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Es dirigierten Manfred Bachmor und Josef Möslang

Musikvereine Unterschwarzach und Aichstetten konzertierten gemeinsam

Foto: Uli Gresser
veröffentlicht am: 01.04.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 7 Minuten

Unterschwarzach/Aichstetten – Der Musikverein Harmonie Unterschwarzach hatte sich zu seinem Jahreskonzert musikalische Gäste eingeladen: Der Musikverein Aichstetten revanchierte sich damit für den Auftritt der Unterschwarzacher bei seinem Oktoberfest im letzten Herbst anlässlich des 222-jährigen Jubiläums des Musikverein Aichstetten.

Eröffnung des Konzerts durch den MV Aichstetten

Die Aichstettener Musiker unter dem Dirigat von Josef Möslang eröffneten den Konzertabend mit dem Konzertmarsch Salemonia, komponiert von Kurt Gäble. Das Werk war eine Auftragsarbeit der veranstaltenen Musikvereine für das Salemer Schlossfest.

In „Latin Woods“ des Schweizer Komponisten Mario Bürki, bekannt für seine nuancenreichen und mitreißenden Kompositionen,  steht ein Klarinetten-Quartett im Wortsinne im Vordergrund, um das typische südamerikanische Salsa-Feeling zum Ausdruck zu bringen. Dieses agiert einerseits selbstständig, wird aber im Laufes des Stückes zunehmend von anderen Rhythmusinstrumenten begleitet. Aus Latin Woods spricht die südamerikanische Lebensfreude zu den Zuhörern.

Der Laubener Komponist Kurt Gäble hat mit „Der blaue Planet“ nicht nur ein musikalisch sehr schönes, sondern auch ein gesellschaftskritisches Werk geschaffen. Die Komposition besteht aus drei Teilen: In „Genesis – Schöpfung“ symbolisieren zarte Töne in den Holzbläsern und kräftige Klänge in den Blechbläsern die ursprüngliche Harmonie zwischen Mensch und Natur.
„Progress – Fortschritt“ zeigt bereits in seiner dramatischen Anlage , wohin das stetige Streben nach Wohlstand führt: in die Gefährdung und sogar Zerstörung aller Lebensgrundlagen von Mensch und Natur. Choralartige, nachdenklich klingende Blechbläserklänge leiten über zum gemütsreichen dritten Teil.
„New Life“ – der neue Weg ist bestimmt von Einfachheit und Streben nach Harmonie mit Natur und Schöpfer. Der Glockenklang am Ende des Werkes symbolisiert diese letzte und wesentliche Zielvorgabe.

Tuba-Solo von Michel Langegger

Bei „Farmers Tuba“ von Martin Scharnagl steht die Tuba, die normalerweise im Hintergrund für das Ton-Fundament einer Kapelle sorgt, einmal im Vordergrund. Der österreichische Komponist Musiker Martin Scharnagl hatte seinem Freund und Bandkollegen der Formation VIERA BLECH dieses Solo regelrecht „auf den Leib geschneidert“. So entstand ein treibendes Stück im Funk-Stil, das dem Solisten, beim MV Aichstetten, war dies Michel Langegger sowohl rhythmisch als auch technisch einiges abverlangt. Der Titel des Stücks ist im Übrigen kein Zufall: So ist Josef Hofer, seines Zeichens nicht nur Musiker und Musikpädagoge, sondern Besitzer einer Landwirtschaft im österreichischen Oberndorf bei Kitzbühel.
  
Ein weiteres Kultstück ist „Innuendo, das 1991 das Titelstück des gleichnamigen Albums von Queen war. Der Musikverein spielte dieses Stück Musikgeschichte im Blasmusik-Arrangement von Rieks van der Velde. „Innuendo“ war die erste Single aus dem gleichnamigen, 1991 erschienenen Album von Queen und schaffte es sofort an die Spitze der britischen Charts. Das Stück zeichnet sich durch einen Mix verschiedener Stile aus: Strophen und Refrain sind von einem gelegentlich sinfonische geprägten Hardrock dominiert, aber im Mittelteil findet man virtuose Anklänge an Flamenco, Operette und Progressive Rock. Damit festigte die Gruppe um Sänger Freddy Mercury ihren Ruf als eine der genialsten Rockbands überhaupt.

Erinnerung an die Hoch-Zeit der Fernsehunterhaltung

Mit dem TV-Kultabend Medley von Manfred Schneider wurden vor allem bei den älteren Konzertbesuchern viele Erinnerungen an die Hoch-Zeit der Fernsehunterhaltung geweckt: Die Titelmelodien von Lindenstraße – Herzblatt – Schwarzwaldklinik – Eurovisionsmelodie – Wetten, dass…? – Das Traumschiff – Das aktuelle Sportstudio – Derrick  und natürlich der berühmte Eingangs-Gong der Tagesschau kannte zu dieser Zeit jedes Kind – und jeder Erwachsene. In dem mitreissenden Medley aus dem Jahre 2006 war alles vertreten was Fernsehgeschichte geschrieben hatte. Natürlich durften die Aichstettener Musiker, für die es auf der Bühne fast ein wenig eng wurde, nicht ohne Zugabe diese verlassen. Sie taten es mit dem Konzertmarsch „Mit vollen Segeln“ von Klaus Strobl.

