Bad Wurzach (rei) – Im Rahmen des Tagesordnungspunktes „Bürger fragen“ in der Gemeinderatssitzung am Montagabend (27.7.) meldete sich Dr. Wolfgang Hübner zu Wort. Sein Thema: die wirtschaftliche Lage der Bürger-Genossenschaft, die das im Besitz der Stadt stehende Kurhaus betreibt. Hübner hatte seine Einlassung schriftlich ausgearbeitet. Wir dokumentieren sie im Wortlaut:
„Mein Name ist Wolfgang Hübner. Meine Frau und ich sind als Kurhaus-Genossen wie viele weitere Genossen und Bürger am Fortbestand des wiederbelebten Kursaals mit Restaurant sehr interessiert.
Bekannt ist das Kernproblem 156.000 Euro jährliche Kosten vom Saal. Wenn man 156.000 durch die Tagesmiete von 1300 € teilt, ergibt das 120 Tage im Jahr, an denen der Saal zu belegen wäre!
Völlig unmöglich, das schafft wohl die BigBox in Kempten.
Der „Torfstecher“ allein kann das also gar nicht schaffen. Und das Thema aussitzen und warten bis das Eigenkapital der Genossenschaft engagierter Bürger aufgebraucht ist, wäre unfair und ist nicht die Lösung, dann fallen ja die gesamten Kosten mit Leerstand wieder auf die Stadt zurück, wie wir das schon jahrelang hatten. Die Zeit drängt, mit der Entscheidung kann man nicht bis Weihnachten warten.
Deshalb bitte ich um Klärung folgender Fragen:
1. Wie macht Waldsee das mit seiner Stadthalle und dem „Haus am See“ und weiteren gemeindlichen Sälen mit gleicher Aufgabenstellung? Bitte erkundigen Sie sich, wie hoch dort der Abmangel ist, den die Gemeinschaft zu tragen hat, weil es auch dort nicht anders geht.
2. Wurzach hat mit seiner dezentralen Struktur weitere Säle in den Teilgemeinden zu unterhalten, die alle für das Gemeinwohl von hoher Bedeutung und unverzichtbar sind. Wie hoch sind dort die Kosten, welche die Stadt zu tragen hat und wieviel davon kann mit Einnahmen gedeckt werden?
3. Der Zustand der teils in die Jahre gekommenen Einrichtung des Kursaals wird regelmäßig bemängelt und weist manchen Mieter ab. Die Stadt als Eigentümer und Vermieter steht da in der Verantwortung. Was hat die Stadt dazu in Planung?
Abschließend möchte ich daran erinnern, dass es Leistungen in der Verantwortung einer Gemeinde gibt, welche dem Allgemeinwohl dienen und unverzichtbar sind und deren Kosten nicht durch Einnahmen vollständig gedeckt werden können.“
„Im Rahmen des Möglichen“
Bürgermeister Floran Schiller zeigte sich in seiner Antwort aufgeschlossen für das Bemühen der Kurhausgenossenschaft, das in der Vergangenheit – vor der Übernahme durch die Kurhaus-Genossen – wirtschaftlich in Schieflage geratene Kurhaus in sicheres Fahrwasser zu bringen. Er sei selbst Genosse, die Stadt halte Genossenschaftsanteile. Man fühle sich der Genossenschaft „sehr verbunden“, stehe im Austausch mit ihr. Aus dem Stand heraus machte er aber keine Versprechungen. Konkret nannte er nur die Übernahme der Kosten für die neuen Stühle. Man sei im Gespräch mit der Genossenschaft. Dabei sie auch die Pacht ein Thema. Wünsche würden gehört und „im Rahmen des Möglichen“ beachtet. Wörtlich sagte Schiller: „Die Mittel sind begrenzt.“
Die Meinung der Redaktion des „Wurzachers“ zur Kurhaus-Problematik lesen Sie nachstehend im Kommentar







