Gospelchor Aitrach feierte sein 30-jähriges Konzertjubiläum


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Aitrach – Der Gospelchor Aitrach feierte am Ostermontag mit einem ganz besonderen Konzert in der Pfarrkirche St. Michael in Aichstetten sein 30-jähriges Konzertjubiläum. Er führte nach einer Idee und einem Konzept von Chorleiterin Birgit Werner „The Story of Jesus Christ“, eine moderne Passionsgeschichte, auf.
Mit einem Flashmob zu „Hosanna tot he King“ zog der Chor in die Kirche ein, formierte sich links und rechts des Mittelganges.
Moderiert von Johannes Lachenmaier
Johannes Lachenmaier, der während des Konzertes als Erzähler fungierte, begrüßte danach die Konzertbesucher und führte sie in die Geschichte ein, die der Chor in der kommenden Stunde für sie vorbereitet hatte. „Schön dass ihr den Weg in die Kirche in Aichstetten gefunden habt, um mit uns die Geschichte aller Geschichten zu hören und zu erleben: Die Geschichte von Jesus!“ Da der Chor diese ohne Unterbrechung erzählen wollte, bat er das Publikum darum, sich den Applaus bis zum Ende des Konzerts aufzusparen.
In „An einem Tag vor langer Zeit – Die Jesus Ballade“ – wurde Jesus Lebensgeschichte mit den wichtigsten Ereignissen von vier Frauen erzählt und den Darstellern mimisch dargestellt. Auserwählt von Gott, schon vor seiner Geburt in tiefster Armut, als Sühneopfer für die Welt, wie er später die Fischer von Genezareth – unter anderen Petrus und Andreas – zu seinen Jüngern machte, wie er durch Israel wanderte, den Kranken half und Gottes Liebe offenbar machte. Doch wurde er und seine Botschaft missverstanden, man wollte den Messias nicht, weil er nicht König, sondern Diener war und so kam sein Ende auf Golgatha gemeinsam mit Schwerverbrechern. Er aber erstand zu neuem Leben „denn er hat den Tod besiegt.“
Soli gesungen von Andrea Baumgärtner, Peter Barensteiner und Hugo Seitz
„Jesus Gegenwart schlug damals ein wie eine Bombe. Viele Menschen waren von ihm begeistert, wie Petrus und Andreas – oder verliebten sich in diesen charismatischen Mann wie Maria Magdalena. Sie hörten seine Geschichten und was er ihnen über Gott erzählte und scheinbar war alles in Ordnung.“ Mit diesen Worten leitete Erzähler Lachenmaier zum nächsten Lied „Everything´s alright“ (aus Jesus Christ Superstar) über, bei dem sich Andrea Baumgärtner, Peter Barensteiner und Hugo Seitz als Solisten auszeichneten.
Diese Ordnung zeigte sich trügerisch, die Priester begannen ein Komplott gegen Jesus zu schmieden, weil sie den eigenen Machtverlust fürchteten. Besonders eine Aussage von Jesus versetzte sie in Rage, während der Rummel um Jesus immer größer wurde: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue und wird größere als diese tun.“
Mit der christlichen Hymne, „Holy Holy“, deren Text vom späteren anglikanischen Bischof Reginald Heber in seiner Vikarszeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts verfasst wurde, drückte der Chor mit Hugo Seitz als Solisten seine Begeisterung für Jesus aus.
Weitere Soli von Karin Gregg, Andrea Baumgärtner, Birgit Werner und Thomas Autenrieth
Der Widerstand gegen Jesus wurde größer und das Komplott in die Tat umgesetzt: Die Priester warben Judas, einen von Jesu Jüngern, an. Sie boten ihm Geld und er sollte Jesus dafür verraten. In dem Lied „I don´t know how to love him“ , das auch Sinead O´Connor einstmals so wunderbar interpretierte, manifestierten die drei Solistinnen Karin Gregg, Andrea Baumgärtner und Birgit Werner die Einstellung dieses Widerstandes auf wunderbare Weise. Der dann beim letzten Abendmahl, „The last Supper“ gesungen vom Chor, durch den Judaskuss eskalierte. „Gottes Plan erfüllte sich mehr und mehr, Jesus stellte sich diesem Plan kampflos“, berichtete der Erzähler. Und seine Anhänger hatten Angst, ihn zu verlieren. Alles schien aus dem Ruder zu laufen, selbst Petrus war zutiefst verunsichert und verleugnete seinen Herrn in einer Sprechszene dreimal, ehe Maria Magdalena (Birgit Werner) ihn darauf ansprach. „Aber wie konnte Jesus das nur wissen, was dort geschah,“ fragte sie sich.
