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    Neues „Alti-Urteil“

    Ravensburger Landgericht stellt Verfahren gegen drei Klimaaktivisten ein

    veröffentlicht am: 07.07.2026
    Autor: Martin Lang (für die Klima-Aktivisten)
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Ravensburg / Oberankenreute  – Das gestrige (6.7.) Berufungsverfahren beim Ravensburger Landgericht gegen drei Klima-Aktivisten aus dem Altdorfer Wald („Alti“) endete mit einer Einstellung. Das berichtet Martin Lang namens der Klima-Aktivisten. Er schreibt:

    Bereits im Februar 2022 hatten Aktivisten der Alti-Waldbesetzung vier Bäume im Forst bei Oberankenreute besetzt und so die Rodung, im Zuge einer Kiesgruben-Erweiterung der Firma Tullius, erschwert. Wie die „Schwäbische Zeitung“ erst kürzlich berichtete, leitete die örtliche Polizei einen Großeinsatz mit zwei Hundertschaften und Spezialkräften ein, um insgesamt vier Beteiligte aus den Bäumen zu holen.

    Mehr als vier Jahre später, sah der zuständige Richter Bernhard die Urteilsbegründung und Beweislage einer erstinstanzlichen Verurteilung offenbar als sehr dürftig an, weshalb er bereits im Vorfeld der gestrigen Verhandlung Kontakt mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung aufnahm. Staatsanwaltschaft und Angeklagte einigten sich daraufhin im gegenseitigen Einverständnis im Gerichtssaal auf eine vorzeitige Einstellung gegen eine bescheidene Geldauflage. Der vierte Beteiligte, wurde bereits vor zwei Jahren freigesprochen.

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    Der Einsatz gegen den Kiesabbau im Altdorfer Wald soll nach Aussagen einer der Beschuldigten auch zukünftig weitergehen. „Die aktuelle Hitzewelle zeigt, dass wir Wälder als effektive, natürliche Klimaanlagen besser pflegen und ausweiten müssen, statt diese zu roden. Die Zerstörung intakter Wälder für Kiesabbau ist dabei doppelt schädlich, da der gewonnene Kies im klimaschädlichen Straßenbau oder in Neubauten Verwendung findet“, so der 59 jährige Anwohner und Alti-Aktivist. 

    Neben dem konsequenten Schutz des Waldes mit seinen Trinkwasserquellen mahnt die Waldbesetzung im Altdorfer Wald daher seit Jahren eine Bauwende an. Weniger Neubauten, Nutzung des bestehenden Leerstandes, der Einsatz von Recyclingbeton und nachhaltigen Baustoffen würden den Kiesbedarf deutlich reduzieren und den Kies-Abbau im Altdorfer Wald überflüssig machen. 

    Wie es indes mit der Kiesgrube bei Oberankenreute weitergeht, ist heute völlig offen. Betreiber und Regionalverband drängen für die kommenden Jahre auf eine großflächige Ausweitung des dortigen Kies-Abbaus. Nach der Veröffentlichung der konkreten Planungsunterlagen der Betreiber, im Herbst 2025, gingen bei den zuständigen Planungsbehörden im Ravensburger Landratsamt dutzende schriftliche Einwendungen besorgter Bürger/innen, wie auch der Gemeinde Schlier, ein. Das Genehmigungsverfahren beim Landratsamt ruht seitdem. Die zuständigen Stellen sahen sich genötigt, den Betreiber mit der völligen Überarbeitung der Planungen zu beauftragen. Ein wichtiger Teilerfolg für die Gegner des Kiesabbaus in der Region.

    Ein Erfolg, den sich auch die Klimaaktivisten auf die Fahnen schreiben. „Ohne Störaktionen, wie die kurzfristige Besetzung der Bäume im Februar 2022, gäbe es kein derartig großes Interesse in der Bevölkerung oder der Gemeinde und der klimaschädliche Kiesabbau wäre, wie in vergangenen Zeiten, vermutlich einfach durchgewunken worden“, so die Argumentation. 

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    Martin Lang (für die Klima-Aktivisten)
    veröffentlicht am
    07.07.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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