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Rund 120 Nester

Stadt Bad Waldsee reagiert auf verstärkten Befall mit dem Eichenprozessionsspinner

Foto: Brigitte Göppel
Die große Eiche bei Neuurbach, ein Naturdenkmal, wurde vom Eichenprozessionsspinner kahl gefressen.
veröffentlicht am: 28.06.2026
Autor: Brigitte Göppel, Stadt Bad Waldsee
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Bad Waldsee – Die Stadt Bad Waldsee hat vor rund zwei Wochen die ersten Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt und umgehend die betroffenen Bereiche abgesperrt. Inzwischen wurden rund 120 Nester festgestellt und je nach Gefährdungslage in drei Kategorien eingeteilt.

Die höchste Priorität hat Kategorie A. Dazu zählen Bereiche mit besonders hohem Publikumsverkehr wie Kindergärten, Schulen, Spielplätze, der Bereich beim Minigolfplatz sowie Grünanlagen in den Erholungsgebieten. Kategorie B umfasst umschlossene Anlagen wie den Baubetriebshof oder den Friedhof. Zur Kategorie C gehören einzelne, abseits stehende Bäume in Grünanlagen.

In den Bereichen der Kategorie A wurden inzwischen alle bekannten Nester mit einem speziellen Sprühkleber behandelt, der die gefährlichen Brennhaare bindet. Im Einsatz sind die Mitarbeiter der städtischen Abteilung Gärtnerei sowie ein Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung. Ziel ist es, bis Freitag, 26. Juni, alle bislang erfassten Nester an städtischen Bäumen behandelt zu haben. Eine vollständige Kontrolle aller Bäume kann jedoch nicht gewährleistet werden.

„Wir sind mit der kurzen Zeitspanne sehr zufrieden, in der wir eine Lösung für die außergewöhnlich starke Ausbreitung gefunden haben. Die betroffenen Bereiche wurden sofort abgesperrt, ein Monitoring eingerichtet und auf Grundlage der Erfahrungen aus den vergangenen Jahren eine gute Vorgehensweise entwickelt“, erklärt Armin Brutschin von der städtischen Abteilung Grünflächen.

Die Mitarbeiter der Stadt verfügen inzwischen über viel Erfahrung im Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner. Das Ausmaß des diesjährigen Befalls stellt jedoch eine besondere Herausforderung dar. Nach Einschätzung der Stadt ist die Zahl der Nester etwa zehnmal höher als in den Vorjahren.

Bislang wurden die einzelnen Nester abgesaugt. Angesichts der hohen Anzahl und der damit verbundenen Kosten musste jedoch eine neue Lösung gefunden werden. Die Behandlung mit einem speziellen Sprühkleber hat sich dabei als praktikable Alternative erwiesen.

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Nester können gemeldet werden

Wer ein Nest des Eichenprozessionsspinners entdeckt, kann dies der Stadtverwaltung melden. Um den Befall an städtischen Bäumen kümmert sich die Stadt. Private Grundstückseigentümer werden bei Bedarf beraten.

Ansprechpartner ist Armin Brutschin von der Abteilung Grünflächen, Telefon 07524 94-4005, E-Mail: a.brutschin@bad-waldsee.de.

Vorsicht vor dem Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen ab dem dritten Larvenstadium feine Brennhaare ausbilden. Diese enthalten ein Eiweißgift und können durch den Wind verbreitet werden. Ein Kontakt kann zu Hautreizungen, starkem Juckreiz, Rötungen, Augenreizungen sowie Husten und Atembeschwerden führen. Besonders empfindlich reagieren Kinder, ältere Menschen und Allergiker.

Die Raupen leben vor allem an Eichen und bilden auffällige Gespinste an Stämmen und stärkeren Ästen. Befallene Bereiche sollten gemieden und die Raupen oder ihre Nester keinesfalls berührt werden. Auch Hunde und andere Haustiere sollten ferngehalten werden.

Wer mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen ist, sollte die Kleidung wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen. Anschließend empfiehlt es sich, zu duschen und die Haare gründlich auszuspülen. Bei stärkeren Beschwerden oder Atemnot sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Die Entfernung von Nestern sollte ausschließlich durch Fachfirmen erfolgen. Wer einen Befall feststellt, kann diesen der Stadtverwaltung melden. Um Nester an städtischen Bäumen kümmert sich die Stadt, Privatpersonen werden beraten.

Diese Warnschilder weisen auf einen Befall mit dem Eichenpro­zessionsspinner hin.

An diesen Gespinsten des Eichenprozessionsspinners ist besondere Vorsicht geboten. Berührungen sollten unbedingt vermieden werden.
So sieht ein mit Spezialkleber behandeltes Nest des Eichenpro­zessionsspinners aus.

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Brigitte Göppel, Stadt Bad Waldsee
veröffentlicht am
28.06.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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