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Missionstag der Franziskanerinnen von Reute

Segensreiches Wirken in Indonesien und Brasilien

Foto: Peter Lutz
Sie trugen das Vaterunser singend vor: Indonesische Franziskanerinnen, angetan mit einheimischen Symbolen (Kopfschmuck und Schulterband).
veröffentlicht am: 29.06.2026
Autor: Peter Lutz
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Reute – Alljährlich im Sommer laden die Franziskanerinnen zu ihrem Missionstag. Der Missionstag ist guter Anlass, den Gönnern, Unterstützern und Förderern der Mission zu danken oder auch um ihre weitere Unterstützung zu bitten. Der diesjährige Missionstag fand am 27. Juni statt und er war sehr gut besucht, bot er doch eine Menge interessanter Einblicke in die Engagements in Indonesien und Brasilien. Aus Indonesien waren sechs Ordensfrauen zu Gast sowie ein dort wirkender Arzt mit seiner Familie. Die Arbeit in Brasilien wurde von Sr. Petra vorgestellt, die mehr als zehn Jahre dort im Einsatz war. Sr. Ingeborg, seit mehr als 50 Jahren auf der Insel Tello im Einsatz, berichtete über ihren Alltag westlich von Sumatra. Und es gab von Pfarrer Alfons Laia einen Bericht über das von Südtiroler Kapuzinern 1984 gegründete Kinderdorf San Antonio im Ort Hiliweto-Gidö auf der Insel Nias, wo auch die Franziskanerinnen seit 1994 für ca. 60 elternlose oder verlassene Kinder im Einsatz sind und ihnen unermüdlich Hoffnung und Liebe schenken.

Sr. Evelyn, die Leiterin der Missionsprokur und ihre Vorgängerin Sr. Margot, begrüßten die Gäste gemeinsam mit Generaloberin Sr. Maria Hanna. Mit eindrucksvollen, heiteren aber auch erschütternden Bildern berichtete Sr. Ingeborg über die Mühen, in kaum erreichbare Gegenden per Flug, Boot, Motorrad zu kommen. Als erfahrene Krankenpflegerin sorgt sie für medizinische Hilfe, Medikamente, Verpflegung und begleitet komplizierte Fälle in oft weit entfernte Polikliniken. Dringend nötige menschliche Zuwendung leistete sie in unzähligen Fällen und eröffnete vielen jungen Menschen über Bildung wie bspw. Nähschule, Perspektiven für ein erträglicheres Leben. Sr. Petra berichtete über das Armenhaus im brasilianischen Nordosten, wo auch Kriminalität ein Problem ist. Auch hier ist Bildung für Jugendliche eine Möglichkeit für bessere Lebensperspektiven. Außerdem ist auch ausreichende Ernährung der Kinder oder die Vermittlung von Werten ein Ansatz.

Natürlich stellten sich die sechs Franziskanerinnen persönlich den Gästen vor, teilweise sogar auf deutsch. Sr. Evelyn leistete dazu wertvolle Dolmetscherdienste. Die Schwestern dankten dabei mehrfach den Reutener Franziskanerinnen für das bisher Geleistete und für den einmonatigen Aufenthalt im „Stammkloster“.

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Im Mittelpunkt: das Vaterunser

Pfarrer Ulrich Steck zelebrierte zum Abschluss einen Wortgottesdienst. Darin spielte das Gebet des Herrn, das Vaterunser. die Hauptrolle. Viele in Deutschland könnten das Gebet heute nicht mehr sprechen, sie kennen es nicht! Der Priester berichtete von seiner Zeit in Heidenheim, wo es im Stadtgebiet auch problematische Gegenden gebe. So sei er beispielsweise bei Beerdigungen von Menschen aus dem Problemviertel oft nur mit Friedhofsmitarbeitern alleine gewesen. Als er diese mal bat, doch mit zu beten, erfuhr er, sie kannten das Gebet nicht. Zum gemeinsamen Beten habe er das ihnen beibringen können. Das Vaterunser im Wortgottesdienst wurde allerdings auf vielfältige Weise gemeinsam gebetet. Dazu zogen zuerst die indonesischen Schwestern mit einheimischen Symbolen (Kopfschmuck und Schulterband) intensiv betend ein. Ihnen folgte Sr. Evelyn die Heilige Schrift über dem Kopf würdig haltend. Die Indonesierinnen sangen das Vaterunser ähnlich einer Schola in ihrer Sprache, Sr. Petra sang es sich selbst an der Gitarre begleitend in portugiesischer Sprache und Sr. Evelyn sprach die einzelnen Sätze, die jeweils von Sr. Birgitta (Gitarre) und Sr. Dagmar gemeinsam von den Besuchern mit Passagen des Sonnengesangs des Hl. Franziskus begleitet wurden. Sr. Maria Hanna stellte abschließend fest, inzwischen sei auch Deutschland Missionsland. Immer weniger könnten mit christlichen Traditionen bzw. Werten etwas anfangen oder lehnten sie gar ab. Wir müssten aber dagegenhalten!

Mein persönliches Fazit zum Missionstag: Die Leistungen der Franziskanerinnen verdienen höchsten Respekt. Unter welchen widrigen Umständen sie in Brasilien und Indonesien selbstlos benachteiligten Menschen Hoffnung und Perspektiven schenken, konnte man anhand der Berichte und gezeigten Bilder und Videos unschwer erkennen. Gebäude müssen erstellt werden, Bildungsmöglichkeiten geboten werden, gesunde Ernährung geboten werden, Zugang zu medizinischer Behandlung ermöglicht werden etc. Dies alles wird von den Schwestern nach ihrem Motto, „Gott in der leidenden Menschheit dienen“ geleistet. Diese Arbeit kann man und sollte man mit Spenden freudig und dankbar unterstützen! Dafür werden zwei Konten geführt:

Spenden-Konten

Franziskanerinnen von Reute e.V.
Kreissparkasse Ravensburg
IBAN: DR43 6505 0110 0062 3247 17

oder
Franziskanerinnen von Reute e.V.
Raiffeisenbank Reute-Gaisbeuren eG
IBAN: DE93 6006 9350 0023 2230 22

Text und Fotos: Peter Lutz

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veröffentlicht am
29.06.2026
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