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Treffen des Alemannischen Narrenrings in Ellwangen/Rot

Verabschiedung von Schatzmeister endet emotional

Foto: Ulrich Gresser
Das ANR Präsidium huldigt dem scheidenden Schatzmeister (mit Geschenk).
veröffentlicht am: 30.04.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 7 Minuten

Ellwangen – Der Frühjahrs-Konvent des Alemannischen Narrenrings in Ellwangen/Rot an der Rot war gekennzeichnet von der Neuwahl eines neuen Schatzmeisters und der Verabschiedung und Ernennung des scheidenden Finanzverwalters Fridolin Aierstock zum Ehrennarren.

Der Präsident des ANR, Markus Stark, bat in seiner Begrüßung die anwesenden Zunftvertreter sich zur Totenehrung zu erheben, ehe er die Versammlung über die Tagesordnung abstimmen ließ.

Der Zunftmeister der Bawaldbohle, Günther „Turbo“ Angele, der tags zuvor bei der Hauptversammlung seiner Zunft erneut zum Zunftmeister gewählt wurde und damit schon 30 Jahre dieses Amt ausübt, hieß das Präsidium des ANR und die Zunftvertreter in der Halle in Ellwangen beim 57. Frühjahrskonvent des ANR herzlich willkommen. Die Ortsvorsteherin von Ellwangen, Katja Frey, erläuterte, dass Rot an der Rot, zu dem auch Ellwangen gehört, inzwischen vier Narrenzünfte hat. „Fasnet ist gelebte Völkerverständigung.“ Sie konstatierte auch die wichtige Funktion des ANR für Veranstaltungen.

Der Präsident Markus Stark berichtete, dass laut Protokoll 80 der aktuell 88 ANR Zünfte bei diesem Konvent vertreten sind, fünf hätten sich entschuldigt, drei fehlten unentschuldigt.

In seinem Rechenschaftsbericht ging er auf die verschiedenen Veranstaltungen der vergangenen Saison ein. Immer größer werden für Veranstalter von Umzügen – in der letzten Saison 40 – die Terrorprävention und Sicherheitskonzepte. Dem habe man mit Seminaren und Beratungen Rechnung getragen.

Der ANR war beim Freundschaftstreffen und am Empfang des Regierungspräsidiums vertreten. Er erinnerte die Zunftvertreter daran, dass die GEMA-Rahmenverträge erneuert werden müssen und daran, dass bei den Meldungen dort auch die Setlisten mit geschickt werden müssten. Er berichtete auch davon, dass ein Getränkehersteller sich den Begriff „Schmodo “ patentieren ließ, was für die Zünfte in den Bereichen Richtung Schwarzwald zum Problem werden könne, da der Begriff „Schmodo“ dort schon seit Jahrzehnten für den Schmotzigen Donschtig verwendet wird. Er wies auch darauf hin, dass Rauchbomben auf Umzügen des ANR verboten sein sollten.

Jugendleiter Sebastian Peter ging in seinem Bericht auf die Narrenolympiade der Pflugraicher Uttenweiler ein. Er freute sich auch darüber, dass in vielen Zünften inzwischen schon die Kinder und Jugendlichen verstärkt Pyramiden auf den Umzügen stellten. „Wir können darauf stolz sein.“ Er betonte auch die Wichtigkeit der Jugendleiter in den einzelnen Zünften, aber auch, dass der Nachwuchs mit ihnen ein Mitsprachrecht bei Entscheidungen des Zunftrates hat.

Für den Medienausschuss berichtete Vizepräsident Frank Spleiß. Er warb um Beschickung der Homepage.

Für das Ordenskapitel sprach Chronist Reiner Stadler. Er wies darauf hin, dass nicht vergebene Orden jeweils neu beantragt werden müssen. Gemeinsam mit dem Ordensantrag müssten auch die jeweiligen Laudationen als Word oder pdf-Datei mit geschickt werden, um diese auch bearbeiten zu können. Stichtag dafür sei der 15.08.

Momentan würden die seit 2016 gültigen Ordensregeln überarbeitet.

Die Protokollerin Anita Kauschinger bat darum, den Erfassungsbogen ausgefüllt zurückzuschicken, damit alle Zünfte langfristig richtig erfasst werden können.

Den längsten Vortrag hielt Brauchtumer Andreas-Heine Strahl, für den der Frühjahrs-Konvent eine Art Heimspiel war, denn seine Frau stammt aus Ellwangen. Neben der Bekanntgabe der Termine für den Brauchtumsausschuss, der über die Endabnahme neuer Häser und die Zulassung geänderter Häser entscheidet, berichtete er über die verschiedenen Projekte des Ausschusses, etwa die Erneuerung des Sprecherbuches, die Neufassung der Schwarzen Liste für Neugründungen oder die Weiterführung und Konsolidierung der Perchten- und Krampusliste. Es sei den Veranstaltern von Umzügen überlassen, Rauchbomben zu erlauben, aber er sehe da einen Konflikt mit den Grundsätzen des ANR und auch andere Veranstalter (wie etwa Bad Wurzach) hatten in ihren Einladungen auf das Verbot hingewiesen.

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Ein weiteres Problem auf Umzügen seien die Beschallungswagen, die im Übrigen ebenfalls GEMA-pflichtig seien. Ein Runterdrehen der Lautstärke an der Ehrentribüne und danach wieder Vollgas weiter zu machen, sei respektlos den Musikgruppen gegenüber. Für das Einhalten der GEMA-Regeln sei die veranstaltende Zunft verantwortlich und könne bei Verstößen haftbar gemacht werden.

