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Kapellen-Patrozinium

Brugger feierten ihr Rochusfest

Foto: Wolfgang Abele
16. August: Die Brugger feiern das Patrozinium ihrer Kapelle.
veröffentlicht am: 18.08.2026
Autor: rei
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Brugg (rei) – An gleich zwei Tagen feierten die Brugger das Patrozinium ihrer Rochus-Kapelle.

Samstag

Am 15. August – Mariä Himmelfahrt – hielt man eine konzertante Marienandacht. Alte Mariengebete wie „Unter deinen Schutz und Schirm“ und „Jungfrau, Mutter Gottes mein“ wurden im Wechsel zu Marienliedern, dargeboten von den Soulsisters Judith und Ruth Angele, gesprochen. Gebetet wurde auch das Magnificat sowie ein Marien-Gebet von Papst Benedikt aus der Enzyklika Deus est caritas. Unter den Marienliedern war auch eine Adaption des Beatles-Songs „Let it be“ („Lass es zu“). Die konzertante Marienandacht endete mit den von allen Besuchern inbrünstig gesungenen Liedern „Ein schöner Tag“ (deutsche Version von „Amazing Grace“) und „Guten Abend, gut‘ Nacht“.

Gäste aus Popielów

Die konzertante Marienandacht war überraschend stark besucht. Aus Bad Wurzach war unter Führung von Ulrika Stützle und Tobias Ernst vom Partnerschaftsverein eine derzeit in der Kurstadt weilende Gruppe aus Popielów nach Brugg herausgekommen und nahm an der Andacht teil.

Nach der Feier stand man noch eine Weile auf dem Vorplatz unter einem Pavillon-Dach zusammen, unterhielt sich gut und sprach den Getränken zu, die die Brugger auf Spendenbasis bereithielten. Das vorsorglich aufgestellte Pavillon-Zelt war von der Arnacher Soldaten- und Schützenkameradschaft zur Verfügung gestellt worden.

Sonntag

Zelebrant bei der Rochus-Messe war Pfarrer Patrick Meschenmoser. Foto: Wolfgang Abele

Seit etlichen Jahren schon ist es in Brugg guter Brauch, den 16. August, den Tag des Heiligen Rochus, mit einer Eucharistiefeier zu begehen. Die Messe war außerordentlich stark besucht, so dass auch alle Bierbänke, die außerhalb der Kapelle aufgestellt worden waren, belegt waren. Zelebrant war Pfarrer Patrick Meschenmoser. In seiner Ansprache stellte er den Heiligen Rochus und dessen unerschütterliches Gottvertrauen in den Mittelpunkt. Passend dazu wurde „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ gesungen.

Die Lesung, entnommen dem Buch der Könige, wurde von Kapellenvereinsmitglied Vanessa Czura vorgetragen (Bild). Auch hier ging es – am Beispiel des Elia – um die ganze Hingabe an Gott.

In den Fürbitten, gesprochen von Wolfgang Ringer, wurde die Ortskapelle, aber auch die Kirche insgesamt in den Blick genommen. „Guter Gott, wir bitten dich um die Fähigkeit zu beten. Damit dein kleines Haus an der großen Straße stets ein Ort der Zwiesprache mit dir ist“ – so lautete eine der Fürbitten. Und: „Gib uns Liebe zu deiner Kirche. Sie ist ein Schatz, den es zu bewahren gilt. Gib uns Kraft und Einsicht, dass wir allzeit den Wert dieses Schatzes erkennen und die Kenntnis davon weitertragen.“

Mit drei Strophen von „Großer Gott“ endete die Feier, bei der Mesner Anton Baumann und die beiden vereinseigenen Ministranten Milena und Tom Ringer assistierten.

Der Rochus-Messe vorausgegangen war die Jahreshauptversammlung des Fördervereins „Freunde der Brugger Kapelle“ e. V. 21 der 83 Mitglieder waren gekommen. Sie beschlossen, dem Sparbuch der Kapellengemeinschaft 810,00 € zuzuwenden. Weiter wurde die Vorstandschaft und namentlich Gerhard Reischmann, der als 1. Vorstand auch die Funktion des Kassiers ausübt, entlastet. Wolfgang Ringer wurde als 2. Vorstand für drei weitere Jahre im Amt bestätigt.

21. Juni 2007: Von 11.00 Uhr bis 11.10 tobte ein Orkan und riss die Esche um, die auf die Kapelle stürzte. RR-Archivbild

Gerhard Reischmann nahm den Abschluss der Renovation – nach der im Jahre 2024 erfolgten Innenrenovation wurde heuer die Kapelle außen hergerichtet – zum Anlass, die Bau- und Erhaltungsmaßnahmen der vergangenen vier Jahrzehnte kurz in Erinnerung zu rufen. Dabei würdigte er die Leistung der alten Generation der sechs Eigentümerfamilien, die 1984 eine gründliche Renovation durchgeführt hatte. Weiter erinnerte er an das Sturmunglück am 21. Juni 2007, als eine marode Esche auf die Kapelle stürzte, und den Turm mitsamt Glocke und Läutwerk herabriss. Auch wurde der Bau des Vorplatzes und der Ringleitung im Sommer 2016 gewürdigt und dem Mitbesitzer Josef Kling gedankt, der sich damals in besonderer Weise ins Zeug gelegt hatte. In jener Zeit wurden auch das Rochus-Gemälde und die beiden Altarfiguren Johannes und Magnus restauriert.

Im Auftrag der Brugger Kapellengemeinschaft hat der Allround-Handwerker Martin Käser aus Alttann die Brugger Rochus-Kapelle heuer außen hergerichtet. Martin, der mit Frau zum Rochusfest gekommen war, wurde in der Jahreshauptversammlung des Kapellenvereins für die erstklassige Arbeit gedankt. Foto: Gerhard Reischmann

„2024 haben wir die große Innenrenovation durchgeführt und jetzt, 2026, haben wir mit der Außenrenovation unser Werk abgeschlossen. Wir, das sind sechs Familien, unterstützt seit 2018 von Euch, dem Förderverein“, sagte Reischmann am Schluss der Jahreshauptversammlung des Kapellen-Fördervereins. „Der Förderverein hat einschließlich der heutigen Zuwendung insgesamt 5812,78 € auf das Baukonto eingezahlt. Dafür sage ich namens der sechs Besitzer-Familien danke.“

Die sechs Familien, das sind: Grösser, Gut (Trollis), Gut (Schneider), Kling, Reischmann und Ringer.

Reischmanns Fazit: „Am heutigen 16. August steht die Kapelle innen und außen einwandfrei hergerichtet da und – alles ist bezahlt.“

Der Brugger Rochustag klang aus mit einer gemütlichen Hockete am Hof Josef Kling. Grillmaster Gebhard Kling versorgte seine Gäste mit roten Würsten und kühlen Getränken. Für seinen umsichtigen Dienst wurde ihm mit Beifall gedankt.

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