
Unterschwarzach – Zum ersten Spatenstich versammelten sich heute (6. Juli) an der frisch eröffneten Baustelle für das Baugebiet „Unterschwarzach Nord“ Vertreter des Ortschaftsrates und des Gemeinderates, Vertreter des Ingenieurbüros Fassnacht, Karl Menig, der durch den Grundstücksverkauf an die Stadt das Baugebiet erst ermöglicht hatte, sowie Bürgermeisterin Alexandra Scherer und Stadtbaumeister Andreas Heine Strahl.
Die Bürgermeisterin fasste in kurzen Worten die Chronologie des Projektes zusammen: Im Herbst 2022 wurden die Planungen für die Erschließung des Baugebietes im beschleunigten Verfahren nach § 13 b – damals rechtlich und politisch angesagt – aufgenommen. Der Paragraf wurde jedoch kurz darauf gerichtlich gekippt. Das bescherte dem Verfahren für das Baugebiet mit 33 Einfamilienhäuser und einem großen Baugrundstück für fünf Mehrfamilienhäuser einen Zeitverlust von einem Jahr und der Stadt Mehrkosten in Höhe von 130.000 €. Als es dann 2024 weiterging, wurde ein Umweltbericht erforderlich. Scherer wies noch einmal Kritik von grüner Seite – auch aus dem Gemeinderat zurück – es werde zu viel auf Einfamilienhäuser gesetzt und damit zu viel Fläche verbraucht, zurück. Bürgermeisterin Scherer sieht mit den geplanten fünf Mehrfamilienhäusern einen hohen Grad an Wohnverdichtung erreicht. Die Kosten für die Erschließung belaufen sich auf 2,1 Millionen €, von denen die Stadt Bad Wurzach knapp 1,8 Millionen € übernimmt. Rund 340.000 € steuert der Wasserversorgungsverband Obere Schussentalgruppe (OSG) bei. Das Baugebiet ist 3,04 ha groß, wovon 2,18 ha bebaut werden.
Großes Regenrückhaltebecken
Stadtbaumeister Andreas Heine-Strahl steuerte einige technische Eckpunkte zu der Erschließung des Gebietes bei: Es wird rund 14.000 Kubikmeter Erde bewegt werden, 2100 m Randeinfassungen werden gelegt, rund 1500 laufende Meter an Rohren mit verschiedenstem Durchmesser verbaut. Zum Schutz für Eggmannsried und weiteren tiefer liegende Flurstücken wird ein großdimensioniertes Regenrückhalte- und Retentionsfilterbecken mit einem Speichervolumen von 450 Kubikmetern angelegt. Laut Strabag sollen die Bauarbeiten Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.
Ortvorsteherin Brodd dankte
Dass das Baugebiet für Unterschwarzach von enormer Bedeutung ist, unterstrich die Anwesenheit fast des gesamten Ortschaftsrates. Auch in dessen Namen bedankte sich Ortvorsteherin Gisela Brodd bei einigen Personen, die es vielen Menschen im Ort ermöglichen, hier ihre Zukunft zu gestalten. Zunächst bei der Familie Menig, die durch den Grundstücksverkauf das Projekt erst ermöglicht hatte. Dann bei Bürgermeisterin Alexandra Scherer, die das Vorhaben mit großem Engagement vorangetrieben hat. Ein Dank ging auch an Berthold Leupolz vom Liegenschaftsamt, der die Verhandlungen geführt hatte, sowie abn das Bauamt, das die Planungen ausgearbeitet und begleitet hat. Vorab bat Ortsvorsteherin Gisela Brodd um Verständnis bei den Anwohner wegen des entstehenden Baulärms während der kommenden Monate. Dass das Interesse der Unterschwarzacher groß ist, zeigten bereits erste Anfragen an die Ortsverwaltung, wann man sich um einen Bauplatz bewerben kann.
Im Mai hatte der Gemeinderat über die Auftragsvergabe für die Erschließung des Wohnbaugebietes „Unterschwarzach Nord“ abgestimmt. Das Bauunternehmen Strabag aus Langenargen, in der Riedstadt bei Erschließungsarbeiten schon öfters im Einsatz, wird zunächst den Oberboden in der Baufläche abtragen. Dies dauert laut Bauamt ungefähr drei Wochen, danach folgen Leitungs- und Straßenbauarbeiten.
St.-Gallus-Straße im August für etwa zwei Wochen gesperrt
Das neue Baugebiet wird mit der Entwässerung in der St.-Gallus-Straße angeschlossen. Dafür wird diese Straße voraussichtlich ab Anfang August für etwa zwei Wochen gesperrt: für den Kanalanschluss von Menhardsweiler kommend bis zur Kreuzung mit der Fichtenstraße; für den Anschluss der neuen Wasserleitung zusätzlich vom Ortsende Unterschwarzach bis zum Ortsanfang Menhardsweiler.
„Sobald der Termin hierfür feststeht, geben wir ihn rechtzeitig bekannt“, sagt Johannes Thanner vom Tiefbauamt. Die betroffenen Anwohner werden über die Sperrung nochmals separat informiert. Eine Umleitung wird ausgeschildert und führt von Unterschwarzach kommend über Wolfartsweiler nach Menhardsweiler beziehungsweise von Menhardsweiler kommend über Eggmannsried nach Unterschwarzach.
Uli Gresser







