.10.2026
Autor: Gerhard Reischmann
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Arnach – Das Dorf ohne Matthias Grad senior – eigentlich nicht vorstellbar. Und doch müssen sich die Arnacher daran gewöhnen: Am 15. Oktober starb Matthias Grad, 90 Jahre alt, ein hochgeachteter Mitbürger, ein erfolgreicher Unternehmer, der die von den Eltern übernommene Gärtnerei stark ausgebaut hat, ein den Menschen zugewandter Mann, der sich vielfach in den Dienst der Allgemeinheit gestellt hat.

Noch beim Ulrichsfest, heuer gefeiert am 12. Juli, ging Matthias Grad im Zug der Soldaten- und Schützenkameradschaft mit, aufrecht wie eh und je, treu diesem Verein seit Jahrzehnten verbunden. Obwohl einem „weißen Jahrgang“ angehörig – geboren 1935, hatte er als junger Mann in der jungen Bundesrepublik keinen Militärdienst zu leisten – war ihm das Andenken der in den Kriegen Gefallenen und Vermissten wichtig. Wann immer die Kameradschaft ausrückte – an Fronleichnam, beim Ulrichsfest, am Volkstrauertag – war Matthias Grad dabei. Es versteht sich, dass er Ehrenmitglied der SSK war.

12. Juli 2026: Matthias Grad (links vorne) geht beim Arnacher Ulrichsfest im Zug der Soldaten- und Schützenkameradschaft mit. Foto: Martin Räth

Sein zweiter Herzensverein war die Feuerwehr. Bereits in jungen Jahren wurde ihm die Kommandantschaft angetragen. Hier aber verzichtete er, denn der Ausbau der 1928 von den Eltern Heinrich und Genovefa Grad gegründeten Gärtnerei hatte Vorrang. Fast vier Jahrzehnte führte Matthias Grad die Gärtnerei, zusammen mit seiner Frau Annemarie (geb. Klöckler, von Geboldingen) und später mit zweien der vier Söhne. 1980 übernahmen die Grads die Gärtnerei Würstle in Kißlegg (betrieben bis 2013). In Bad Wurzach haben sie eine Verkaufsstelle, in Bad Waldsee sind sie als Friedhofsgärtnerei engagiert. Tieftraurig war er, als 2012 seine Annemarie starb. Dass die Gärtnerei bei seinen Söhnen Matthias junior und Hubert und deren Frauen in den besten Händen ist, machte ihn sehr zufrieden. Und dass ein Enkel sich die grüne Gärtnerschürze umband und den Beruf von der Pike auf lernte, erfüllte ihn mit großer Freude.

Neben all dem Schaffen war Matthias Grad gesellig und machte im Leben des Dorfes mit. In den 1950er- und 1960er-Jahren stand das Laientheater hoch im Kurs. Im Unterschied zu heute wurden ernste Stücke aufgeführt. In der Inszenierung von „Ben Hur“ spielte Matthias Grad den Messala, Freund und Gegenspieler des Titelhelden.

1972, als Arnach nach Bad Wurzach eingemeindet wurde, war Matthias Grad einer von drei Arnacher Stadträten. Bis 1980 vertrat er Arnach im Bad Wurzacher Gemeinderat. Dann kandidierte er nicht mehr, der Aufbau der Gärtnerei-Filiale in Kißlegg erforderte alle Kraft. Im Arnacher Rat war Matthias Grad 29 Jahre lang Mitglied, von 1965, als Arnach noch selbständig war, bis 1994.

Matthias Grad hatte ein langes und gutes Leben. Er war fleißig und gesellig; diese Balance war wohl der Schlüssel zu seinem Lebensglück. Der Satz aus Psalm 90 trifft auf ihn zu: „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hochkommt, so sind’s achtzig Jahre, und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen.“

Matthias Grad, er ruhe im Frieden dessen, dem er vertraut hat.
Gerhard Reischmann

Abschiedsgebet am Dienstag, 20. Oktober, 19.00 Uhr in der Pfarrkirche Arnach
Requiem mit anschließender Beerdigung am Mittwoch, 21. Oktober, um 14.00 Uhr in Arnach


Im März dieses Jahres hatten wir in stundenlangen Gesprächen, verteilt über mehrere Tage, Gelegenheit, dem Leben und Wesen dieses beeindruckenden Mannes nachzuspüren. Ergebnis dieser Gespräche mit dem 90-jährigen Matthias Grad war ein großer Artikel, den wir am 8. April hier in der Bildschirmzeitung veröffentlichten; wir haben den Text im herabladbaren PDF-Format unter dem roten Balken in der rechten Spalte hinterlegt. Das Aufrufen des großen Dokumentes kann einige Sekunden dauern.

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