Gesangsklasse der Jugendmusikschule bot wieder Spitzenklasse


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Bad Waldsee – 15 junge Sängerinnen und Sänger präsentierten vor kurzem im Jugendhaus „Prisma“ unter der Leitung von Elena Becker-Schramm mit 33 Programmpunkten einen mehr als dreieinhalbstündigen, aber kurzweiligen Konzertabend. Für das technisch-organisatorische Gelingen zeichnete der Förderverein der Jugendmusikschule Verantwortung. Schulleiter Michael Dümmler sorgte für den richtigen Ton und die Bewirtung erfolgte unter Leitung von Johannes Geiger. Wie immer besuchten zahlreiche Sangesfans das Sommerkonzert im „Prisma“, unter ihnen die Erste Bürgermeisterstellvertreterin Sonja Wild.

Michael Dümmler und Alina Heim
Michael Dümmler eröffnete den Abend und stellte Sinn, Zweck und Stellenwert des Fördervereins vor und warb auch für die Mitgliedschaft darin.

Zum Konzertauftakt bat Becker-Schramm ihre jüngste neue Schülerin Alina Heim (Bild) auf die Bühne. Gerade mal zehn Jahre alt, wählte sie zwei Stücke, die nicht nur sie selbst bewegten, sondern uns alle: „In deiner Welt“ aus dem Disney-Film „Arielle“ und „Das Farbenspiel des Windes“ (Film Pocahontas). Erstaunlich, wie unbekümmert und sicher mit bereits toll gebildeter Stimme sie diese malerischen Titel vortrug.

Auch Lena Laichinger (Bild) gehört zu den vielversprechenden Neuen der Gesangsklasse. Das „Can you feel the love tonight“ (König der Löwen) interpretierte sie stark akzentuiert und absolut sicher in allen Registern. Auch „Wake up“ (Greenday), ein flott-schmissiges Stück, sang sie schon fast souverän, sogar aus der Konserve begleitet, wobei man sich damit nicht den geringsten Stolperer erlauben darf!

Sophie Blust (Bild) gehört natürlich schon zu den Fortgeschrittenen. Neben Gesang lernt sie auch mit Freude das Klavierspiel, war zu erfahren. Celine Dions unvergessliches „My heart will go on“ (Titanic) sang Sophie in einer stimmlichen Klangfarbe, wie sie besser nicht zum tragischen Inhalt des Titels passen würde, gleichzeitig gefühlvoll und sicher. Aus dem Jahr 1942 wählte sie einen ähnlich eingehenden Titel, „I wish you love“ (Charles Trenet). Dieses chansonartige und melancholische Stück trug Sophie sichtlich berührt auf die Bühne.

Die bereits beruflich stark geforderte Rosalie Geiger (Bild) nimmt erst seit relativ kurzer Zeit Unterricht, macht aber rasante Fortschritte. Zudem inspiriere sie ihre Lehrerin mit verblüffenden Ideen. Das herausfordernde „Silver springs“ (Fleetwood Mac) war reine Ohrenweide! Kaum ebenso außergewöhnlich und überraschend stark war „The promise“ (Tracy Chapman). Rosalie legte ihrer Lehrerin diesen Titel ans Herz und lieferte dafür auf der Bühne die beste Begründung!

Wie schön, dass auch Leonard Cohens wunderbares „Hallelujah“ von der jungen Lina Scherer (Bild) vorgetragen wurde! Mit enormer Power und strahlend sang Lina und schaffte alleine, was Cohen gemeinsam mit Chor in die Charts katapultierte. Auch mit „Speechless“ (Film Aladdin) kam sie Naomi Scotts Original sehr nah, insbesondere das fulminante Finale. Auch ein Duett mit Luisa Jobke, Adeles „Someone like you“ gab’s obendrein. Stimmlich ergänzend und harmonierend gelang es den beiden und wurden mit besonderem Applaus belohnt.

Weiteres Highlight des Abends war die erst elfjährige, aber schon zu einem kleinen Star avancierte Anna Martinez-Schellong (Bild). Superstar Taylor Swifts „The fate of Ophelia“ nahm sich Anna vor. Dieser Titel war nicht nur ein Nummer-eins-Hit 2025, sondern ist auch inspiriert von William Shakespeares Theaterstück „Hamlet“, also klassisch und topaktuell gleichzeitig. Extreme Register- und Rhythmenwechsel finden sich darin. Anna hat aber damit nicht die geringsten Probleme! Von ihrer Lehrerin erhielt sie dafür das Lob „phänomenal“! Auch „Bad blood“, ebenfalls von Taylor Swift, gelang Anna souverän, was auch gemessen am Inhalt dieses Titels erstaunlich ist für eine noch so junge Sängerin.

Auch Luisa Jobke (Bild) begeisterte mit „Just around the riverband“ aus „Pocahontas“ und mit „Only love can hurt like this“ (Diane Warren). Hervorragend setzte sie im ersten Titel enthaltene naturbildlichen Animationen stimmlich um. Ihre Interpretation des zweiten – wehmütigen – Titels erinnerte nicht nur ans Original, sondern an Stimmen mehrerer bekannter Popstars.

