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Regisseur Johannes Krug und Helga Reichert genießen die Filmtage.

Ravensburg – Die Filmtage Oberschwaben verabschieden sich mit ihrer 6. Festivalausgabe (8. bis 11. Oktober) vom legendären Ravensburger Frauentorkino, das voraussichtlich ab Sommer 2027 umgebaut werden wird. Gleichzeitig startet die erstmals stattfindende Oberschwaben Kurzfilmtour mit der Auftaktveranstaltung am 10. Oktober im Kulturzentrum Linse in Weingarten.

Gefördert von der BW Stiftung Kultur und der LBBW Stiftung planen die Filmtage Oberschwaben mit der Oberschwaben Kurzfilmtour ein Projekt, welches über die jährliche Herbstveranstaltung hinausgeht. Sechs kuratierte Kurzfilme, die alle in Oberschwaben entstanden sind und die die Vielfältigkeit und Kreativität der hiesigen Filmschaffenden repräsentieren, werden im Frühjahr 2027 im Rahmen einer Kinotour an verschiedenen Spielstätten der Region gezeigt. Bevor im Dezember die Tournee-Orte bekanntgegeben werden, kann sich das Publikum der Filmtage Oberschwaben auf die Filme am Festivalsamstag, 10. Oktober, um 20.30 Uhr in Weingarten freuen. Auch hier werden die Regisseurinnen und Regisseure anwesend sein.

Bereits am Donnerstag, 8. Oktober, werden die Filmtage Oberschwaben im Ravensburger Frauentorkino eröffnet. Festivalleiterin Helga Reichert hat als Eröffnungsfilm die irisch-deutsche Dramakomödie „Once upon a Time in a Cinema“ ausgewählt. Es ist eine ebenso liebevolle wie augenzwinkernde Hommage an das Kino. Die Handlung spielt in Echtzeit in einem irischen Provinzkino, in dem gerade „Atemlos“ mit Richard Gere gezeigt wird. Während im Saal das Chaos regiert, versucht der gestresste Besitzer, die völlig aus dem Ruder laufende Freitagabendvorstellung zu überstehen.

Ein Highlight aus dem Festivalprogramm ist sicher der Spielfilm „Block 10“. Er beschreibt die Zustände in einem gesonderten Block des KZ Ausschwitz, in dem medizinische Experimente an jüdischen Frauen vorgenommen wurden. In den Hauptrollen: Christian Berkel und Axel Prahl. Der Film gewann beim Festival des Deutschen Films Ludwigshafen den Publikumspreis. Regisseur Marcus O. Rosenmüller wird zu den Vorführungen in Ravensburg und in Weingarten anwesend sein.

Ein regionales Highlight ist der Film „Snow Leopard“, der komplett ohne gesprochenen Dialog auskommt. Er wurde rund um Obermarchtal gedreht und feiert in Ravensburg Kinopremiere. Regisseur Marius Fischer lebt und arbeitet in den USA, wird aber für die Filmtage Oberschwaben in seine Heimat zurückkehren, um den Film persönlich vorzustellen.

Gleich zwei Dokumentarfilme des Regisseurs Michael Scheyer feiern im Rahmen der Filmtage Oberschwaben Weltpremiere: „7 Tage  am Limit – Weltrekord für Daniel Steinhauser“. 168 Stunden, 3.857 Kilometer, ein Weltrekord. Daniel Steinhauser will in sieben Tagen weiter Fahrrad fahren als jeder Mensch vor ihm. Doch während sein Körper zunehmend an seine Grenzen gerät, beginnt auch für sein Begleitteam ein Ausnahmezustand.

„The Magic of LIVE“ Während soziale Medien und KI-Algorithmen die Musikindustrie standardisieren und Musiker:innen die Existenz erschweren, bleibt die Live-Bühne ein unersetzbarer Zufluchtsort. Der Dokumentarfilm „The Magic of LIVE“ zeigt dies am Beispiel eines Popkonzerts einer Musikschule aus Biberach. Er beleuchtet die echte, emotionale Bedeutung von Live-Auftritten und die Verwirklichung von Träumen für junge und erfahrene Kunstschaffende.

Ein besonderes Highlight erwartet das Ravensburger Publikum am Freitag, 9. Oktober, um 18 Uhr im Frauentorkino. Der im Vorfeld vieldiskutierte Dokumentarfilm „Vaterstadt“ feiert seine Premiere. Man darf gespannt sein, wie die Regisseurin Anna Schubert, eine gebürtige Ravensburgerin, das traditionsreiche Rutenfest filmisch beleuchtet. In ihrer Inhaltsangabe schreibt sie: „Ein traditionsreiches Kinder- und Heimatfest stellt eine süddeutsche Kleinstadt jedes Jahr auf den Kopf. Was als ausgelassene Feier beginnt, offenbart ein komplexes Geflecht aus Ritualen, Hierarchien und Geschlechterbildern, in dem gesellschaftliche Normen und Machtstrukturen bis heute fortgeschrieben und gefestigt werden.“

Insgesamt erwartet das Festivalteam zu den vier Filmtagen rund 50 Regisseure, Schauspieler und weitere Filmschaffende in Ravensburg und Weingarten, die ihre Werke dem Publikum persönlich vorstellen. Erstmalig wird das Festival auch von der Filmförderung Baden-Württemberg unterstützt.

Alle Infos zum Festival unter: www.filmtage-oberschwaben.de


erschienen in Oktober 2026

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