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Aus der Gemeinderatssitzung am 23. März

Kommunaler Wärmeplan und PV-Anlage auf den Weg gebracht

veröffentlicht am: 12.04.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Bad Wurzach – Stadtbaumeister Andreas Heine-Strahl informierte in der Gemeinderatssitzung am 23. März über den Kommunalen Wärmeplan und den Bau einer PV-Anlage auf dem Dach der Haidgauer Halle. Aktuell betreibt die Stadt sechs PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 233,6 kWp.

Bei den PV-Planungen der Stadt für 2026 stellte der zu Jahresbeginn neu ins Amt gekommene Stadtbaumeister Andreas Heine-Strahl (Archivbild: Uli Gresser) mit dem Pachtmodell einer Anlage auf dem Dach der Haidgauer Mehrzweckhalle eine neue Beschaffungsmöglichkeit von PV-Anlagen vor.

Die Stadt Bad Wurzach ist bereits im Jahr 2016 dem Klimaschutzpakt zwischen dem Land Baden-Württemberg und kommunalen Landesverbänden beigetreten und hat sich damit zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 eine weitgehend klimaneutrale Kommunalverwaltung zu erreichen.

Die sechs städtischen PV-Anlagen

Im Jahr 2025 wurden auf fünf öffentlichen Gebäuden in Bad Wurzach insgesamt 168 Kilowatt-Peak (kWp) an Solaranlagen installiert. Die fünf Anlagen wurden auf der Mehrzweckhalle in Seibranz, dem Hallenbad, dem Kurbetrieb, der OV Ziegelbach und dem Feuerwehrhaus Eintürnen gebaut. Damit setzte die Stadt im Jahr 2025 ein deutliches Zeichen für eine nachhaltige Energieversorgung und den Klimaschutz. Mit der PV-Anlage auf der Kläranlage in Gensen, die im Jahr 2024 in Betrieb gegangen war, betreibt die Stadt aktuell aber erst sechs PV-Anlagen mit zusammen 233,6 kWp. Um das Ziel einer klimaneutralen Stadtverwaltung bis 2040 zu erreichen und den Anteil erneuerbarer Energien zu steigern, muss der PV-Ausbau auf den städtischen Liegenschaften weiter vorangetrieben werden und das Tempo des Jahres 2025 beim Ausbau auch in den kommenden Jahren gehalten werden. Dabei wird ein Ausbauziel von 200 kWp pro Jahr angestrebt.

Dazu wurde für 2026 das Budget für PV-Anlagen bereits verdoppelt. Mehr als die Hälfte davon wird in jene Anlage, die aktuell auf dem Kurhaus installiert wird, fließen. Damit könnte nur noch eine der beiden weiteren auf den Dächern der Hallen in Haidgau und Hauerz geplanten Anlagen realisiert werden. Weitere Budgetbelastungen entstehen, weil etwa vor der Installation eine Dachsanierung (Hauerz) erfolgen muss.

Kooperation mit den Technischen Werken Schussental

Abdreas Heine-Strahl eine Möglichkeit, die in Haidgau angewandt werden soll: Die PV-Anlagen sollen in Zusammenarbeit mit den Technischen Werken Schussental GmbH & Co. KG (TWS) realisiert werden. Das Pachtmodell der TWS bietet eine attraktive Lösung, um mehrere PV-Anlagen pro Jahr zu installieren, ohne den städtischen Haushalt mit hohen Investitionskosten zu belasten. Dabei werden die PV-Anlagen durch die TWS gebaut und durch die Stadt angepachtet, so dass die Stadt den Nutzen aus dem erneuerbar erzeugten Strom ziehen kann. Vorteil: Das dadurch eingesparte Geld kann für Dachsanierungen und Erneuerung veralteter Hauselektrik verwendet werden. Die monatlich anfallenden Kosten sind exakt kalkulierbar und damit im Haushalt darstellbar. Es wird für eine Zusammenarbeit eine Rahmenvereinbarung mit der TWS abgeschlossen, die den Bau von PV-Anlagen durch die TWS und den Betrieb der Anlagen durch die Stadt regelt.

