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„Prinzessinnen auf Erbsen“

Theater der Werkrealschule war ein riesiger Spaß für alle Beteiligten

Foto: Ulrich Gresser
veröffentlicht am: 27.07.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Bad Wurzach – Das diesjährige Theaterstück der Werkrealschule bot wieder einiges: Mit wunderbar besetzten Rollen förderte Julia Kiebler, die gemeinsam mit Volker Brändle, Juliane Weishaupt und Rana Duman Regie führte, komödiantische Talente ans Tageslicht und bot bei allem Spaß auch noch einen Schuss Gruseleffekt.

Julia Kiebler, die Schulleiterin der Werkrealschule ist sehr Theater- und Musik-affin, deswegen führt die Theater-AG der Werkrealschule immer am Schuljahres-Ende ein Theaterstück auf. In diesem Jahr wurde „Prinzessinnen auf Erbsen“ von Ulrike Zeits von Julia Kiebler überarbeitet, aufgeführt. Dass an den Aufführungen jeweils die halbe Schule beteiligt ist, erklärte Konrektor Klaus Patzner, der bei den beiden Aufführungen am Mittwoch und Donnerstag die Begrüßung übernahm: „Man sieht bei der Premiere gar nicht, wieviel Arbeit und Zeit da dahinter steckt.“ Der Projektchor der Musik-AG unter der Leitung von Johannes Fuchs verdeutlichte diese Aussage, der die größeren Umbaupausen überbrückte. Und auch Bürgermeister Florian Schiller war sichtlich angetan von der Premiere.

Die Handlung von „Prinzessinnen auf Erbsen“

Die Rolle der „Edlen“ Charlotte von Buckelblau wurde der talentierten Hauptdarstellerin Rayana Ouro-Gouni von Julia Kiebler bei der Bearbeitung des Stückes auf den Leib geschneidert. Mal schüchtern und zweifelnd, mal selbstbewusst und zielgerichtet gibt sie sich auf der Bühne. Beim Film würde man sagen: Ganz großes Kino! Von allen Lotte genannt, lebt sie mit ihrer Freundin „Dieda“ , die von Buglem Dursun mit einem Schuss Verwegenheit gespielt wird, im Wald, wo sie sich mehr schlecht als recht durchschlagen.

Eines Tages bekommen die beiden im Wald Besuch: Zwei schwer unter Druck stehende Prinzessinnen, Berta Löffelholz von Brodau (Alya Uludag), deren Stärke eher in der Küche beim Backen liegt, und Alina Seidenschuh von Schaumburg (Lina Madlener), die sich lieber der Kunst des Fechtens widmet, kommen, um sich zu beratschlagen. Denn an diesem Abend soll sich Prinz Friedrich Wilhelm Alexander von Thun und Lasses, auch Willy genannt, dem Nic Josef Binder, die entsprechende Prinzen-Statur verleiht, entscheiden, wen er zur Frau nehmen will. Bei dem allerdings von Wollen keine Rede sein kann. Auch die Prinzessinnen Berta und Alina sehen dem königlichen Ball eher mit Grausen entgegen, weil zu deren Stärken eben nicht das Tanzen gehört. Das wiederum aber liebt Lotte und gibt den beiden ein wenig Nachhilfe.

Währenddessen wird auf dem Schloss über das abendliche Menü diskutiert („Oh, näää, nicht schon wieder Erbsen!“) und darüber, dass es wirklich an der Zeit ist, dass Willy heiratet und König wird. Deshalb flüchtet Willy zum Spaziergang in den Wald, wo er prompt auf die drei Prinzessinnen stößt, von denen sich zwei aber erstmal verstecken. Er lernt Berta kennen und ist begeistert von ihren Backkünsten. Das wiederum findet Alina gar nicht witzig. Diese versucht Willy mit einer Kussattacke („Wir müssen uns eben zwingen“) zu überrumpeln, der Willy nur mit knapper Not entgeht. Denn Alina im grünen Wams hat einen Plan, sie will Willy heiraten, um ihren Traum von einem gerechten Reich mit „Schulen für alle und sauberem Trinkwasser“ verwirklichen zu können.

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Als dann aber Lotte aus ihrem Versteck auftaucht, hat Willy nur noch Augen für sie. Er lädt sie spontan zum abendlichen Ball ein. Aber ist Lotte, die bei einem Bauern aufgewachsen ist, der sie vom Hof gejagt hat, als ihre Mutter starb, wirklich eine Prinzessin?

Im königlichen Lager kommen Zweifel auf. Und auch der Leibkoch des Königs (Emilijan Petrich) und der Diener (Adam Wesolowski) misstrauen der Sache und schmieden üble Pläne. Auch Dieda läßt Lottes Illusion, eine wahre Prinzessin zu sein, platzen wie eine Seifenblase, denn Lotte´s Mutter hatte sie immer „meine Prinzessin“ genannt.
Beim Ball hat Willy hat nur noch Augen für Charlotte. Um festzustellen, ob sie eine echte Prinzessin oder eine Betrügerin ist, werden alle Prinzessinnen und Dieda eingeladen, im Schloss zu übernachten („Pyjamaparty?“). Der König (Matthias Swoboda) persönlich legt jeder eine Erbse unter die Matratze. Die beiden anderen schlafen tief und fest. Auch Lotte schläft gut – nachdem sie die Erbse unter ihrer Matratze entfernt hat. Da Lotte die Erbse allerdings am nächsten Morgen nicht erwähnt, wirft der König sie aus dem Schloss, weil er sie nun endgültig für eine Betrügerin hält.

Der verliebte Willy möchte allerdings mit allen Mitteln verhindern, dass Lotte ihn wieder verlässt und so schmiedet er einen genialen Plan. Mitten in der Nacht weckt er den König und erzählt ihm von einem verrückten Traum, in dem ihm die lange verstorbene Großmutter des Königs erschienen sei. Diese „Erscheinung“ (herrlich gruselig von Maren Distel dargestellt) lobt den König für die weise Entscheidung, Willy und Lotte seinen Segen für die Hochzeit gegeben zu haben. Die Drohung der „Großmutter“, ihm ab sofort jede Nacht zu erscheinen, wirkt und der König stimmt der Hochzeit zu. Lotte und Willy feiern glücklich und beschließen umgehend, die Macht mit den Anderen zu teilen. Auch der König ist glücklich, denn er ist nun endlich die Last der Verantwortung los. Mit Unterstützung von Dieda kann er nun endlich das wahre Leben „da draußen“ kennenzulernen.

Die berechtigte Frage von Koch und Diener, die offensichtlich gefeuert wurden und mit ihrem Bündel auf der Schulter sich auf den Weg machen müssen, „Und was ist mit uns?“ beendet das Stück. Und bietet als Cliffhanger Chancen für eine Fortsetzung für das nächste Schuljahr, wenn es wieder heißt: „Vorhang auf“ für das Theater á la Werkrealschule. Die Zuschauer in diesem Jahr jedenfalls waren vom Dargebotenen begeistert.
Bericht und Bilder: Uli Gresser

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