Das immer mehr um sich greifende Problem, dass Hästräger in vollem Ornat die Maske während des Umzugs lüften, um mit dem Handy zu filmen, sei ein absolutes No-Go. Womit er schon mitten in den Verhaltensregeln für die ANR-Narren angelangt war: z.B. über das richtige Verhalten bei Zunftmeisterempfängen. Als Zunftvertreter, aber auch als veranstaltende Zunft. Und auch, wie man danach auf den Umzügen mit den Zuschauern und anderen Beteiligten interagiere, sei eine wichtige Sache für das Image der jeweiligen Zunft aber auch für den ANR. Dafür, dass es in dieser Saison zu keiner Abmahnung für eine ANR Zunft gekommen sei, bedankte sich Präsident Stark bei seinen Zunftmeistern.

Nächstes Thema auf der Tagesordnung war die Unterstützung der Veranstalter der Ringtreffen durch den Arbeitskreis. Stark verwies auf das nächste Treffen des Arbeitskreises am 19.05., bei dem die Rahmenbedingungen festgelegt würden.

Kassenbericht

Nachdem die neuen Zunftmeister oder Vizezunftmeister sich in einer kurzen Vorstellungsrunde vorgestellt hatten – so bekam unter anderem die Ravensburger Schwarz-Veri-Zunft einen neuen Chef, während die Vogter Heufresser, deren Patenzunft die Haidgauer Chadaloh sind, zu ihrem Altbewährten zurückkehrten – und einer kleinen Verschnauf- bzw. einer Raucherpause, ging es mit dem Kassenbericht von Schatzmeister Fridolin Aierstock weiter. Anhand der Zahlen war deutlich zu erkennen, dass die Kasse des ANR in den letzten 31 Jahren von Aierstock sehr gut geführt worden war, der sich auch nicht gescheut hatte, für säumige Zahler einen „Motivations“-Beitrag einzuführen. Auf jeden Fall konnte er der Versammlung bei seinem letzten Kassenbericht einen Gewinn im mittleren vierstelligen Bereich präsentieren. Dies konnten auch die Kassenprüfer, beim ANR Ringfilzer genannt, bestätigen, die dem scheidenden Schatzmeister eine einwandfrei geführte Kasse bestätigten.

Wahlen

Somit stand der Entlastung des gesamten Präsidiums nichts mehr im Wege. Ehrennarr Michael „Moser“ Weinmann nahm diese vor und leitete auch die anschließende Neuwahl des Schatzmeisters, der vorerst für ein Jahr gewählt wurde. Gewählt wurde der einzige Kandidat, Alexander Cerny, Vizezunftmeister der Narrengemeinschaft Hasle-Maale Stetten.

Dieser ist seit 16 Jahren Bankkaufmann und eigenen Angaben zufolge „sind er und die EDV-Technik gute Freunde.“ Ihm liege die Fasnet besonders am Herzen, sagte er, ehe ihm Stark die Narrenkette des Schatzmeisters umlegte.

Anschließend berichtete Fridolin Aierstock, wie sein Nachfolger gelernter Bankkaufmann, wie er in den 31 Jahren vier Narrenmeister ertragen habe, aber auch, dass er damals eigentlich als Protokoller vorgesehen war. Und wie man gemeinsam nach einem Satzungsdesaster, verursacht durch einen „grottenschlechten Anwalt“, das Schiff ANR auf Kurs gehalten habe. Dafür erntete er langanhaltenden Applaus.

Alle drei Anträge für die Vergabe der Freundschaftstreffen 2028 an Leimbach, Mochenwangen und Uttenweiler wurden bestätigt, so dass die Zünfte dort ihre Planungen konkretisieren können.

Fridolin Aierstock zum Ehrennarren ernannt

Unter Punkt Ehrungen wurde der Antrag des Präsidiums auf Ernennung von Fridolin Aierstock zum Ehrenarren behandelt, weswegen der Genannte für die Zeit der Antragsbehandlung aus dem Saal geführt wurde.

Seine närrische Karriere begann beim Fanfarenzug Uttenweiler, danach wurde er Kanzellar bei den Pflug-Raichern. Beim ANR hatte 62 Konvente miterlebt, 200 Präsidiumssitzungen, 30 ARGE-Treffen und 7 Ringtreffen vorbereitet. Seit 31 Jahren hatte er die Kasse des ANR hervorragend verwaltet, deswegen konnte Versammlung den Antrag auf die Ernennung zum Ehrennarr gar nicht ablehnen. Und so erfolgte die Wahl unter Führung eines anderen Ehrennarres, Michael Weinmann, einstimmig.

Der Abschluss des diesjährigen ANR-Frühjahrs-Konvent wurde daher zu einer sehr emotionalen Angelegenheit. Der scheidende Schatzmeister wurde von seinen Kollegen mit Geschenken und Ehrenbezeigungen überhäuft und die Zunftmeisterversammlung feierte ihn mit stehenden Ovationen. Chapeau, denn trotz aller Emotionalität wurde von der Versammlung diszipliniert der vorgegebene Zeitrahmen eingehalten.
Bericht und Bilder: Uli Gresser

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30.04.2026
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