Bad Wurzach – Das Bebauungsplanverfahren „Memminger Straße-Ost“ zum Bau eines Lebensmittelmarktes mit Nebeneinrichtungen wie einer Bäckerei/Café und Paketshop auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Menig steht vor dem Abschluss. In der Gemeinderatssitzung am 18. Mai ging es um die Zahl der Stellplätze am geplanten Supermarkt.
Im Planungsgebiet soll eine Verkaufsfläche von 1300 qm realisiert werden. Das bedeutet: Es wären laut Verwaltungsvorschrift die Anzahl von 33 bis 130 Stellplätze baurechtlich möglich. Beschlossen wurden 53 Stellplätze.
Der in der Sitzung als Vertreter des Bauherren Norma anwesende Expansionsleiter Daniel Zettler legte in einer Präsentation die Argumente von Norma dar. Er bezifferte die Verkaufsfläche von Norma auf 1200 qm und die der Bäckerei auf 77 qm. Die Breite pro Stellplatz gab er mit 2,70 m an, was deutlich über der vorgeschriebenen Mindestbreite von 2,30 m liegt. Dazu kommen noch mehrere Mutterkind-Stellplätze mit 3,10 m sowie zwei Behindertenstellplätze mit 3,50 m Breite. Zettler führte auch die auf einem Stellplatz vorgesehene Ladestation mit zwei Ladepunkten für E-Autos mit als Argument an, die Anzahl der geforderten Plätze zu reduzieren.
Von der Stadt wird bei Anwendung des Mittelwertes (wie bei allen Märkten in der jüngeren Vergangenheit) pro 20 qm Fläche ein Platz gefordert, was 64 Stellplätze erforderlich machen würde. Zettler setzte sich für die Anwendung des Schlüssels 1 Stellplatz pro 25 m ein, was 53 Stellplätze ergäbe.
Eine weitere Argumentation zur Reduzierung der geforderten Anzahl sieht der Bauherr-Vertreter in den in der Nähe befindlichen Bushaltestellen sowie den flankierende Infrastrukturmaßnahmen (Fußweg Fasanenweg, Fuß- und Radweg, Lückenschluss Gehweg und Querungshilfe).
Im Rahmen der Diskussion fragte Gisela Brodd (Freie Wähler), was mit Mitarbeiter-Stellplätzen sei und wer die Parkplatz-Bewirtschaftung übernehmen wird. Mitarbeiter parken auf den Stellplatzflächen. Die Bewirtschaftung werde vom Markt (via Parkscheibe) selbst geleistet, Missbrauch durch Dauerparker werde zuerst mit Hinweis auf die maximale Parkdauer und den Parkzweck geahndet, ehe es bei Unverbesserlichen zur Anzeige gebracht werde.
Bernhard Schad (Freie Wähler) hält die Breite der Stellplätze für wichtiger als die schiere Anzahl. Rainer Deuschel (Grüne) hält die Ablöse-Summe für einen Stellplatz von 6000 € pro Platz im Vergleich zur Investitionssumme für minimal. Diese sei laut Andreas Haufler (Stadtbauamt) gleich hoch wie beim Rewe-Markt. Zettler argumentierte dagegen, damals waren noch keine Ladesäule oder Familien-Stellplätze Vorschrift.
Die Gemeinderäte schlossen sich bei ihrer Abstimmung der Argumentation des Bauherrn an, 13 von ihnen – und damit die Mehrheit – votierten für den von Norma favorisierten Vorschlag: Damit wurde die Zahl der Stellplätze auf 53 festgelegt.
Querungshilfe
Im Bereich der Memminger Straße ist vorgesehen, die Fahrbahn entlang des Plangebiets entsprechend den Vorschlägen aus der Verkehrsuntersuchung auf 6,50 m zu verbreitern, den Gehweg am Fasanenweg bis zur Memminger Straße fortzuführen und eine Querungshilfe zum Baugebiet Bachtel herzustellen.
Uli Gresser
Unter dem roten Download-Balken in der rechten Spalte haben wir die Präsentation mit Lageplänen hinterlegt








