Transparenz war ein Schlagwort von Florian Schiller im Wahlkampf gewesen. Totale Transparenz kann schaden, fehlende Transparenz auch.
In der Sitzungsvorlage zu TOP 12 der Gemeinderatssitzung am 27. Juli war von einem Millionenverlust im Kurbetrieb in den Jahren 2021 bis 2023 die Rede. 2021 bis 2023, wohlgemerkt, nicht Ende 2025, als der Kurbetrieb Land unter meldete. 1,2 Millionen Euro Verlust, aufsummiert in den Jahren 21 bis 23 – das war der breiten Öffentlichkeit bisher nicht bekannt gewesen. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Schieflage dem Kurbetriebsausschuss bekannt war, der ja nichtöffentlich tagt.
Hier sind wir bei des Pudels Kern: Wann ist Transparenz geboten?
Die Schieflage eines laufenden Geschäftes hinauszuposaunen, kann die Abwärtsspirale verstärken. Das Geschäft hat ein Schutzbedürfnis. Wenn das Geschäft aber ein öffentliches Unternehmen ist, hat die Bürgerschaft auch einen Informationsanspruch. Dem ist man, was die Entwicklung des Bad Wurzacher Kurbetriebs in den vergangenen Jahrzehnten anbelangt, unzureichend nachgekommen.
Und jetzt?
Jetzt wird privatisiert.
Das ist ein richtiger Schritt, aber nur ein halber.
Die neue Rechtsform allein rettet nichts. Sie muss einhergehen mit grundlegend neuem Wirtschaften.
Man gebe dem kommenden Kurgeschäftsführer Daniel Huck Zeit. Zeit zur Bestandsaufnahme, Zeit zum Gegensteuern. Aber der Zeitpunkt wird kommen, da Entscheidungen zu fällen sind. Dann gilt es, dem Bürger reinen Wein einzuschenken.
Ganz im Sinne von – Transparenz.
Gerhard Reischmann
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