Judith Rundel (Bild) legte erst tags zuvor erfolgreich das Abitur ab und war nun trotzdem mehrfach auf der Bühne zu erleben. Zuerst als Solistin mit „Always remember us this way“ (Lady Gaga) und mit „The winner takes it all“ (ABBA). Judith, auch erfolgreiche Klavierschülerin, könnte mit ihrer großartigen Stimme auch ohne Mikrofon die Hörer erreichen, was ihr auch sprachlich bestens gelingt.

Auch Julia Stehle (Bild) gehört seit langem zum „Establishment“ der Gesangsklasse. Das eher getragene aber schwierige „Hello“ (Adele) trug sie mit verblüffend strenger Exaktheit vor. Und auch mit „Run“ (Leona Lewis) war Julia äußerst gefordert. Auch solch emotionale Titel scheinen ihr nicht schwer zu fallen, was sie bereits im jüngsten Winterkonzert bewies.

Judith Rundels großer Bruder Benedikt (Bild) hält, obwohl in Stuttgart berufstätig, seiner Gesangsklasse fest die Treue. Er wählte den Song „You’ll be in my heart“, den Phill Collins als Wiegenlied für seine Tochter schrieb, der aber dann auch in dem Disney-Film „Tarzan“ landete. Benedikt drückte die darin enthaltenen Emotionen stimmlich wunderbar aus. Und gemeinsam mit seiner Schwester trug er „I’ve had the time of my life“ aus „Dirty Dancing“ vor. Die Begleitung erfolgte aus der Konserve. Zwei perfekt ausgebildete Stimmen interpretierten diesen rasanten Titel höchst motiviert. Elena Becker-Schramm kommentierte begeistert, die beiden haben den Titel alleine einstudiert!

Celine Nadig (Bild) trat mit „Easy on me“ (Adele) bereits am vergangenen Kultursonntag hervorragend auf. Dies gelang ihr auch im Sommerkonzert großartig, begleitet von der Konserve. Ihr „Once upon a December“ (Anastasia) verströmte russische Wehmut und Melancholie. Das Stück erzählt von einer Schlittenfahrt, auf der ein Sehnen nach wärmenden Armen ausgedrückt wird. Celine verstand es, diese Szene beginnend in langsamem Walzerrhythmus aufzunehmen und sang dann förmlich inspiriert von der instrumentalen Begleitung.

Auch Lena Lemmle und ihre Schwester Lia gehören zu den Aushängeschildern der Gesangsklasse. Lena (Bild) trat zunächst mit „Landslide“ (Glee), begleitet aus der Konserve ans Mikro, und sie tat dies faszinierend, fast lässig mit bewegter Körpersprache. Den gefühlvollen Adele-Titel „Make you feel my love“ übernahm sie stimmlich perfekt und sensibel. Dann traten die beiden Geschwister mit „The reason“ (Hoobastank), sich an der Hand haltend, im Duett auf. Sie taten das mit hörbarer Hingabe und Emotion. Stellenweise sangen sie mit Erst- und Zweitstimme! „Unglaublich schön“, lobte Becker-Schramm anerkennend.

Danach trug Lia Lemmle (Bild) solo „Head above water“ (Avril Lavigne) und „Love in the dark“ (Adele) vor. Mit wuchtig-strahlender Stimme intonierte sie den religiösen Titel Lavignes. Völlig anders trat sie mit „Love in the dark“ auf. Der nachdenkliche Inhalt war in ihrem Timbre bestens fühlbar. Becker-Schramm dazu lobend: „Das war der Hammer!“
Das Finale

Das Finale des Konzerts war den beiden Superstars der Gesangsklasse Martha Geiger und Niklas Dümmler vorbehalten. Martha (Bild) wählte zwei Titel aus dem Musical Wicked, „Defying gravity“ und „Girl in the bubble“. Bekanntlich können noch so anspruchsvolle Kompositionen Marthas Kompetenzen nie überfordern. Tonartwechsel, unterschiedlichste Register- und Rhythmuswechsel beherrscht sie mühelos und manchmal fast spielerisch. Man möchte ihr gerne Höchststufe attestieren und Elena Becker-Schramm ist sich sicher, Martha wäre auf einer Opernbühne erfolgreich! Sie zu hören ist wie nobles Geschenk!

Etwa auf gleichem Niveau bewegt sich Niklas Dümmler. Nur er hat das Privileg in der Klasse, seine Beiträge nie vorab öffentlich zu machen. Sie lässt er stets mit „Überraschung“ ankündigen. Diesmal waren es zwei Titel Justin Biebers, „Yukon‘ und „Speed Demon“. Beide Titel studierte Niklas alleine ein. Tatsächlich waren das zwei elektrisierende Songs.
Eine wunderbare Musikpädagogin

Wunderbare Klavierbegleitung, liebevoll-fordernder Führungsstil: Elena Becker-Schramm.
Elena Becker-Schramms Unterrichtsstil und ihr Zugehen auf junge Leute wurde von einem anwesenden Vater dem Berichterstatter gegenüber sehr gelobt. Sie versteht es, unterschiedlichste Menschen anzunehmen und mit ihnen erfolgreich zu arbeiten! Das am Ende des Konzertabends diesmal von Lia überreichte Blumengebinde hat die Musikpädagogin redlichst verdient, insbesondere auch durch ihre wunderbaren Klavierbegleitungen, die immerhin mehr als drei Stunden dauerten – nach einem arbeitsreichen Werktag!
Text und Fotos: Peter Lutz



































