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    Über Crowdfunding 6000 Euro für Tablets auf allen Fahrzeugen beschafft

    VGV organisierte großzügige Unterstützung für die Feuerwehr Kißlegg

    Foto: FFW Kißlegg
    Unser Bild zeigt (von links) Andreas Wiltsche (Kommandant), Patrick Eisenhöfer (Hotel-Gasthof „Ochsen“), Dominik Schellhorn (Fa. Gomm Fahrzeugbau), Stefan Karrer (Hotel-Gasthof „Ochsen“), Isidor Kohler (I. Kohler GmbH), Bernd Dux (Stengele Holz- und Kunststofftechnik GmbH und Bürgermeister-Stellvertreter), Dr. Marius Beyersdorff (PEKANA Naturheilmittel GmbH), Leopold Frei (Anton Frei Schreinermeister & Restaurator), Dieter Krattenmacher (Bürgermeister), Florian Schneider, Anton Frei (Anton Frei Schreinermeister & Restaurator). Auch den auf dem Bild nicht vertretenen Spenderfirmen gebührt unser Dank für deren herausragende Unterstützung: APEG Automarkt im Allgäu GmbH, GLW GmbH, Hans Rinninger u. Sohn GmbH u. Co. KG, KSM-ELECTRONIC GmbH, mbk Maschinenbau GmbH.
    veröffentlicht am: 19.04.2026
    Autor: Tobias Dunst, Freiwillige Feuerwehr Kißlegg
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Kißlegg – Das Hochwasser im Jahr 2024 hat vielen Bürgerinnen und Bürgern in Kißlegg eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig eine schlagkräftige, gut ausgebildete und vor allem gut ausgestattete Feuerwehr ist. Auch die im Verkehrs- und Gewerbeverein Kißlegg (VGV) engagierten Gewerbetreibenden nahmen die enorme Leistung der Feuerwehr an jne, Wochenende aufmerksam wahr.

    Für die Feuerwehr Kißlegg wurde das Hochwasserwochenende zu einer „Feuertaufe“. Über 120 Einsatzaufträge mussten infolge von Starkregen und Hochwasser abgearbeitet werden – eine Lage, die die Einsatzkräfte bis an die Grenzen ihrer Ressourcen forderte.

    Ein Glück im Unglück war, dass diese Großschadenslage erstmals digital geführt werden konnte. Die Führungsgruppe der Feuerwehr Kißlegg hatte sich über Jahre hinweg intensiv mit der dafür notwendigen Hard- und Software beschäftigt und die entsprechenden Abläufe immer wieder geprobt. Dadurch konnte die strukturierte Abarbeitung der Einsätze sowie deren Dokumentation deutlich effizienter erfolgen.

    Gerade bei einer sogenannten Flächenlage mit zahlreichen, zeitlich eng aufeinanderfolgenden Einsatzstellen ist eine funktionierende Kommunikation entscheidend. Einsatzaufträge müssen Einheiten zugewiesen, Lagebilder übermittelt und Maßnahmen koordiniert werden. Geräte und Material verbleiben teilweise vor Ort, weitere Einsatzstellen ergeben sich während der Fahrt oder durch Erkundung. All diese Informationen laufen in der Führungsgruppe zusammen und werden in der Regel über Funk übermittelt – was zu einem hohen Funkaufkommen und damit zu einer erheblichen Belastung der Einsatzkräfte führt.

    Digitale Unterstützung kann hier spürbar entlasten. Tablets mit der Einsatzmanagementsoftware Fireboard ermöglichen es den Einheiten vor Ort, Einsatzmaßnahmen zu dokumentieren, Lagebeschreibungen zu übermitteln oder dem Einsatzleiter im Gerätehaus per Video-Call ein aktuelles Bild der Lage zu liefern. Auch der genaue Standort der Fahrzeuge kann übertragen werden – ganz ohne zusätzlichen Funkverkehr.