Stimmen aus der Mitte des Gemeinderates

Karl-Heinz Buschle (Frei Wähler) betonte, dass man – wie in den Nachbarstädten – auch für Energiegenossenschaften offen bleiben müsse. Rainer Deuschel (Grüne) lobte den vollzogenen Wandel im Vergleich zur Vorgängerin von Heine-Strahl. Dieser betonte auch, dass die TWS als regionaler Partner durchaus bürgerschaftliches Engagement zulässt. Bürgermeisterin Alexandra Scherer dankte für das Lob, während Franz-Josef Maier fragte, ob die Änderung der Gesetzeslage zum EU-Energy-Kreislauf komme. Heine-Strahl antwortete, dass die Wahrscheinlichkeit hoch sei, dass sie kommt und dass dies für die Stadt gut sei.

Der Gemeinderat folgte dem Empfehlungsbeschluss, den der Ausschuss für Technik und Umwelt in nichtöffentlicher Sitzung gefasst hatte, und billigte das Vorhaben einstimmig.

Bis Mitte 2028 muss der Kommunale Wärmeplan stehen

Gemäß dem Gesetz zur Änderung des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetzes Baden-Württemberg (KlimaG BW) vom 6. 8. 2025 muss die Stadt Bad Wurzach bis zum 30.06.2028 einen kommunalen Wärmeplan vorlegen.

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Um eine effiziente Planung und Ressourcennutzung sicherzustellen, wird eine Eignungsprüfung durchgeführt und das Stadtgebiet in Teilgebiete unterteilt. Dabei werden Gebiete mit geringer Eignung für Wärmenetze mit reduziertem Aufwand behandelt und Gebiete mit jetzt schon hohem Anteil von erneuerbaren Energien von weiteren Untersuchungen ausgenommen.

Im ersten Schritt wird die Bewertung zur Eignung von Wärmenetzen in dem jeweiligen Gebiet vorgenommen. Im nächsten erfolgt die Bestandsaufnahme: Was ist strukturell vorhanden und wie hoch ist der Energiebedarf? Dann erfolgt die Prognose des Wärmebedarfs und die Analyse, was ist in dem jeweiligen Gebiet an erneuerbarer Energie möglich. Danach wird ein Konzept entwickelt und eine Strategie für dessen Umsetzung.

Ziel ist es, den Wärmebedarf der Stadt vollständig aus „Erneuerbaren“ zu decken. Die Planung soll die örtlichen Begebenheiten berücksichtigen, wie Infrastruktur, Gebäudebestand und regionale Energiepotentiale. Dabei soll die Bürgerschaft aktiv mit in die Planung mit einbezogen werden.

Die Kosten für die Erstellung der Wärmeplanung werden zwischen 60.000 und 80.000 Euro liegen. Als nächster Schritt ist die Ausschreibung für die Erstellung durch ein Planungsbüro vorgesehen. Denn so Heine-Strahl: „Wir müssen jetzt beginnen.“

Bernhard Schad fragte, ob diese Planung Auswirkungen auf Bebauungspläne habe. Heine-Srahl verneinte dies: „Es betrifft nur Altbauten.“ Außerdem würden ja in jedem Baugebiet bereits bei der Erschließung Erdwärmesonden installiert.

Der Gemeinderat stimmte dem vorgestellten Zeitplan und der Vorgehensweise einstimmig zu.

Die Ergebnisse der Wärmeplanung sollen spätestens Anfang 2028 dem Gemeinderat vorgelegt werden.
Uli Gresser

Unter dem roten Download-Balken in der rechten Spalte haben wir die Sitzungsvorlage zur Wärmeplanung hinterlegt

Anm. d. Red. in eigener Sache:bDie verspätete Veröffentlichung hat produktionsinterne Gründe. Sie geht nicht zu Lasten unseres Reporters, der zeitig geliefert hat. Die Layout-Reform bei der Bildschirmzeitung, die Eröffnung der Ausgabe Wangen und der kräftig in Gang gekommene Bürgermeisterwahlkampf haben in der Redaktionsleitung viel Zeit und Kraft gebunden. Deshalb hatte es bis zur Veröffentlichung des vorstehenden Artikel so lange gedauert.

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