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Noch bis Pfingsten: Friedrich Hechelmanns Osterbaum

Fragile Meisterwerke in der Marienkapelle

Foto: Herbert Eichhorn
Die Ostereier der ungarischen Künstlerin Tünde Csuhaj, das ist meisterhaftes Kunsthandwerk.
veröffentlicht am: 25.04.2026
Autor: Herbert Eichhorn
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Isny – Klar: Ostern ist vorbei. Die großen Deko-Ostereieier sind aus den Schaufenstern verschwunden, ebenso wie aus den Supermarktregalen die goldenen Schokohasen mit dem Glöckchen um den Hals. Nach dem Kirchenkalender dauert die Osterzeit aber noch bis Pfingsten. Daher steht in der Marienkapelle Friedrich Hechelmanns so besonderer Osterbaum auch noch bis dahin.

Die Marienkapelle lag dem Maler Friedrich Hechelmann am Herzen. Foto: Herbert Eichhorn

Die ursprünglich aus dem Mittelalter stammende Marienkapelle, zwischen der Stadtpfarrkirche St. Georg und Jakobus und den früheren Klostergebäuden gelegen, ist ein ganz besonderer Ort. Anders als im hellen Kirchenraum nebenan herrscht in der Kapelle mit ihrer schönen alten Ausstattung aus der Barockzeit oft ein leichtes, fast mystisches Dämmerlicht. Und wenn dann in der Weihnachtszeit dort vor dem Altar Friedrich Hechelmanns Christbaum oder jetzt in der Osterzeit sein Osterbaum mit künstlichen Blüten stehen, dann hat das eine ganz eigene Wirkung.

Hechelmanns Osterbaum in der Marienkapelle. Foto: Herbert Eichhorn

Die Marienkapelle lag dem Isnyer Maler, der 2024 verstorben ist, sehr am Herzen. Im Jahr 2017 konnte er den Flügel der Klosteranlage mit der Marienkapelle erwerben und renovieren. Heute gehört die Marienkapelle daher der „Friedrich Hechelmann und Schloss Isny Kunst- und Kulturstiftung“. Sie ist vom rechten Seitenschiff der Kirche aus frei zugänglich. Wichtig war dem Maler vor allem die Ausschmückung der Kapelle in der Weihnachts- und in der Osterzeit. Für seinen Weihnachtsbaum, der auch nach seinem Tod jedes Jahr wieder aufgebaut wird, sammelte er historischen Christbaumschmuck aus Glas und ließ zusätzlich auch noch welchen von einem fränkischen Glasbläser herstellen. Für das Gegenstück, seinen Osterbaum gab er sehr ungewöhnliche Ostereier bei einer renommierten ungarischen Kunsthandwerkerin in Auftrag.

Die Ostereier von Tünde Csuhaj sind kunstvolle kleine Meisterwerke. Foto: Herbert Eichhorn

Tünde Csuhaj, die in der Nähe von Budapest lebt und arbeitet, ist berühmt für ihre kunstvollen Ostereier. Aus Schwanen-, Gänse- und Hühnereiern entstehen unter ihren Händen wahre kleine Meisterwerke. Mit feinen Bohrern und einer speziellen Ätztechnik schafft sie raffinierte Strukturen, die an textile Spitze, aber auch an fragile Gebilde aus Elfenbein erinnern. Jedes Ei ist dabei ein Unikat. Die große Vielfalt der verwendeten Ornamente lässt einen staunen. In manchen Jahren ist der Osterbaum in der Marienkapelle zusätzlich noch mit von Hechelmann bemalten Straußeneiern dekoriert. Diese hängen in diesem Jahr nicht am Baum, sie sind aber ebenfalls noch bis Pfingsten zu sehen. Ausgestellt sind sie im Schloss im sogenannten Kunstgewölbe, das – anders als das übrige Schloss – allerdings nur samstags und sonntags geöffnet ist.

Wer also noch Lust hat auf einen Nachklapp zu Ostern oder wer einfach an hochkarätigem Kunsthandwerk interessiert ist, dem kann ein Besuch in der Marienkapelle nur empfohlen werden.
Herbert Eichhorn

Auf Youtube gibt es übrigens ein kurzes Filmchen, das Tünde Csuhaj bei ihrer Arbeit zeigt.

In der Galerie noch weitere Bilder des Osterbaums in der Marienkapelle.

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Herbert Eichhorn
veröffentlicht am
25.04.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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