Mit dem 2001 entstandenen Popsong „You raise me up“ (Du ermutigst mich) versuchten die Solisten Birgit Werner und Peter Barensteiner, die Anhänger Jesu wieder aufzurichten. Ebenfalls mit Birgit Werner und Thomas Autenrieth als Solisten, fragten sich nicht nur die Sängerinnen und Sänger mit dem Lied „Could we start again“, ob es für Jesus und seine Jünger einen Neustart geben könne.
Denn Jesus wurde inzwischen von Pilatus, dem Präfekt des römischen Kaisers, der sich für den Vorwurf der Priester, Jesus sei ein Hochstapler, ein König ohne Königreich und müsse deswegen den Kreuzestod sterben, nicht zuständig erklärte, an König Herodes – weitergeschickt. Doch dieser verspottete Jesus nur, was in dem Song „Kings Herod´s Song“ mit Peter Barensteiner als Solisten und dem Chor als verhöhnender Menge sehr deutlich zum Ausdruck kommt. Eine Szene, die dem Chor bei den Proben sehr schwer gefallen sei, wie eine Sängerin nach dem Konzert bekannte.
Schließlich landet Jesus danach wieder bei Pilatus, der dem Druck der Menge nachgibt und Jesus zum Tode verurteilt. „Warum sprichst du nicht, wenn ich dein Leben in meinen Händen halte?“ fragt er Jesus. Dessen Antwort: „Du hast nichts in deiner Hand, es ist alles vorherbestimmt.“
Evelyn Ulrich, Sara-Maria Lappich und Susy Kaynak
„Were you there“ (Solistinnen: Evelyn Ulrich, Sara-Maria Lappich und Susy Kaynak), „when they cruzified my lord“ Gott wo warst du, als sie Jesus gekreuzigt haben? Das sangen Chor und Solisten in tiefer Trauer. Doch Hoffnung nahte: Sichtbares Zeichen war das wunderschöne Auferstehungsbild mit der Perspektive aus der Grabesgrotte mit Blick auf Golgotha – und dem Lied „God´s gift“, das Geschenk, das Gott den Menschen durch den Tod und der Auferstehung seines Sohnes den Menschen gemacht hat.
Mit stehenden Ovationen wurde der Chor nach dem Verklingen des letzten Tones gefeiert, ehe Johannes Lachenmaier noch einmal zum Mikrofon griff: „Die Geschichte ist erzählt – zum ich weiß nicht wievielten Mal – doch wir können sie nicht oft genug erzählen.
Sie ist Grundstein unseres Glaubens… Und Grundstein für ein liebevolles und friedliches Miteinander.“
Mit einem letzten Lied „Always remember“ – Erinnert euch stets an Jesus – verabschiedete sich der Gospelchor vom Publikum, nicht ohne sich zuvor bei der Band und den vielen Helfern zu bedanken.
Weitere Aufführung am Samstag, 11. April, in Memmingen
Wer diese besondere Passionsgeschichte mit vielen Liedern aus Jesus Christ Superstar auch einmal erleben möchte, hat dazu am Samstag, 11. April um 19 Uhr in der Kirche St. Johann -Baptist in Memmingen, Marktplatz 14 noch die Gelegenheit.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
Viele Bilder in der Galerie































































