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    Florian Schneider und Dr. Marius Beyersdorff gaben den Anstoß

    Allerdings ist eine solche Ausstattung mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden. In einem Gespräch über das Hochwasserwochenende zwischen Florian Schneider, Gewerbetreibendem und Mitglied der Einsatzabteilung der Feuerwehr Kißlegg, und Dr. Marius Beyersdorff, dem Vorsitzenden des VGV, entstand daher die Idee, diese Lücke über eine Crowdfunding-Aktion zu schließen. Um die notwendigen rund 6000 Euro für Tablets auf allen Fahrzeugen sowie die entsprechenden Softwarelizenzen zu beschaffen, wurde gemeinsam ein Konzept entwickelt, das von der Spendenakquise bis hin zur Ausstellung der Spendenbescheinigungen alle organisatorischen Aspekte umfasste.

    Nach einigen Monaten der Schulung und Erprobung konnten die Tablets schließlich in den Einsatzbetrieb integriert werden, wofür das fünfköpfige Admin-Team der Feuerwehr Kißlegg über 100 Stunden ehrenamtliche Arbeit aufgebracht hat. Den Spenderinnen und Spendern wurde der konkrete Mehrwert ihrer Unterstützung bei einem Planspiel vorgestellt, für das sich über 20 Angehörige der Abteilung Kißlegg zur Verfügung stellten. Die Simulation wurde dabei von einem realen Einsatz begleitet – so dass Funktionalität und Abläufe unter echten Stressbedingungen und mit spontan angepasstem Konzept demonstriert werden konnten.

    Die Gemeinde sprach ihren Dank aus

    Auch Bürgermeister Dieter Krattenmacher und sein Stellvertreter Bernd Dux ließen es sich nicht nehmen, durch ihr persönliches Erscheinen den Dank der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen. Bürgermeister Krattenmacher nutzte die Gelegenheit zudem, den anwesenden Gewerbetreibenden einen Einblick in die kommenden Herausforderungen der Feuerwehr zu geben. Neben der Ausstattung rückt dabei zunehmend auch die Unterbringung der Feuerwehr in den Fokus. Das Gerätehaus stammt in großen Teilen noch aus dem Jahr 1965. Was damals für die Zukunft gebaut wurde, ist heute vielerorts an seine Grenzen geraten: Die Fahrzeughallen sind für moderne Einsatzfahrzeuge zu klein, Hygienestandards haben sich deutlich weiterentwickelt und auch die Menge an Geräten, Schutzkleidung und Fahrzeugen ist erheblich gewachsen. Das Gebäude platzt sprichwörtlich aus allen Nähten. Verwaltung und Gemeinderat beschäftigen sich daher intensiv mit der Frage, ob der bestehende Standort ertüchtigt werden kann oder ein Neubau erforderlich ist.

    Im Anschluss an die Vorführung kam es bei einem kleinen Vesper zu einem regen Austausch zwischen Feuerwehr, Spendern und Vertretern der Gemeinde. Für die Feuerwehr Kißlegg markiert die neue Ausstattung einen wichtigen Meilenstein: Nach dem Aufbau der Führungsgruppe, der Einrichtung der notwendigen Infrastruktur im Führungsgerätehaus sowie der Beschaffung eines Einsatzleitwagens ergänzen nun zehn Tablets mit Softwarelizenzen und ein Apple-TV zur Bildübertragung auf den Beamer die digitale Einsatzführung.

    Gerade bei großflächigen Einsatzlagen mit hohem logistischem Aufwand bedeutet diese Ausstattung einen erheblichen Mehrwert für die Arbeit der Feuerwehr – und damit letztlich für die Sicherheit der gesamten Gemeinde: die Feuerwehr Kißlegg ist eine der führenden Wehren im Landkreis Ravensburg im Bereich des digitalen Einsatzmanagements.

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    Tobias Dunst, Freiwillige Feuerwehr Kißlegg
    veröffentlicht am
    19.04.2026
    Lesedauer: ca. 4 Minuten
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