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Konzertteil mit dem MV Harmonie Unterschwarzach

Der Musikverein Harmonie Unterschwarzach mit ihrem Dirigenten Manfred Bachmor, spielte zum Auftakt seines Konzertteiles mit der kurzen Fanfare „Harmonie der Blasmusik“ von Christoph Walter. „Nomen est omen“ denn Harmonie ist auch im Namen des Musikvereines vertreten. „Besonders in der Musik wird Harmonie deutlich, wenn unterschiedliche Stimmen und Instrumente gemeinsam etwas Klangvolles entstehen lassen,“  sagte Lucy Leser dazu, die für den Musikverein Harmonie mit gekonnten und die Fantasie anregenden Texten durchs Programm führte.

So auch bei der „Alpina saga“ des österreichischen Komponisten Thomas Doss. Das Stück lud dazu ein, den Musikern bei kräftigen Blechbläser-Gipfeln und ruhigen Holzbläser-Wiesen zu zu hören. Ganz ohne Wanderrucksack und ohne große Anstrengung (für die Zuhörer) wird das Etappenziel, eine Berghütte, zum Übernachten erreicht. Der Sonnenuntergang mit seinen Orangetönen und später in der Nacht der klare Sternenhimmel verbreitet eine magisch mystische Stimmung, die noch am nächsten Tag beim Abstieg noch nachwirkt.  Erhabene Fanfaren laden in die Berge ein und beschreiben die Schönheit einer Bergwanderung mit all ihrer Gefahr und Pracht. Im Schlussteil steht der Abstieg bevor und man kommt reich an schönen Naturerlebnissen wieder im Tal an, begleitet von den Einleitungsfanfaren.

Das Konzertstück „The New Village“ des niederländischen Komponisten Kees Vlak beschreibt musikalisch die Geschichte eines Dorfes, das Menschen in einem weiten, waldreichen Land gründeten. Doch räuberische Stämme und die Naturgewalt des Meeres stellten eine fortwährende Gefahr für die wachsende Siedlung dar. Im Verlauf der Geschichte musste das Dorf immer wieder neu aufgebaut werden, doch die Bewohner ließen sich nicht entmutigen. Das „Neue Dorf“ entstand mit prächtigen Wohnhäusern, Schulen und Kirchen. Wohlstand und ein reiches Gemeindeleben entwickelten sich. Die Vergangenheit verblasste. Nur Feste und Jahrmärkte, bei denen es häufig ausgelassen zugeht, erinnerten an die ferne alte Zeit. Die Komposition „The New Village“ entstand als Auftragswerk der Provinz Nordholland für das 15. Niedorp Festival und wurde am 27. November 1993 uraufgeführt.

Mit dem Werk „Adventure !“ hat Markus Götz eine fiktive Filmmusik geschaffen, die, dem Klischee des Genres der Abenteuerfilme folgend, die typischen Charakteristika dieser beliebten Filmgattung aufweist. Der Held, der durch seine Unbeugsamkeit im Kampf für das Gute alle Herzen höher schlagen lässt, besteht unberechenbare Gefahren; er erhält seine Belohnung in der zarten Liebe einer schönen Prinzessin und nimmt Abschied vom weichen Lager der Liebe, da neue Herausforderungen ihn auf den Plan rufen – dies ist in kurzen Worten der gedachte Handlungsrahmen dieser Komposition. „Die Magie der Filmmusik liegt darin, dass sie allein mit Klängen eine ganze Szene in deinem Kopf entstehen lassen kann.“ Dieses sehr passende Zitat setzte Lucy Leser vor die „Filmmusik ohne Film“.

Mit der „Forrest Gump Suite“ von Alan Silvestri im Arrangement von Calvin Custer wollten die Unterschwarzacher Musiker ihr Konzert beenden. Diese echte Filmmusik (der Film erschien 1994) begleitete einst die unglaubliche Geschichte von Forrest Gump, einem nicht allzu hellen, aber gutherzigen Mann, der auf seltsame Art und Weise die großen Ereignisse des 20. Jahrhunderts in den USA immer hautnah miterlebt. Trotzdem ist Forrest, von Tom Hanks dargestellt, ein inspirierender Mann, der die Fähigkeit besitzt, das Leben so zu akzeptieren wie es kommt. Aus dieser Geisteshaltung heraus kommt auch der berühmte Satz „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was als nächstes kommt“, nicht von ungefähr.

Als Zugaben spielte das Unterschwarzacher Orchester Unchained melody der Righteous Brothers aus dem Film „Nachricht von Sam“ und den Konzertmarsch Hoch Heidecksburg.

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veröffentlicht am
01.04.2026
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