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Interview mit Petra Greiner

„Bin dankbar und spüre eine positive Grundstimmung“

Foto: privat
Petra Greiner wurde am 3. Mai zur Bürgermeisterin von Kirchberg an der Iller gewählt. Hier gratulieren der Biberacher Landrat Mario Glaser (links) und der seitherige Bürgermeister Jochen Stuber.
veröffentlicht am: 07.05.2026
Autor: dbsz
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Seibranz / Kirchberg – Am vergangenen Sonntag (3. Mai) wurde Petra Greiner, 55, Fachwirtin für soziale Dienstleistungen, im ersten Wahlgang zur Bürgermeisterin von Kirchberg an der Iller gewählt. Die Bad Wurzacherin errang 54,1 Prozent der 950 abgegebenen Stimmen (1684 Wahlberechtigte). 513 Wähler votierten für sie. Der Bewerber Simon Högn konnte 198 Wähler von sich überzeugen (20,9 Prozent); die Bewerberin Dr. Sabine Schmidt errang 191 Stimmen (20,1 Prozent). Auf drei weitere Kandidaten entfielen 2,2 und 1,8 sowie 0,9 Prozent. Die Amtszeit beträgt acht Jahre. Der seitherige Bürgermeister Jochen Stuber war nach 16 Jahren nicht mehr angetreten. Die Wahlbeteiligung war mit 56,4 Prozent ähnlich hoch wie zuletzt bei der Bad Wurzacher Bürgermeisterwahl. Die Gemeinde Kirchberg setzt sich zusammen aus dem namensgebenden Hauptort und dem 1972 eingemeindeten Pfarrdorf Sinningen sowie einigen wenigen Weilern und Wohnplätzen; die Gesamtgemeinde zählt 2200 Einwohner.

Die Bildschirmzeitung „Der Wurzacher“ sprach mit Petra Greiner, die seit 2014 im Gemeinderat Bad Wurzachs sitzt. Sie lebt mit Mann und zwei Töchtern in Seibranz, wo sie seit sieben Jahren als Ortsvorsteherin amtiert.

Die Bildschirmzeitung „Der Wurzacher“ (DBSZ):Gratulation, Frau Greiner, zum Sieg bei der Bürgermeisterwahl in Kirchberg. Wie fühlen Sie sich vier Tage nach der Wahl?
Petra Greiner: Es ist ein Gefühlsmix: Erleichtert ob des tollen Wahlergebnisses. Dankbar für die bereits jetzt schon erlebten positiven, offenen und ehrlichen Begegnungen mit Gewerbetreibenden, Vereinen, Bürgerinnen und Bürgern und Kolleginnen und Kollegen aus dem Rathaus. Bisher spürte ich eine positive Grundstimmung in Kirchberg und Sinningen. Bin gespannt auf die Aufgaben und Themen, die auf mich nun warten.

DBSZ: Wie war der Wahlkampf?
Greiner: Kurz und knackig. Aber fair. Da ich meine Unterlagen erst am letzten Tag der Bewerbungsfrist eingeworfen habe, war die Zeit bis zur Wahl natürlich sehr kurz. Grund für den späten Einwurf war, dass ich quasi auf die offene Stelle hingewiesen wurde und selbst nicht aktiv gesucht hatte. Was aber auf keinen Fall ein Hinweis für „nicht interessant genug“ sein soll. Eher hatte ich mit dem Thema Bürgermeisterwahl abgeschlossen und auf den Hinweis hin neu überlegt.

DBSZ: Sie spielen auf Ihre Kandidatur in Tannheim im Jahre 2023 an, als Sie mit 29 Prozent zwar ein achtbares Ergebnis erzielt hatten, es aber nicht ganz gereicht hatte. Wann treten Sie Ihr Amt an?
Greiner: Am 28. Juli ist Amtseinsetzung

DBSZ: Was sind Ihre ersten Ziele?
Greiner: Ich möchte mir gemeinsam mit dem Gemeinderat einen Überblick über die laufenden Projekte verschaffen, die Finanzen und den Haushalt im Detail ansehen und eine Prioritätenliste mit dem Gemeinderat erarbeiten für zukünftige Projekte. 

DBSZ: Bleiben Sie in Seibranz wohnen?
Greiner: Es ist gut, wenn man als Bürgermeister viel vor Ort und im persönlichen Kontakt ist! Dies erfordert auch Anwesenheiten außerhalb der normalen Öffnungszeiten. So werde ich mich nach einer Einarbeitungszeit mit diesem Thema beschäftigen. 

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DBSZ: Werden Sie Ihr Ehrenamt als Ortsvorsteherin von Seibranz weiterhin ausüben?
Greiner: Bis zu einem Ortswechsel kann und darf ich das Ehrenamt weiter ausführen …

DBSZ: Rechtlich ist es eine Voraussetzung für die Wahrnehmung des Amtes eines Ortsvorstehers, dass man in der Ortschaft wohnt.
Greiner: … Auf jeden Fall bleibe ich bis zur Einweihung der Halle im Herbst. Bin sehr stolz auf dieses tolle Projekt. Dann wird man sehen. Ich möchte für Kirchberg eine 100-Prozent-Bürgermeisterin sein.

DBSZ: Bleiben Sie Mitglied im Bad Wurzacher Gemeinderat – als stimmberechtigte Vertreterin auf einem der beiden für Seibranz reservierten Sitze? 
Greiner: Auch hier werde ich die nächste Zeit auf jeden Fall noch mit am Start sein. Je nachdem, wie schnell mich der Arbeitsalltag in Kirchberg einnimmt, muss man hier gegebenenfalls zeitnah eine Änderung herbeiführen.

DBSZ: Es würde dann der nächststimmenstärkste CDU-Bewerber aus dem Wahlbezirk Seibranz nachrücken.
Greiner: So ist es. 

DBSZ: Sie sind Vorsitzende des Bad Wurzacher Roten Kreuzes. Bleiben Sie dem DRK-Ortsverein in dieser Funktion erhalten?
Greiner: Dem Ehrenamt beim DRK und auch bei der Regionalentwicklung Württembergisches Allgäu – im Volksmund LEADER-Programm – steht die Funktion eines Bürgermeisters, einer Bürgermeisterin ja nicht entgegen. Ja, das Rote Kreuz ist mir ein Herzensanliegen.

DBSZ: Wir bedanken uns für die Beantwortung der Fragen und wünschen Ihnen alles Gute für Ihr wichtiges Amt.

Die Fragen stellte Gerhard Reischmann

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