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    30 Jahre Begleitetes Wohnen in Familien bei der Stiftung Liebenau

    Am Anfang stand Pionierarbeit

    Foto: Stiftung Liebenau
    Andreas Liehner (Mitte) freut sich über die unerwarteten Geschenke der Gastfamilien.
    veröffentlicht am: 22.06.2026
    Autor: Susanne Droste-Gräff, Stiftung Liebenau
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Meckenbeuren – Ein ganz besonderes Jubiläum konnte die Stiftung Liebenau im Juni feiern: Seit 30 Jahren gibt es das Angebot Begleitetes Wohnen in Familien (BWF), das Menschen mit Unterstützungsbedarf ermöglicht, in einer Gastfamilie zu leben. Dieses besondere Erfolgsmodell wurde nun mit einem großen Sommerfest im Schlossgarten in Liebenau gewürdigt. 150 Menschen mit und ohne Handicap waren der Einladung gefolgt.

    Vor 30 Jahren war der Inklusionsgedanke in der Gesellschaft noch weit weniger verbreitet als heute. Menschen mit Behinderungen lebten damals überwiegend an großen Standorten wie den Fachzentren Liebenau, Rosenharz oder Hegenberg der Stiftung Liebenau. Doch nicht für alle ist ein solches Umfeld die passende Lebensform. „Eine Institution kann nicht denselben familiären Rahmen bieten wie eine Gastfamilie“, betonte Christian Kiebler, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der Liebenau Teilhabe.

    Anfängliche Skepsis

    Das neue Angebot stieß zunächst auf Skepsis. Franz Walter, ehemaliger Leiter der Ambulanten Dienste, der das Konzept maßgeblich vorantrieb, erinnert sich: „Probiert es – aber es darf nichts passieren“, lautete damals die vorsichtige Zustimmung der Geschäftsführung. „Mut und Leidenschaft waren damals genauso gefragt wie heute“, berichtete Walter, der als Ehrengast am Sommerfest teilnahm.

    Geschichten hinter den Zahlen

    Heute leben 75 Menschen in Gast- und Pflegefamilien, darunter 44 Kinder. Hinter diesen Zahlen stehen ganz persönliche Geschichten: von tragfähigen Beziehungen, die über Jahre oder Jahrzehnte gewachsen sind, von dem Mut, einen fremden Menschen in die eigene Familie aufzunehmen, und von den vielfältigen Fähigkeiten und Ressourcen, die Gastfamilien mitbringen. Es sind Geschichten gelebter Inklusion – geprägt von Herzenswärme, Zuneigung und Geborgenheit.

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    Dank an das Team

    All dies wäre ohne das engagierte Team des BWF nicht möglich. Mit hoher Professionalität, fachlicher Kompetenz und großem Herzblut begleiten die Mitarbeitenden Familien und Klientinnen und Klienten gleichermaßen. Andreas Liehner, Leiter der Ambulanten Dienste, ist besonders stolz darauf, dass in den vergangenen 30 Jahren nur sechs Kolleginnen vor dem Renteneintritt ausgetreten sind. Diese Kontinuität sichere eine hohe Qualität der Arbeit.

    Gemeinsam stark

    Als Zeichen der Wertschätzung überraschten die Gastfamilien die Mitarbeitenden mit einem spontanen Beitrag: „Ihr Dienst ist zuverlässig – man kann sich immer auf Sie verlassen“, sagte eine Pflegemutter und überreichte ein stabiles Holzbrett mit der Aufschrift „Gemeinsam stark“. Symbolisch für die Vielfalt der Familien wurde zudem verschiedenes Obst – von Apfel bis Zitrone – zu einer bunten Mischung zusammengestellt: ein lebendiges Bild für Vielfalt und Zusammenhalt auf einem soliden Fundament.

    Vielseitiges Programm

    Im Anschluss an den offiziellen Teil erwartete die Gäste ein abwechslungsreiches Programm: Die Inklusionsband Reisegruppe Fröhlich sorgte für musikalische Unterhaltung, es gab Kinderschminken, einen Menschenkicker, Führungen über das Stiftungsgelände sowie einen eigens produzierten Film mit Einblicken in das Leben von Gastfamilien. Auch kulinarisch war einiges geboten: Die Gäste wurden mit verschiedenen Salaten und Dinnete versorgt. Nach über vier Stunden klang das Fest bei guten Gesprächen und ausgelassener Stimmung aus.

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    Susanne Droste-Gräff, Stiftung Liebenau
    veröffentlicht am
    22.06.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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