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Durlesbach – Gemeinsam mit dem Bad Waldseer Kulturverein „Spektrum K“ veranstaltete der Förderverein „Durlesbach-Bähnle“ am Wochenende am Kult-Bahnhof Durlesbach ein buntes Programm unter freiem Himmel. Der Besuch steigerte sich von Tag zu Tag.
Freitag

Da die Regenwoche pünktlich vor Festbeginn am Freitagabend endete, zogen trotz niedriger Temperatur doch beinahe 100 Personen in den Schussentobel zum Eisenbahn-Denkmal. Hier sorgten die „Four Frogs“ (Bild) für Stimmung und gute Laune. „Sternhagelschwäbisch“ nannte Werner Koczwara sein etwa 60-Minuten-Programm. Mit viel Sprachwitz nahm der Kabarettist sein Publikum mit auf eine ebenso urkomische wie auch absurde Reise. Siehe Extra-Bericht „Gelungener Auftakt“.
Trotz empfindlicher Temperatur (es kamen Heizlüfter in Einsatz) blieben die Gäste noch gerne weiter am Bahngleis sitzen. Dank guter Beleuchtungstechnik von Joe Mägerlein feierten die Gäste gerne bis gegen Mitternacht.
Samstag
Gut 150 Musikbegeisterte folgten am Samstag der Band „Bärenbande“, früher unter dem Namen „Gsälzbär“ bekannt, ins Schussental. Bei Hits aus den 70er- und 80er-Jahren hat das Publikum begeistert mitgesungen und geklatscht. Bei schon wesentlich gesteigerter Temperatur war es eine herrliche Musiknacht. Die im Viertelstundentakt vorbeifahrenden Regional- und auch Fernzüge erzeugen Eisenbahnromantik pur.
Leider können keine Bahnreisende hier aussteigen, denn der berühmte Bahnhof ist seit 1984 stillgelegt und an privat veräußert. Zu dieser Zeit erwarb der Unternehmer Alfons Walz bei der Schmalspurbahn Ochsenhausen eine polnische Lock mit zwei Waggons. Er beauftragte den Waldseer Künstler René Auer die Bahnhofszene mit dem Bauern, seiner Frau, dem widerborstigen Goißbock sowie dem Kondukteur mit lebensgroßen Bronzefiguren zu gestalten.
Als im Jahre 2007 die Stadt Bad Waldsee dieses Denkmal übereignet bekommen hatte, gründete sich der Förderverein „Durlesbach-Bähnle“. In mehreren Tausend unentgeltlichen Arbeitsstunden wurde das Denkmal saniert sowie eine Bedachung und auch ein Bahnsteig hergestellt. Die Finanzierung dieser Maßnahmen gestaltete sich weitgehend aus Spenden der Bevölkerung sowie aus dem Kapellenprogramm des Landkreises.
Sonntag
Unter dem Motto: „Erst laufen, dann Musik genießen“ begaben sich am Sonntagvormittag etwa 30 Läuferinnen und Läufer an den Start zum Genusslauf entlang der Schussen und durch den schattigen Wald. Auf drei ausgeschilderten Strecken von zehn, 15 und 21 Kilometern – flache Passagen und auch Steigungen – bis gegen Baindt und Kümmerazhofen konnten die Teilnehmer ohne Zeitdruck im Jogging-Tempo die Waldstrecke genießen.
Parallel dazu wurde bei herrlicher Sonne und über 300 Besuchern ein festlicher Gottesdienst vor dem Eisenbahn-Denkmal unter musikalischer Begleitung der „Durlesbacher Musikanten“ gefeiert. Pfarrer Stefan Werner – er kam zusammen mit einer 50-köpfigen Radlergruppe nach einer Fahrradsegnung in Haisterkirch direkt in den Schussentobel – ging in seiner kurzen Predigt auf die Erfindung des Rades und der Eisenbahn ein. „Danken wir Gott für unseren erfinderischen Geist.“ Die Lesung, vorgetragen von Ottmar Schmid, war aus Genesis: „Gott erschuf die Menschen nach seinem Bild“. Stefan Werner nannte den Satz: „Am 7. Tag ruhte er aus“ eine gerade für die heutige Zeit segensreiche Aussage. „Den Tag der Auferstehung des Herrn zusammen mit anderen Feiertagen würdig zu gestalten, tut der Menschheit gut.“ Auch nannte er Länder mit guter Feiertagsregelung erfolgreicher. Mit „Großer Gott, wir loben dich“, intoniert von den „Durlesbacher Musikanten“, klang der 45-minütige Festgottesdienst aus.

Ottmar Schmid trug die Lesung vor.
Karsten Arndt dankte

Karsten Arndt (Bild) als Vorsitzender des Bähnlesvereins trat jetzt ans Mikrofon. Er dankte allen Helferinnen und Helfern für einen immensen Einsatz sowohl an den drei Tagen als auch bei der Vorbereitung. Nach oben blickend, galt der Dank auch dem großartigen Festwetter. Ebenso dankte Arndt den Mitgestaltern des Megafestes: Pfarrer Stefan Werner zusammen mit dem Gottesdienst-Team, den „Durlesbacher Musikanten“, der Narrengilde und den Reute-Runners. Er zeigte sich erfreut, dass – wie schon in den Vorjahren – Oberbürgermeister Matthias Henne zusammen mit der Familie gekommen war. Hohes Lob galt Ortsvorsteher Achim Strobel (zugleich 2. Vorsitzender des Vereins) für seinen gewohnt immensen Arbeitseinsatz.


Blasmusik und gutes Essen und das Ganze bei bestem Wetter am Eisenbahn-Denkmal in Durlesbach – Schwabenherz, was willst Du mehr!
Ein guter Mittagstisch sowie Kaffee und selbstgebackene Kuchen und Torten vom Förderverein „Durlesbach-Bähnle“ fanden bei zünftiger Blasmusik der „Durlesbacher Musikanten“ unter der Stabführung von Eugen Maucher reichlich Absatz. Bald bildeten sich an den Essen- und auch Getränkeständen lange Warteschlangen. Gerne wurde die Gelegenheit genutzt, um mit Bekannten und auch Unbekannten ins Gespräch zu kommen.
Text und Fotos: Rudi Heilig
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