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    Chili und Tomaten müssen noch warten

    Warum wärmere Frühjahre das Gärtnern nicht einfacher machen 

    Foto: BLGL
    Wer einen so reichen Fruchtansatz möchte, sollte wärmebedürftige Arten wie Chili, Tomaten und Paprika nicht vor den Eisheiligen auspflanzen.
    veröffentlicht am: 24.04.2026
    Autor: Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    München – „Pflanze nie vor der Kalten Sophie“ – was wie eine überlieferte Gartenweisheit klingt, hat einen handfesten meteorologischen Kern. Und durch den Klimawandel, so paradox das klingt, ist diese alte Bauernregel nicht obsolet geworden, sondern aktueller denn je. Wer Mitte April bereits Tomaten, Paprika oder Basilikum ins Beet setzt, geht ein unnötiges Risiko ein. Bis Mitte Mai sind in vielen Regionen Deutschlands Nachtfröste möglich, die frostempfindliche Jungpflanzen innerhalb weniger Stunden dauerhaft schädigen können. Dr. Lutz Popp, Gartenbauexperte vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege (BLGL) empfiehlt deshalb, die Eisheiligen weiterhin als Orientierung für den Pflanztermin zu nutzen, auch wenn frühsommerliche Temperaturen das Gegenteil nahelegen.

    Die Eisheiligen: ein stabiler Gartenkalender

    Die Eisheiligen zählen zu den bekanntesten Bauernregeln im deutschsprachigen Raum. Benannt sind sie nach Heiligentagen im katholischen Kalender: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und die „Kalte Sophie“ (15. Mai). In dieser Zeit treten statistisch häufiger Kaltlufteinbrüche auf. Bei klaren Nächten kann die Temperatur in Bodennähe deutlich absinken. Für empfindliche Pflanzen kann das fatale Folgen haben.

    Für diese Pflanzen gilt besondere Vorsicht

    Besonders gefährdet sind wärmeliebende Kulturen: Tomaten, Gurken, Paprika, Chili, Zucchini und Basilikum. Auch Balkonpflanzen wie Geranien oder Petunien vertragen keine Temperaturen um den Gefrierpunkt und sollten erst nach Mitte Mai dauerhaft ins Freie. „Gerade bei Tomaten zeigt sich jedes Jahr, wie schnell ein früher Pflanztermin zum Problem werden kann“, weiß Dr. Popp und ergänzt: „Wer nach den Eisheiligen pflanzt, hat meist keinen Nachteil, im Gegenteil: Die Pflanzen entwickeln sich bei stabileren Temperaturen oft schneller und gleichen einen vermeintlichen Vorsprung eher erfolgter Pflanzungen rasch wieder aus.“

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    Klimatische Veränderungen im Frühjahr 

    Wärmere Frühjahre führen dazu, dass viele Pflanzen früher austreiben und Hobbygärtner:innen früher pflanzen möchten. Das Risiko für späte Kälteeinbrüche verschwindet dadurch jedoch nicht. Wie eine Auswertung des Deutschen Wetterdienstes aus dem Jahr 2023 zeigt, ist die Wahrscheinlichkeit für Spätfrostschäden in den vergangenen Jahrzehnten sogar gestiegen: Weil Pflanzen früher in empfindliche Wachstumsphasen eintreten, treffen Kaltlufteinbrüche sie zur Unzeit, auch wenn Frost insgesamt seltener vorkommt.„Der Klimawandel verschiebt die Vegetationsphase nach vorne, macht das Frühjahr aber nicht automatisch frostfrei. Wer sich allein von warmen Apriltagen leiten lässt, muss im Mai unter Umständen mit Schäden rechnen,“ warnt der Experte.

    Wer früher pflanzt, muss schützen

    Wer dennoch bereits vor Mitte Mai pflanzen möchte, sollte geeignete Schutzmaßnahmen einplanen. Gartenvlies, Folienhauben oder ein kleiner Folientunnel können empfindliche Pflanzen über Nacht vor Kälte schützen. Balkonpflanzen lassen sich bei Frostwarnung kurzfristig an einen geschützten Ort stellen oder ins Haus holen. Ab dem 16. Mai können empfindliche Pflanzen in vielen Gärten dauerhaft ins Freie im Beet ebenso wie auf Balkon und Terrasse.

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    Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege
    veröffentlicht am
    24.04.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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