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Fahnen und eine Anmerkung

veröffentlicht am: 03.06.2026
Autor: Gerhard Reischmann
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Alle Jahre an Fronleichnam sind die Fahnen und Standarten der vier alten Arnacher Vereine zu sehen. Und dann und wann auch außer der Reihe – so etwa im Mai 2025 beim Sternmarsch aus Anlass des 175-jährigen Bestehens des Musikvereins Arnach. Zu jenem Anlass war der Musikverein sogar mit beiden Fahnen dabei. Neben der Fahne von 1981 hatte man auch das wertvolle Exemplar von 1890 aus dem Fundus geholt.

Noch älter ist die Fahne der Soldaten- und Schützenkameradschaft (SSK); sie war von den Veteranen anno 1876 angeschafft worden. Dieses historische Stück ist allerdings nicht mehr im Einsatz, sondern wird geschützt unter einer Folie im Schützenstüble verwahrt; wenn die SSK ausrückt – so an Fronleichnam, beim Ulrichsfest und am Volkstrauertag und eben im Mai 1925 beim Musikfest – wird die Fahne von 1899 mitgeführt. Daneben besitzt der traditionsreiche Verein noch eine dritte Fahne, angeschafft im Jahre 1923.

Die Fahne der Arnacher Feuerwehr stammt von 1976 und die erste Standarte der Blutreitergruppe zählt genau 101 Jahre. Sie alle waren mit Stolz in den Arnacher Himmel gereckt worden, als es galt, den 175-jährigen Musikverein hochleben zu lassen.

Die Standarte der Arnacher Blutreiter von 1925 ist älter als das Wurzacher Heiligblutfest, das 1928 gegründet wurde. Sie wurde einst beim Blutritt in Weingarten mitgeführt.

Warum eigentlich hat der Arnacher Sportverein keine Fahne? Mit mehr als 1000 Mitgliedern ist der SVA die größte Personenvereinigung am Ort. Im Unterschied zu Turnvereinen, deren Tradition in aller Regel bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht – wie etwa bei der 1861 gegründeten Turn- und Sportgemeinde Bad Wurzach (kurz: TSG) – ist der als Fußballverein gegründete SV Arnach erst 1928 entstanden – was für einen Dorfsportverein in unserer Region aber sehr früh ist (die meisten dörflichen Fußballvereine in unserer Gegend sind nach dem Krieg aus der Taufe gehoben worden).

Jene Sportvereine, die ihre Tradition aus den Zeiten von Turnvater Jahr herleiten – wie etwa die TG Bad Waldsee oder die TSG Bad Wurzach, auch zum Beispiel der TSV 1860 München – haben in aller Regel eine Vereinsfahne.

1928 feiert der SV Arnach sein 100-jähriges Bestehen. Das wäre doch ein schöner Anlass, eine Fahne in Auftrag zu geben.

In heutiger Zeit wird von einem breit aufgestellten weltlichen Verein kaum erwartet, dass er bei einem urkatholischen Hochfest wie Fronleichnam mit der Fahne ausrückt. Aber gut vorstellbar wäre es, wenn sich am Volkstrauertag eine SVA-Fahnenrotte zu den übrigen Abordnungen hinzugesellen würde. Anzunehmen ist, dass unter den 79 Arnacher Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs so mancher Sportler ist.
Gerhard Reischmann

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