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    NABU: Weniger Finken im Südwesten?

    Am Freitag, 8. Mai, startet die 22. bundesweite „Stunde der Gartenvögel“

    Foto: NABU/Frank Hecker
    Buchfink
    veröffentlicht am: 05.05.2026
    Autor: Anke Beisswänger, NABU
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Stuttgart – Weißt du, wie viel Vöglein durchs Ländle fliegen? Der NABU Baden-Württemberg will es genau wissen und ruft zur bundesweiten Citizen Science-Aktion auf. Am Wochenende ist die 22. „Stunde der Gartenvögel“, zu der der NABU und sein bayerische Partner LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) gemeinsam einladen.

    „Alle können mitmachen – egal, wie groß oder klein das Natur-Wissen ist. Der NABU bietet zahlreiche Tipps und Hilfen, um Vögel zu erkennen. Die Ergebnisse der Zählung liefern wichtige Anhaltspunkte über die Entwicklung häufiger Arten in unseren Siedlungen“, sagt NABU-Vogelexperte Stefan Bosch. Im vergangenen Jahr waren deutschlandweit rund 58.000 Menschen dabei und haben über 1,1 Millionen Vögel gemeldet. Im Südwesten haben rund 6.000 Vogelfreundinnen und -freunde mehr als 109.000 Vögel gezählt. 

    Sauberkeit schützt Vögel vor Krankheiten

    Ein besonderer Blick gilt in diesem Jahr den Finken. „Uns werden seit Jahren immer wieder tote Grünfinken und seltener auch andere Finkenverwandte, wie Buchfinken, Gimpel und Stieglitze, gemeldet. Oft sind gleichzeitig mehrere Vögel betroffen. Diese lokalen Verluste spiegeln sich in der Verbreitungskarte der Stunde der Gartenvögel deutlich wider“, sagt Bosch. „Da die Vögel meist an Futter- und Wasserstellen gefunden wurden, könnten sie sich mit den einzelligen Parasiten Trichomonas gallinae angesteckt haben. Sie befallen den oberen Verdauungstrakt und eine Erkrankung endet unbehandelt besonders für Finken oft tödlich. Uns Ornithologen interessiert, ob weniger Finken gemeldet werden.“ Neben Infektionen spielt bei den Finkenvögeln auch die Nahrung eine wichtige Rolle – viele Arten ernähren sich von Sämereien, die sie immer seltener finden.

    NABU-Vogelfachmann Bosch betont: „Sauberkeit am Futterhaus und an den Wasserstellen ist immer wichtig, damit sich Parasiten nicht so stark ausbreiten können. Gerade wer jetzt noch füttert, nutzt am besten Futtersäulen, damit die Vögel nicht durchs Futter laufen. Zum Schutz von Jungvögeln aktuell bitte keine ganzen Nüsse, Kerne und Fett anbieten.“ Werden die Kleinen von den Eltern damit gefüttert, können sie ersticken.

    Wer einen Garten hat, sollte diesen vielfältig und vogelfreundlich gestalten, mit Wildobsthecken, heimischen Stauden, Wildblumenwiese, Kräuterbeet, Teich und Totholzstapel. „In einem naturnahen Garten finden Vögel immer genug zu fressen und geschützte Brutplätze“, so Bosch. „Und es gibt dort mehr Vögel zu beobachten!“

    Ruhiger Platz und eine Stunde Zeit

    Bei der „Stunde der Gartenvögel“ (8. bis 10. Mai) nimmt man sich eine Stunde Zeit und zählt von einem ruhigen Ort im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster von jeder Vogelart die höchste Anzahl, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen oder hören ist. Die Uhrzeit ist frei wählbar, allerdings sind Vögel morgens und abends besonders munter und leichter zu entdecken. Die Beobachtungen können online unter www.stundedergartenvoegel.de oder mit der kostenlosen NABU-Vogelwelt-App gemeldet werden (Download:www.NABU.de/Vogelwelt). Meldeschluss ist der 18. Mai. Es gibt attraktive Preise zu gewinnen.

    Schlau machen und Vögel erkennen

    Wer sich vor der Aktion über die Gartenvögel schlau machen will, findet viele Infos unter www.stundedergartenvoegel.de, darunter Porträts der 40 häufigsten Gartenvögel, Vergleiche der am häufigsten verwechselten Vogelarten, einen Vogeltrainer sowie den Vogel-Podcast des NABU „Reingezwitschert“. Auf der Seite sind ab dem ersten Zähltag auch Zwischenstände und erste Ergebnisse abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden.

    Für Kinder bietet die NAJU die „Schulstunde der Gartenvögel“ vom 4. bis 8. Mai an. Weitere Infos unter www.NAJU.de/SdG.

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    Anke Beisswänger, NABU
    veröffentlicht am
    05.05.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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