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    Einweihungsfest im Café Fatima am 5. Juli

    In Immenried erstrahlt eine Kapelle in neuem Glanz

    Foto: Kapellenverein Oberreute & Windhag
    Die sanierte Kapelle am Windhag
    veröffentlicht am: 01.07.2026
    Autor: Martin Müller
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Immenried – Der Windhag bei Immenried ist für seine rauhen Winde und Schneeverwehungen bekannt. Er liegt nur wenige hundert Meter vom Ortseingang des 700-Seelen-Dorfes, das zur Gemeinde Kißlegg gehört, entfernt an der L265.

    Auf dieser Anhöhe steht seit 1889 eine kleine Kapelle zu Ehren „Unserer Lieben Frau von Lourdes“, die seit Jahrzehnten in Immenried und Umgebung nur als „Schulers Käpelle“ bekannt ist. Diese Bezeichnung geht auf den Namen der ehemaligen Bewohner des Nachbarhauses Theobald und Sophie Schuler zurück, die dort bis in die 1980er Jahre lebten. Das Kleinod steht unter Denkmalschutz. Doch seine relativ ungeschützte Lage vor schlechter Witterung und sein sehr naher Standort an der viel befahrenen Landesstraße setzten diesem Schmuckstück in den vergangenen Jahrzehnten dermaßen zu, dass es immer mehr zu einem Sanierungsfall wurde. 

    Weil sich niemand finden ließ, der die Aufgabe einer grundlegenden Sanierung bewerkstelligen konnte, nahm sich der ehemalige Ortsheimatpfleger der Gemeinde Kißlegg, Heinz Linder, dem Schicksal der Kapelle an und sensibilisierte Bürgermeister Krattenmacher und den bereits bestehenden Kapellenverein Oberreute e.V., den drohenden Verfall dieser Kapelle zu verhindern. 

    Während Heinz Linder Zuschüsse für die Sanierung organisierte und die„Denkmalschutzrechtliche Genehmigung“ durch das Landratsamt Ravensburg erwirken konnte, entschieden die Mitglieder des Kapellenvereins den Namen und Zweck ihres Vereins so zu erweitern, dass der Verein die Möglichkeit hatte, die Sanierung auch dieser Kapelle am Windhag federführend zu organisieren und Spenden dafür zu sammeln. Unter dem neuen Namen „Kapellenverein Oberreute & Windhag“ wurde das Projekt Sanierung der Kapelle am Windhag gestartet. Einige Anlaufschwierigkeiten und die Auswirkungen der Corona-Pandemie verzögerten den Sanierungsbeginn allerdings bis ins Jahr 2024.

    Der erste Sanierungsschritt erfolgte dann durch die Gemeinde Kißlegg. Bürgermeister Dieter Krattenmacher beauftragte den Bauhof der Gemeinde, die bereits von großen Rissen gezeichnete Außenfassade zu sanieren und notwendige Entwässerungsmaßnahmen rund um das Kapellchen vorzunehmen. Danach begann die Zimmerei Veser damit, den völlig maroden Dachstuhl der Kapelle zu ersetzen. Für eine fachmännische Renovierung der Heiligenfiguren im Innenraum, insbesondere der großen Holzbildwerke des Hl. Josef und der Gottesmutter, die sich links und rechts neben der zentral über dem Altar gestalteten Lourdesgrotte befinden, sorgte die Restaurierungs-Werkstätte Kopp aus Emerkingen. Sie übernahm auch die Restaurierung des Deckengemäldes und sensibler Wandbereiche des Innenraums, der ansonsten durch Eigenleistungen des Vereins und freiwilliger Helfer wieder in Stand gesetzt wurde. Hier sind vor allem Andreas Ettmüller hervorzuheben, der wichtige Gipser- und Anstricharbeiten ausführte, sowie Wolfgang und Roland Geisler als auch Fabian Frisch, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz einen großen Beitrag zum Gelingen der Renovierung leisteten.

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    Das von der Zimmerei Veser neu geschaffene Holzglockentürmchens kleidete Flaschnermeister Wolfgang Huber aus Kißlegg mit einen schönen Kupferbeschlag ein. Den Ablauf der Kapellensanierung organisierte federführend Andreas Veser, Zimmerermeister und erfahrener Sanierer von Dachstühlen historischer und sakraler Gebäude. Hilfreich begleitet wurden die Sanierungsmaßnahmen auch von Frau Ursula Rückgauer, zuständig für den Denkmalschutz im Landratsamt Ravensburg. Insgesamt wäre die Instandsetzung der Kapelle aber ohne Zuschüsse vom Denkmalschutz des Landkreises Ravensburg, der Stiftung WEG.ZEICHEN der Diözese Rottenburg-Stuttgart, des Vereins zur Erhaltung sakraler Kulturgüter e.V.  der Kreissparkasse Ravensburg, sowie der Unterstützung durch die Gemeinde Kißlegg und der ehrenamtlichen Leistung freiwilliger Helfer des Kapellenvereins nicht möglich gewesen.

    Dass die Kapelle am Windhag nun wieder in neuem Glanz erstrahlt und den Eingang Immenrieds mit ihrem friedvollen Charme schmückt, möchten die „Retter dieser Kapelle“ nun gemeinsam mit möglichst vielen Menschen feiern. Deshalb laden sie am Sonntag, 5. Juli, zur Einweihung der Kapelle und einem anschließenden Fest ein.

    Um 14 Uhr wird Pfarrer Gunnar Sohl von der Seelsorgeeinheit Kißlegg die Kapelle einweihen (Parkmöglichkeiten sind vorhanden) bevor anschließend ab 14.30 Uhr beim Café Fatima in Immenried mit Grillgut und Kaffee und Kuchen die Renovierung dieser denkmalgeschützten Kapelle gefeiert wird, wozu alle herzlich eingeladen sind. Das Fest soll auch zur Finanzierung der Gesamtkosten beitragen, die sich einschließlich vieler Eigenleistungen auf etwa 60.000 € belaufen. 

    In Zukunft soll die jahrzehntelang geschlossene Kapelle, die während des Einweihungstages am kommenden Sonntag erstmals wieder besichtigt werden kann, regelmäßig geöffnet sein. 

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    Martin Müller
    veröffentlicht am
    01.07.2026
    Lesedauer: ca. 4 Minuten
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