Zum Hauptinhalt springen
Pfarrer Meschenmoser: Der große Heilige war benediktinisch geprägt

Arnacher feierten ihren Ulrich

Foto: Martin Räth
Nach dem Festgottesdienst gab es Speis und Trank unterm Zeltdach. Zur Unterhaltung spielte eine größere Abordnung des Arnacher Musikvereins auf.
veröffentlicht am: 14.07.2026
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Arnach – Üblicherweise leuchtet beim Arnacher Kirchenfest ein bunter Blumenstrauß am Fuß der Figur des Heiligen Ulrich. So auch heuer. Diesmal aber sorgte Mesnerin Emmi Braun auch für Blumenschmuck an der Figur der Heiligen Margaretha. Aus organisatorischen Gründen hatte das Arnacher Ulrichsfest heuer nicht in der Nähe des Ulrichstages – 4. Juli – gefeiert werden können. Jetzt, am 12. Juli, schaute man schon voraus auf den Tag der Heiligen Margaretha, der Zweitpatronin der Arnacher Pfarrkirche; sie hat ihren Tag am 20. Juli. Und dann kam noch ein dritter Heiliger ins Spiel beim Arnacher Kirchenfest, das bei schönstem Wetter seinen geselligen Teil im Pfarrgarten hatte.

Zug zur Kirche (Teil der angetretenen Vereine).

Wie seit eh und je trafen sich die vier fahnentragenden Arnacher Vereine eine Viertelstunde vor Beginn der Festmesse auf dem Platz vor der Alten Schule. Neben dem Musikverein, der in voller Stärke angetreten war und den Festzug – unter der Stabführung von Gerhard Längst – zur Kirche geleitete, waren eine Abordnung der Feuerwehr und die zwei Standartenträger der Blutreitergruppe Arnach gekommen. Die Soldaten- und Schützenkameradschaft Arnach, die im Herbst ihr 150-jähriges Bestehen feiern wird, war mit etwa 20 Mann zugegen, angeführt von Fähnrich Jürgen Ebenhoch. Die Fahne der Feuerwehr trug Joachim Braun, diejenige des Musikvereins Stefan Fimpel. Die Standartenträger der Blutreitergruppe waren Hansjörg Schick und Klaus Schneider.

Zu Beginn des Gottesdienstes wurden alle sechs Strophen des Ulrichsliedes gesungen. „Als guter Hirte zogst du durch die Lande, um allem Volke Gottes Wort zu künden, um aufzurichten Kranke und Bedrängte, Armen zu helfen“ – so lautet die dritte Strophe.

Pfarrer Patrick Meschenmoser stellte in seiner Predigt einen selten beachteten Aspekt der Persönlichkeit Ulrichs heraus, nämlich dessen benediktinische Prägung. Meschenmoser zitierte diesen Satz aus der Ordensregel des Heiligen Benedikt: „Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens!“ Bischof Ulrich von Augsburg (890 – 973), der vier Jahrhunderte nach dem Ordensgründer Benedikt (480 – 547) lebte, sei stark von der benediktinischen Spiritualität geprägt gewesen, die er in seiner Jugend im Kloster St. Gallen in sich aufgesaugt hatte. Und sei deshalb ein Hörender gewesen, einer, „der mit dem Herzen hörte“.

„Hören“, so Pfarrer Meschenmoser, „ist weit mehr als ein akustischer Vorgang. Mit dem Ohr des Herzens zu hören bedeutet: die leise Stimme Gottes im Alltag zwischen all den Störgeräuschen nicht zu überhören. Die Bereitschaft, sich vom Schmerz und der Freude des Gegenübers wirklich im Innersten berühren zu lassen. Dem anderen Raum zu geben, statt sofort eine fertige Antwort parat zu haben.“

Das Ulrichsohr

Das „Hören mit dem Herzen“ habe Konsequenzen: Es fordere ganz praktisch und radikal heraus. Mit der Frage „Wo brauchen wir dieses Ulrichs-Ohr in unserem eigenen Alltag?“ führte der Prediger auf drei Felder des Handelns: in unseren Familien, Ehen und Freundschaften; in unserer zerrissenen Gesellschaft; in unserer Kirche. „Bitten wir am Fest des heiligen Ulrich darum, dass Gott unsere inneren Ohren öffnet“ – mit diesen Worten beschloss Pfarrer Meschenmoser seine Predigt.

Im Rahmen der Festmesse wurde Celia Braun in den Kreis der Arnacher Ministranten aufgenommen. Mutig sprach die Zehnjährige das Ministrantengebet vor voller Kirche; Celia ist die Einzige der elf diesjährigen Erstkommunionkinder, die in den Ministrantendienst eintrat.

Nach neun Jahren Ministrantendienst, davon zwei als Oberministrantin, schied Magdalena Buchbinder aus. Pastoralreferentin Anna-Katharina Merk dankte ihr mit herzlichen Worten.

ANZEIGE

Neu-Ministrantin Celia steht neben Pfarrer Meschenmoser und erhält soeben das Mikrofon ausgehändigt.

Den Wettersegen spendete Pfarrer Meschenmoser mit der Ulrichsreliquie, die zu Zeiten von Pfarrer Werner Wolff in die Kirche gekommen war.

Am Schluss der Festmesse dankte Pfarrer Meschenmoser allen Mitwirkenden und Mithelfenden, namentlich dem Kirchenchor unter der Leitung von Wolfgang Roth, dem Organisten Martin Tapper (dessen elfjährige Tochter Camilla einen kleinen Part spielte), dem Mesner Anton Baumann, den Ministranten, dem Musikverein, den Fahnenabordnungen und dem Kirchengemeinderat, der das anschließende Gemeindefest im Pfarrgarten ausrichtete.

Thomas Baumann, der Gewählte Vorsitzende der Pfarrgemeinde Arnach, und Alfred Rudhart, der Vorsitzende der Soldaten- und Schützenkameradschaft, dankten nach einem kurzen – musikbegleiteten – Marsch durchs Dorf den teilnehmenden Vereinen für ihr Kommen.

Der Musikverein beim kurzen Marsch durchs Dorf.

Die Kirchengemeinderäte wurden beim Verköstigen der Festgäste von ihren Familien unterstützt. Zur Hockete unter schützendem Zeltdach spielte eine größere Abordnung des Musikvereins auf. Viele Gäste nahmen am Nachmittag noch Kuchen, von Arnacher Frauen gespendet, für den häuslichen Kaffeetisch mit.
Text: Gerhard Reischmann / Fotos: Martin Räth

Weitere Bilder in der Galerie

ANZEIGE
Neueste Beiträge
Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
ANZEIGE
Diese Anzeige kann aufgrund Ihrer Netzwerkeinstellungen nicht angezeigt werden.